Königlich-Sächsisches Mengs'isches Museum

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Das Königlich-Sächsisches Mengs'isches Museum war eine Sammlung von "Gypsen" (Gipsabgüssen) antiker Skulpturen, welche 1786 aus der Sammlung "Mengs'scher Gypse" entstand und sich von 1794 bis 1857 im Stallgebäude befand. Sie wurde zunächst (bis 1806) als kurfürstliche Sammlung angelegt.

1783 konnte durch den sächsischen Kurfürst Friedrich August der Gerechte die 833 Stücke umfassende Sammlung des 1779 in Rom verstorbenen Anton Raphael Mengs erworben werden. Mengs Schwester, die Malerin Theresa Concordia Maron (* 1725 in Aussig/Nordböhmen; † 10. Oktober 1806 in Rom), verkaufte diese kunsthistorisch wertvolle Skulpturensammlung und der in Rom lebende Bildhauer Alexander Trippel (* 23. September 1744 in Schaffhausen; † 24. September 1793 in Rom), bekannt durch zwei Goethe-Büsten, verpackte sie.

Im Frühjahr 1784 erreichten die Gipsabgüsse in 96 Kisten über den Wasserweg Dresden und wurden nach der Aufbereitung ab 1786 zunächst im damaligen Gemäldesaal des Brühlschen Gartens aufgestellt, zu dem aber nur sehr begrenzt öffentlicher Zutritt bestand.

Am 24. August 1794 wurde für die Mengs'sche Sammlung ein eigens dazu bereiteter Saal unter der Bildergalerie im ehemaligen Stallhof für die Sammlung eröffnet.[1]

Bereits 1794, dem Eröffnungsjahr der neuen Austellung, arbeitete der damalige Inspector der Gipsantikengallerie, Johann Gottlob Matthäi (* 17. Juli 1753 in Meißen; † 4. April 1832 in Dresden)[2], den Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques[3] mit dutzenden Tafeln der Statuen und Reliefs aus.[4] Matthaey war bis dahin Modelleur an der Meißner Porzellanmanufaktur und zog 1794 mit seiner Familie nach Dresden[5] um, wo er in direkter Nachbarschaft der Ausstellung lebte.[6] Nur ein Jahr vor seinem Tod gab Johann Gottlob Matthäi 1831 noch das Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps in der Arnoldischen Buchhandlung in deutscher Sprache heraus[7].

Das Königlich-Sächsische Mengs'ische Museum wurde 1857 nach 63 Jahren im Stallhof aufgelöst und wie zwei Jahre zuvor schon die Gemälde ebenfalls in den Semperbau des Zwingers gebracht.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, S. VI: Von hier [dem Brühlschen Garten] nahm sie der Vorsteher der Sammlung in Empfang und brachte sie in den eigens dazu bereiteten Saal unter der Bildergalerie, welcher am 24. August 1794 eröffnet wurde. Er hatte sich hierbei gleichsam eine Geschichte der idealisirten Menschengestalt gedacht, von ihrem ersten Entfalten (schlafender Genius Nr. 1) bis zu ihrer Vollendung (in der Venus, Juno, Agrippina, in den Heroen, Göttern) und in's höchste Alter (Zeno).
  2. Auch: Johann Gottlob Matthaey
  3. Die Tafeln dieses Catalogue des jets des stuc des plus excellentes antiques en figures, bas-reliefs, tetes, mains, pies etc. que Son Altesse-Serenissime Electorale de Saxe, Frederic Auguste a achete de Roma von Johann Gottlob Matthaey (par Jean Gottlob Matthaei) sind abgedruckt in: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hrsg.): Die Sammlungen der Gipsabgüsse von Anton Raphael Meng in Dresden, München 2006, S. 124-167. = Moritz Kiderlen, Die Sammlung der Gipsabgüsse von Anton Raphael Mengs in Dresden. Katalog der Abgüsse, Rekonstruktionen, Nachbildungen und Modelle aus dem römischen Nachlass des Malers in der Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 2006.
  4. Vgl. Zitate aus Martin Flashar: Wohl die größte Abgußsammlung der Welt..., in: Antike Welt, Jahrgang 1999, Nr. 6, S. 569-576, auf museanum.net, mit zwei Bildtafeln.
  5. Die Familie wohnte zunächst Neue Gasse 171 (Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 224), dann Neumarkt 571 (Adressbuch der Stadt Dresden, 1799).
  6. Sein damals sechzehnjähriger Sohn Karl Ludwig Matthäi, geboren am 21. März 1778 in Meißen, besuchte die Kunstakademie Dresden ab 1794, u. a. bei dem Architekten Gottlob August Hölzer, wurde Bildhauer, Baumeister und Schriftsteller und starb am 9. August 1848 in Dresden.
  7. Johann Gottlob Matthaey: Verzeichniss der im königl. sächs. Mengs'ischen Museum enthaltenen antiken und modernen Bildwerke in Gyps, Dresden und Leipzig in der Arnoldischen Buchhandlung, 1831, Werkansicht in der SLUB, Titelkupfer, Titel, Vorwort, Freistehend an und zwischen den Säulen. Dem Haupteingange gegenüber, An der Wand zur Linken vom Haupteingange, Reliefs mit vorstehenden Figuren. Im ersten Fenster, Erster Fensterpfeiler. Altoreliefs im zweiten Fenster, Zweiter Fensterpfeiler. Altoreliefs im dritten Fenster, Dritter Fensterpfeiler, Hautreliefs im vierten Fenster, Vierter Fensterpfeiler, Hautreliefs im fünften Fenster, Am fünften Fensterpfeiler. Hautreliefs im sechsten Fensterpfeiler, Sechster Fensterpfeiler. Hautreliefs im siebenten Fenster, Siebenter Fensterpfeiler. Hautreliefs im achten Fenster, Achter Fensterpfeiler, Hautreliefs im neunten Fenster, Neunter Fensterpfeiler, Hautreliefs im zehnten Fenster, In der Ecke zwischen dem zehnten und eilften Fenster. Unter Glas, An der obern Thürwand, Im dreizehnten Fenster, Der erste Tisch. An der Wand. Der zweite Tisch, An der Wand, Auf dem dritten Tische, Auf dem vierten Tische, An der Wand. Auf dem fünften Tische, An der Wand. Im dreizehnten Fenster, Am Fensterpfeiler, Im vierzehnten Fenster. Am Fensterpfeiler, Am fünfzehnten Fenster, links, Am Fensterpfeiler, Im sechszehnten Fenster. Am Fensterpfeiler, Büsten auf dem sechsten Tische, An der Wand, Büsten des siebenten Tisches, An der Wand. Das siebenzehnte Fenster, An der Haupteingang-Wand. Vom obern Eingange zum Jüdenhofe herunter. Auf einer Stellage, Statuen und Köpfe auf Postamenten und Tragsteinen, Anzeige für Reisende, Verzeichniss der in Rom, Florenz und Neapel aufgestellten antiken Gruppen, Figuren und Brustbilder (in französischer Sprache).
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