Karl Friedrich Trentzsch

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Trentzschweg, Blick Richtung Steinheilstraße
Tür des Müllerhauses in Baselitz
Karte des Dorfes Trachau 1868, rechts die Trachauer Windmühle

Karl Friedrich Trentzsch war ein Trachauer Windmüller und Erbauer der Trachauer Windmühle. Trentzsch wurde am 25. November 1821 im Vorwerk Baselitz (bei Priestewitz) als Sohn eines Windmüllers geboren. Er hatte den Beruf des Vaters erlernt und sich als Geselle in verschiedenen Mühlen des Meißner Hochlandes verdingt. Um 1845 arbeitete er auch auf der Boxdorfer Windmühle, die 1839 auf dem 246 Meter hohen Gallberg als Bockwindmühle erbaut und zehn Jahre später von Christoph Wilhelm Seeländer (18101859) als Holländer-Windmühle neu errichtet worden war.

Die Legende berichtet, dass der Trachauer Ortsrichter Findeisen dem Müllerburschen Trentzsch vorgeschlagen habe, eine Mühle in Trachau zu bauen, weil der Weg der Trachauer Bauern zur Boxdorfer Windmühle beschwerlich und zeitaufwendig war. Urkundlich belegt ist aber, dass am 4. April 1848 der Gemeinderat zu Trachau dem Gesuch des jungen Windmüllers Trentzsch zum Bau einer Windmühle im Dorf zugestimmt und das Sächsische Finanzministerium im gleichen Monat die Konzession dafür erteilt hatte.

Die von Karl Friedrich Trentzsch erbaute und seit 1849 von ihm auch betriebene Windmühle nebst Müllerhaus verkaufte er am 15. Februar 1853 für 2.000 Taler an Karl Traugott Göthel. In den Morgenstunden des 16. Januar 1878 brannte die Trachauer Windmühle völlig nieder.

„Trentzsch errichtete noch zwei Windmühlen (beides Holländer) auf Pieschener Flur; die eine 1853, die aber bereits 1867 den Erweiterungsbauten der Eisenbahn weichen musste. Eine zweite 1867 in unmittelbarer Nähe des heutigen Leisniger Platzes, die bis 1877 in Betrieb war und 1882 abgebrochen wurde.“[1]

1872 verkaufte Karl Friedrich Trentzsch die zuletzt genannte Mühle und erwarb ein kleines Grundstück in Kaditz. Auf ihm baute er sich ein Haus und eröffnete darin eine Gaststätte. Sie stand dort, wo sich heute das Theaterhaus „Rudi“ befindet.

Laut Sterberegister der Kaditzer Emmauskirche verstarb Tretzsch am 2. Februar 1887: "Trentzsch, Karl Friedrich, Restaurateur und Ehemann, am 2. Februar 1887, 1/2 9 Uhr vormittags im Alter von 65 Jahren, 2 Monaten und 8 Tagen gestorben. Er hinterläßt eine Ehefrau, drei Söhne und fünf Töchter." Das standesgemäße Begräbnis fand am 5. Februar 1887 statt. Sein Grab auf dem Gottesacker II B des Kaditzer Kirchhofs ist heute nicht mehr vorhanden.

Den Namen des Windmüllers und Windmühlenbauers Trentzsch trägt seit dem 27. September 1935 der Verbindungsweg zwischen Halley- und Steinheilstraße in Dresden-Trachau.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Bernhard Rackwitz (1883 – 1976), niedergeschrieben am 26. Dezember 1955 (Archiv Klaus Brendler)
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