Alois Andritzki

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Alois Andritzki
Erinnerung in der Hofkirche

Der Sorbe Alois Andritzki (* 2. Juli 1914 in Radibor; † 3. Februar 1943 in Dachau) wurde am 13. Juni 2011 zum ersten in Sachsen geborenen Seligen gesprochen.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Andritzki (sorbisch: Alojs Andritzki) hatte in Radibor und Bautzen die Schule besucht. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Paderborn bis 1938 kehrte er in seine sorbische Heimat zurück und lebte und lernte am Priesterseminar Schmochtitz. Nach seiner Weihe zum Priester im Dom St. Petri zu Bautzen ging er am 1. Oktober 1939 als Kaplan an die Hofkirche zu Dresden, wo er als Jugendseelsorger, Präfekt der Dresdner Kapellknaben und Präses des Kolpingwerkes wirkte. Er wohnte zu dieser Zeit Schloßstraße 32.[1]

Als Sorbe war Andritzki unmittelbar vom nationalsozialistischen Rassenwahn betroffen. Er wandte sich aktiv gegen die Verfolgung von Christen, die sich wegen ihres Glaubens von den Nazis nicht gleichschalten ließen. Nach wiederholten Verhören verhaftete ihn die Gestapo. Die Untersuchungshaft verbrachte er im Gefängnis an der George-Bähr-Straße. Da er sich nicht einschüchtern ließ, wurde er am 2. Oktober 1941 in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Auch hier blieb er seinem Glauben und seinen humanistischen Grundsätzen treu. Nach einer Typhus-Erkrankung bereits im Sterben liegend wurde er mit einer Giftspritze ermordet. Die Beisetzung der Urne mit seiner Asche fand am 15. April 1943 auf dem Alten Katholischen Friedhof an der Friedrichstraße statt. Es war die sorbische Minderheit in der Oberlausitz, die das Andenken an Andritzki bewahrte, als während der DDR-Zeit nicht-kommunistische Opfer des Faschismus wenig gewürdigt wurden.

Mit der Einleitung des Seligsprechungsprozesses am 23. Juli 1998 wurde sein Martyrium einer Prüfung unterzogen. Papst Benedikt XVI. anerkannte den Geistlichen mit seinem Dekret vom 10. Dezember 2010 als Märtyrer. In einer feierlichen Prozession wurden die Urnen von Andritzki und der ebenfalls ermordeten Priester Bernhard Wensch und Aloys Scholze in die Hofkirche überführt.[2] Nach der Seligsprechung Andritzkis fanden sie hier auf dem Märtyreraltar die letzte Ruhe.

Auf dem Weißen Hirsch ist die Alojs-Andricki-Straße nach ihm benannt. Ein Stolperstein vor der Haupteingang der Hofkirche erinnert seit 11. Juni 2011 ebenfalls an Andritzki.

[Bearbeiten] Bildergalerie

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch der Landeshauptstadt Dresden, Freital-Radebeul, mit umliegenden 6 Städten und 24 Gemeinden (Zeitschriftenband 1941)
  2. Video zur feierlichen Prozession am 5. Februar 2011

[Bearbeiten] Weblinks

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