Am Anger

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Am Anger ist der Name einer etwa 600 Meter langen Straße im Stadtbezirk Prohlis. Sie ist als „sonstige Straße“ eingestuft und erstreckt sich zwischen der Tornaer Straße und der Prohliser Straße. Der Verkehrsweg (einschließlich seiner auffälligen 90-Grad-Kurve am südlichen Ende) wurde bereits 1785 in Blatt 283 der Meilenblätter von Sachsen eingezeichnet. In einem Flurplan von 1873 führt er als namenloser "Communicationsweg" vom alten Dorfkern von Prohlis in nordwestlicher Richtung zum ebenfalls noch namenlosen Communicationsweg nach Torna. In einem Stadtplan von 1927 erscheint dann der Name „Am Anger“.[1][2] Seit 1928 steht die Straße im Adressbuch. Sie führte damals allerdings als Straße nur entlang der neuen Wohnsiedlung, die zwischen 1926 und 1930 aus Holzhäusern errichtet wurde. Der Torweg führt von der Straße in diese Siedlung.

Weiter nach Südosten schlossen sich zwei etwa 1873 aufgeschlossene Ziegeleigruben an. Die Grube Gottschalch wurde nach Betriebsende wieder verfüllt, an ihrer Stelle säumen heute Schrebergärten die Straße. Die benachbarte Grube Kunath entging der Zuschüttung, weil das teils spontan renaturierte, teils von den letzten Besitzern Ernst und Hugo Kunath parkähnlich rekultivierte Gelände unter der Bezeichnung „Naturpark Prohlis“ überregionale Bekanntheit und Wertschätzung erlangte. Es wurde 1973 und nochmals 1985 als Flächennaturdenkmal „Ziegeleigrube Prohlis“ unter Schutz gestellt. 2006 erfolgte die Zusammenlegung mit zwei südlich der Dohnaer Straße gelegenen FND zum Naturschutzgebiet „Ziegeleigruben Prohlis und Torna“. Das Prohliser Teilgebiet ist aus Sicherheitsgründen eingezäunt und nicht zugänglich. Auf einer separat abgegrenzten Teilfläche, etwas zurückgesetzt von der Straße, haust seit 2006 die Außenstelle „Alte Ziegelei“ des Umweltzentrum Dresden e.V. mit der Adresse Am Anger 18. (Die ehemalige Ziegelei und das nach 1970 abgerissene Wohnhaus an selbiger Stelle hatten dagegen die Adresse Dohnaer Straße 121.)

Die nördliche Straßenseite blieb lange Zeit unbebaut. Nahe der Tornaer Straße grenzt sie an das Gelände des Julius-Ambrosius-Hülße-Gymnasiums. Etwa 1935 wurde der Meisenweg als Verbindung zur Prohliser Straße angelegt. Erst in der Zeit nach etwa 1960 wurden Wohnhäuser in Großblockbauweise an der Straße gebaut. Am südlichen Ende der Straße neben dem Heimat- und Palitzschmuseum Prohlis wurden um 1980 zwei 17geschossige Wohnhochhäuser errichtet, eins davon (Nr. 20) bereits 2005 wieder abgerissen[3].

[Bearbeiten] Adressen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

  1. Themenstadtplan Dresden, Einstellung Grundkarten / Historische Karten: Berliner Meilenblätter (1781-1810); Historische Karte 1927
  2. Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (Hrsg.): Von der Ziegelei zum Flächennaturdenkmal. Dresden, 2007, S. 4
  3. Themenstadtplan Dresden, Einstellung Grundkarten / Luftbilder: vergleiche Orthophotos 2003/2004 und Orthophotos 2006/2007
  4. Umweltzentrum Dresden e.V., Locations
  5. Fernsprechbuch Bezirk Dresden 1988, S. 246
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