Richard von Zenker

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Richard von Zenker als Generalmajor im Ersten Weltkrieg
Grenadierkaserne des 1. (Leib-)Grenadier-Regiments Nr. 100 in der damaligen Carola-Allee
Wachaufzug in der Leibgrenadierkaserne
Kaserne des 15. Infanterie-Regiments Nr. 181 in Chemnitz

Richard Georg von Zenker, auch Richard von Zenker zu Pommritz (* 12. November 1853 in Pommritz, sorbisch Pomorcy bei Bautzen; † 1. Dezember 1945, Grabmal auf dem Nordfriedhof ist erhalten) war ein königlich-sächsischer Offizier und General, zuletzt als Kommandeur eines sächsischen Großverbandes im Rang eines Generalmajors.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Richard Georg von Zenker entstammte der Adelsfamilie von Zenker, die ursprünglich aus Böhmen stammte, von wo sie nach Sachsen kam. Die königlich-sächsische Adelsbestätigung erfolgte am 31. Oktober 1821 für Zenkers Großvater, Johann Gottfried Zenker (17521833), Herr auf Pommritz im Kreis Bautzen.[1]

Richard von Zenker war der Sohn des Rittergutsbesitzers auf Pommritz, Karl Friedrich Wilhelm von Zenker (* 7. Juni 1802 in Burkersdorf bei Stolpen; † 30. Januar 1941 in Glauchau) und dessen 1840 geheirateter Ehefrau Florentine Berta geb. Jordan (* 9. Oktober 1822 in Frankfurt an der Oder; † 22. März 1882 in Bautzen). Von Zenker hatte noch eine Schwester:

Richard von Zenker heiratete am 15. Mai 1888 in Bednarken bei Osterode/Ostpreußen Elfriede Martha Gertrud Florentine von Puttkamer (* 20. September 1865 in Leip bei Osterode/Ostpreußen; † 12. Januar 1931 in Dresden). Das Ehepaar von Zenker hatte drei Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Richard von Zenker schlug eine militärische Karriere in der sächsischen Armee ein, in die er Anfang der 1870er Jahre eintrat. Von Zenker kam 1887 nach Dresden, wo er erstmals 1888 im Dresdner Adressbuch als Premier-Lieutenant im 1. (Leib-)Grenadier-Regiment Nr. 100 in der 1877 neu erbauten Grenadierkaserne in der Albertstadt in der Carola-Allee, dort im westlichen Kasernenflügel, wohnte.[2] Noch 1888 wurde von Zenker zum Hauptmann befördert und zog in die Nordstraße 36 in der Inneren Neustadt,[3] 1894 in die Sängerstraße 1,[4] bereits ein Jahr später in die Radeberger Straße 47.[5] 1898 ist von Zenker als Kompaniechef im Leibgrenadieregiment Nr. 100 aufgeführt.[6]

Noch im gleichen Jahr wurde von Zenker zum Bataillonskommandeur im Schützenregiment Nr. 108 unter gleichzeitiger Beförderung zum Major ernannt. Außerdem zog er noch im selben Jahr in die Radeberger Straße 309.[7] In dieser Dienststellung und dieser Wohnung blieb von Zenker bis 1902. Im gleichen Jahr wurde er zum Oberstleutnant befördert.

1905, mittlerweile im Rang als Oberst, wurde Zenker vom sächsischen Kriegsministerium nach Chemnitz versetzt, wo er am 12. Mai 1905 zum Kommandeur des 15. Infanterie-Regiments Nr. 181 ernannt wurde und die Infanterieeinheit von Oberst Friedrich Müller übernahm. Das Infanterie-Regiment Nr.181 wurde am 1. April 1900 im Rahmen der Heeresvermehrung vor dem Ersten Weltkrieg aufgestellt und erhielt als Garnison die Stadt Chemnitz zugewiesen. Zur Grundgliederung eines Infanterieregiments gehörten damals drei Bataillone, darunter je eines in Wurzen und Zwickau. Die vollständige Aufstellung des dritten Bataillons in Zwickau verzögerte sich allerdings bis 1912.[8] Das Stabsgebäude der Einheit befand sich in Chemnitz in der Kaserne in der Planitzstraße. Zenker zog privat in Chemnitz in die dortige Kanzlerstraße 32.[9] Von Zenker befehligte das Chemnitzer Infanterieregiment nur bis zum 22. November 1906, als er das Kommando an Oberst Karl Philipp Ludwig Werner übergab.[10]

