Georg Marche

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Georg Marche, auch George Marché, Georgius Marchius (* 9. April 1603 in Kamenz; † 7. Dezember 1653 in Dresden) war ein kurfürstlich-sächsischer Hofapotheker und Ratsherr der Stadt Dresden.

[Bearbeiten] Familie

Georg Marche entstammte der über viele Jahrhunderte bürgerlichen Familie Marche, die eine Reihe von Offizieren, hohen Beamten und Würdenträgern hervorbrachte. Marche begründete auch eine Apothekerdynastie, so dass noch mindestens bis in das 19. Jahrhundert Apotheken von Familienmitgliedern in Sachsen, Thüringen und Preußen geführt wurden.

Marche war der Sohn seines gleichnamigen Vaters Georg Marche († 14. Februar 1603 in Kamenz), dem Konrektor der Kamenzer Schule und dessen Ehefrau Maria geb. Schmied, Tochter des Steinmetzes in Altendresden, Johann Schmied.

Georg Marche heiratete am 15. Mai 1632 in der Dresdner Kreuzkirche Sophie geb. Dietrich († nach 1669), Tochter des kursächsischen Hofriemers und Viertelmeisters zu Dresden, