Moritz Elimeyer

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Moritz Elimeyer, hebräischer Name: Meir (ben) Elia (אלי מאיר) (* 17. Juni 1810 in Dresden; † 3. Mai 1871 ebenda) war ein sächsischer Juwelier und Unternehmer, zuletzt als königlich-sächsischer Hofjuwelier, Hofjuwelier der Königin von England sowie herzoglich-Sachsen-Coburg-Gothaischer Hofjuwelier und als solcher Mitglied der Dresdner Goldschmiede-Innung. Er war außerdem Prokurist des Bankhauses seines Bruders, des Bank-, Wechsel- und Kommissionsgeschäfts Philipp Elimeyer.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Moritz Elimeyer enstammte der angesehenen jüdischen Familie Elimeyer/Kleisdorf. Sein Großvater war bereits als Hoffaktor am sächsischen Königshof tätig gewesen.

Elimeyer war der Sohn des Elia/Elija (אליה) ben Meyer (* 10. April 1774; † 15. Februar 1835 in Dresden)[1] und dessen Ehefrau Ester geb. Zunz (* 16. Mai 1776; † 11. November 1839). Interessant ist, dass Moritz Elimeyer wie sein Bruder den von seinem Vater ausgesuchten deutschen Nachnamen Kleisdorf, den Juden ab 1812 annehmen mussten, um ein Bürgerrecht zu erhalten, nicht weiter führte, sondern aus der Verbindung des väterlichen Namens Elia (ben) Meyer der Nachname Elimeyer entstand. Da seine Familie zu den aschkenasischen Juden zählt, wurde das Wort hebräische Wort "ben" (= Sohn) im Namen nicht verwendet. Sein älterer Bruder war der Bankier und Inhaber des gleichnamigen Bankhauses Philipp Elimeyer (18011860). Sein Neffe war der deutsche Bankier, Geschäftsmann und Stifter Carl Mankiewicz (18341896), königlich-serbischer Generalkonsul in Dresden und Urkundsbeamter des Staates Missouri der Vereinigten Staaten von Amerika.

Moritz Elimeyer starb ohne Nachkommen.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Moritz Elimeyer ist erstmals 1836 im Dresdner Adressbuch als königlicher Hofjuwelier verzeichnet. Er bewarb sich um diesen Titel nach dem Tod des Juweliers Ignaz Conrad Plödterl und konnte diesen - trotz der Proteste der anderen Handwerksmeister, einem Juden diesen Titel zu geben - nach königlichem Dekret erhalten. Da Elimeyer allerdings selbst keinen Meisterbrief hatte, der damals Juden noch verwehrt blieb, musste er stets einen von der Innung geprüften Handwerksmeister als Werksführer einstellen. Einer von Ihnen der Dresdner Goldschmied Eckert.

Elimeyer wohnte anfangs am Jüdenhof im Haus 384.[2] 1837 zog er in das Haus 379 in die große Frauengasse,[3] der späteren Hausnummer 18, wo auch sein Bruder Philipp wohnte. 1840 zog er zurück in den Jüdenhof in die dortige Hausnummer 1.[4] Im gleichen Jahr wurde der reich verzierte Ladenvorbau des Hofjuweliergeschäfts, der von Gottfried Semper entworfen wurde, fertig gestellt. Ab 1842, bis zu seinem Lebensende wohnte Elimeyer dann in der Hausnummer 2 am Jüdenhof, direkt am Johanneum am Neumarkt in Dresden, nur wenige Schritte von der dortigen Frauenkirche entfernt,[5] sein Geschäft befand sich aber weiterhin in der Hausnummer 1.[6]

Ab 1847 ist Elimeyer als königlich-sächsischer Hofjuwelier, Hofjuwelier der Königin von England sowie herzoglich-Sachsen-Coburg-Gothaischer Hofjuwelier im Adressbuch verzeichnet.[7] Er blieb Hoflieferant an allen drei Fürstenhöfen bis zu seinem Tod. Berühmt war Elimeyer vor allem für seine Silberarbeiten aus meist 800er Silber, von kostbaren Einzelstücken bis zu mehrteiligen Silbersets. Außerdem fertigte er auch hochwertige Orden an, z.B. den königlich-sächsischen Albrechtsorden mit Brillanten oder den königlich-sächsischen Militär-St.-Heinrichs-Orden mit Brillanten. Im Schloss Pillnitz ist ein mehrarmiger vergoldeter Kerzenständer, ein sogenannter Kandelaber von der Hofjuwelier Elimeyer ausgestellt. 1871, im Jahr in dem er verstarb, ist er auch als Prokurist des Bank-, Wechsel- und Kommissionsgeschäfts Philipp Elimeyer verzeichnet, das nach dem Tod seines Bruders an dessen Schwiegersohn Carl Mankiewicz ging.[8]

Moritz Elimeyer war Mitglied der Jüdischen Gemeinde und unterstützte als beratender Kommissar den Bau der neuen Synagoge von Gottfried Semper. Außerdem war Elimeyer Vorsteher des Kranken-Unterstützung-Institutes und Verwaltungsvorsteher des Dresdner Mendelssohn-Vereins. Er stiftete in seinem Testament 20.000 Reichstaler, von deren Zinsen jährlich vier Waisenkinder aufgezogen wurden. Elimeyer wurde auf dem Alten Jüdischen Friedhof beerdigt. Das große Eckhaus am Jüdenhof wurde bei den Luftangriffen vom 13. Februar 1945 vollständig zerstört.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Datensatz auf Geni
  2. Dresdner Adress-Kalender, S. 59, SLUB
  3. Dresdner Adress-Kalender 1838, S. 58, SLUB
  4. Dresdner Adress-Handbuch 1841, S. 54, SLUB
  5. Dresdner Adress-Handbuch 1843, S. 61, SLUB
  6. Dresdner Adress-Handbuch 1844, S. 62, SLUB
  7. Dresdner Adress-Handbuch 1847, S. 51, SLUB
  8. Adressbuch Dresden 1871, S. 76, SLUB

[Bearbeiten] Weblinks

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