Ende November 1906 wurde Zenker aus dem aktiven Dienst in der sächsischen Armee entlassen, zur Disposition gestellt und kehrte zurück nach Dresden. Er hatte zu dieser Zeit den Rang als Oberst z.D. (zur Disposition) inne, diente als Bezirkskommandeur des "Bezirkskommandos I Dresden" und wohnte in der Albrechtstraße 7.[11][12] Die Dienststellung als Kommandeur des Bezirkskommandos in Dresden hatte von Zenker bis 1911 inne.

Im gleichen Jahr wurde von Zenker vom letzten sächsischen König Friedrich August III. zum Generalmajor z.D. (zur Disposition) ernannt und in den einstweiligen Ruhestand versetzt.[13] 1914 zog von Zenker in die Elisenstraße 8,[14] wo er bis zuletzt in Dresden wohnte.[15] Im gleichen Jahr, mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges, obwohl bereits über 60 Jahre alt, wurde von Zenker als Generalmajor wieder in den aktiven Dienst der sächsischen Armee übernommen und mit der Führung der 177. königlich-sächsischen Infanteriebrigade vom sächsischen König beauftragt. Die Brigade gehörte zur 88. Infanterie-Divivsion. Als Brigadekommandeur befehligte von Zenker damit anfangs drei Regimenter,[16], mit denen er an die Ostfront versetzt wurde. Dort kämpfte er im März 1915 mit seiner "Brigade von Zenker" in der Division Menges bei Stolniki südöstlich von Rawa in Mittelpolen gegen die russische Armee. Dafür wurde er mit dem höchsten militärischen Orden des Königreiches Sachsen, dem Militär-St.-Heinrichs-Orden ausgezeichnet. In der Begründung zur Verleihung jeißt es:

Zenker trat im Mai 1917 aus dem aktiven Kriegsdienst aus und kehrte anschließend nach Dresden zurück. Erst 1921, nach der Auflösung der sächsischen Armee und der nach dem Ersten Weltkrieg durch den Versailler Vertrag deutlich verkleinerten Reichswehr wurde von Zenker als Generalmajor a. D. (außer Dienst) unter Fortzahlung einer Pension in den endgültigen Ruhestand versetzt.[18]

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil B, 34. Jahrgang, 1942, S. 583
  2. Adressbuch Dresden 1888, S. 654, SLUB
  3. Adressbuch Dresden 1889, S. 683, SLUB
  4. Adressbuch Dresden 1895, S. 911, SLUB
  5. Adressbuch Dresden 1896, S. 952, SLUB
  6. Adressbuch Dresden 1898, S. 706, SLUB
  7. Adressbuch Dresden 1899, S. 799, SLUB
  8. Zur Geschichte des 15. Königlich Sächsischen Infanterie-Regiments Nr. 181 auf www.ag-sonnenberg-geschichte-in-chemnitz.de
  9. Adressbuch Chemnitz 1906, S. 937, SLUB
  10. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „15. Königlich Sächsisches Infanterie-Regiment Nr. 181“
  11. Adressbuch Dresden 1907, S. 1127, SLUB
  12. Adressbuch Dresden 1908, S. 1220, SLUB
  13. Adressbuch Dresden 1912, S. 1201, SLUB
  14. Adressbuch Dresden 1915, S. 1198, SLUB
  15. Adressbuch Dresden 1943/44, S. 1092, SLUB
  16. 177. Infanterie-Brigade auf GenWiki
  17. Oberst a.D. Georg Richter: Der Königlich Sächsische Militär-St.-Heinrichs-Orden 1736–1918, Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee, Göppingen 1937, S. 724
  18. Adressbuch Dresden 1922/23, S. 1102, SLUB
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