Eduard Oskar von Reyher

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Eduard Oskar von Reyher, geboren als Eduard Oscar Reyher (* 24. Mai 1832 in Zwickau; † 25. August 1910 in Dresden) war ein königlich-sächsischer Offizier, zuletzt im Rang eines Generals der Infanterie.

[Bearbeiten] Familie

Eduard Oskar Reyher entstammte der sächsischen Familie Reyher. Bekannte Vorfahren in Zwickau waren David Reyher (15881667) und dessen Sohn Wolfgang Andreas Reyher (16261682),[1] beide ehemalige Bürgermeister zu Zwickau. Ein Carl Traugott Reyher aus Zwickau wird 1720 als Schüler am Altenburger Gymnasium erwähnt.

Eduard Oskar Reyher war mit Natalie Klothilde geb. Richter verheiratet. Das Paar hatte folgende Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Eduard Oskar Reyher schlug nach seiner Schulbildung eine militärische Laufbahn als Offizier ein und wurde im Alter von 19 Jahren zum Leutnant ernannt. Er ist erstmals 1852 im Chemnitzer Adressbuch in der Garnison-Kaserne im 5. königlich-sächsischen Infanterie-Bataillon verzeichnet.[6] 1854 wechselte er zum 7. Infanterie-Bataillon und zog in Chemnitz in die Neue Dresdner Straße 4,[7] 1856 in die dortige Große Lindenstraße 13,[8] 1857 schließlich in die Königstraße 13.[9] In Chemnitz blieb er bis 1858 und wurde danach in die Garnison im erzgebirgischen Marienberg versetzt, wo er auch zum Premier-Lieutenant befördert wurde.

Reyher kam 1866 im Rang eines Hauptmanns nach Dresden und ist erstmals im Dresdner Adressbuch von 1867 als Adjutant bei der 1. königlich-sächsischen Infanterie-Division verzeichnet. Anfangs wohnte er in Dresden in der Alaunstraße 38.[10] 1869 wechselte er in den königlichen Generalstab und zog an den Palaisplatz 6.[11] 1870/71 nahm Reyher am Deutsch-Französischen Krieg mit dem XII. Armeekorps unter Führung von Kronprinz Albert teil. Nach der siegreichen Schlacht bei Beaumont am 30. August 1870 ist er auf einem Gemälde zusammen mit den beiden sächsischen Prinzen und dem Generalstab zu sehen.[12] Am 15. September 1870 übernahm Reyher als Vertretung von Friedrich Emil Wilhelm von Zezschwitz die Dienststellung als Generalstabschef des XII. Sächsischen Armeekorps. Diese Funktion übte er bis zum 26. November desgleichen Jahres aus.[13]

Reyher wurde 1871 zum Major befördert, erhielt mehrere hohe Auszeichnungen, arbeitete weiter im sächsischen Generalstab und zog nach dem Krieg in Dresden an den Kaiser-Wilhelm-Platz 6.[14] 1875 wurde Reyher zum Oberstleutnant befördert und übernahm als Kommandeur das 3. Bataillon des königlich-sächsischen Schützenregiments Nr. 108.[15] Am 18. Juni 1878 wurde Eduard Oskar Reyher vom sächsischen König Albert in den erblichen Adelsstand erhoben. 1883 war er im Rang eines Oberst Kommandeur des 3. Infanterie-Regiments Nr. 102 in Zittau [16] und wohnte dort in der Frauenthorstraße 15.[17]

1886 wurde von Reyher nach Leipzig versetzt, wo er im Rang eines Generalmajors Brigadekommandeur wurde.[18] Am 1. August 1889 übernahm von Reyher von Franz Friedrich von Rudorff den Posten des Kommandeurs der 1. Königlich Sächsischen Division Nr. 23.[19] Gleichzeitig wurde er zum Generalleutnant befördert, durfte nun für sich und seine Ehefrau den Ehrentitel "Exzellenz" tragen und zog in die Löwenstraße 5.[20] Die Dienststellung des Divisionskommandeurs des sächsischen Großverbandes hatte übergab von Reyher am 30. Juni 1894 an seinen Nachfolger Curt von Raab und wurde als Generalleutnant z.D. (zur Disposition) in den vorläufigen Ruhestand versetzt. Für seine Verdienste wurde er noch 1895 in den Dienstrang eines Generals der Infanterie z.D. befördert.[21]

Von Reyher wohnte zuletzt in der Schillerstraße 41, wohin er 1894 gezogen war.[22] Er wurde auf dem Inneren Neustädter Friedhof beerdigt.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

  • Ritterkreuz I. Klasse mit Kriegsdekoration des königlich-sächsischen Verdienstordens
  • Eisernes Kreuz 1. Klasse
  • Ritterkreuz des königlich-württembergischen Militär-Verdienstordens
  • Komturkreuz des königlich-bayrischen Militär-Verdienstordens
  • Großkreuz mit Stern des königlich-griechischen Erlöserordens
  • Königlich-preußischer Kronenorden II. Klasse
  • Königlich-preußischer Roter-Adler-Orden II. Klasse mit dem Stern

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Epistolae ad Daumium: Katalog der Briefe an den Zwickauer Rektor Christian Daum (1612–1687), Lutz Mahnke, 2003, Harrassowitz-Verlag Wiesbaden, Online-Leseprobe auf Google Books, S. 71, ISBN 3-447-04577-9
  2. Datensatz zu Heinrich Reyher im Forum Ahnenforschung
  3. Adressbuch Dresden 1882, SLUB, S. 334
  4. Adressbuch Dresden 1883, SLUB, S. 342
  5. Rudolf W.L. Jacobs: Reichards berühmte Verwandtschaft auf blog.familienarchiv-jacobs.de
  6. Adressbuch Chemnitz, SLUB, S. 107
  7. Adressbuch Chemnitz 1855, SLUB, S. 114
  8. Adressbuch Chemnitz 1857, SLUB, S. 136
  9. Adressbuch Chemnitz 1858, SLUB, S. 154
  10. Adressbuch Dresden 1867, SLUB, S. 246
  11. Adressbuch Dresden 1870, SLUB, S. 256
  12. Die neueren Gemälde. (Woermann 1887) auf Wikisource
  13. Das XII. Armeekorps auf /wiki-de.genealogy.net
  14. Adressbuch Dresden 1872, SLUB, S. 273
  15. Adressbuch Dresden 1876, SLUB, S. 320
  16. KLEINES STAATSHANDBUCH des Reichs und der Einzelstaaten 1883 auf archive.org
  17. Adressbuch Zittau 1883, SLUB, S. 219
  18. Adressbuch Leipzig 1887, SLUB, S. 376
  19. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „23. Division (1. Königlich Sächsische)“
  20. Adressbuch Dresden 1890, SLUB, S. 511
  21. Adressbuch Dresden 1896, SLUB, S. 680
  22. Adressbuch Dresden 1895, SLUB, S. 650
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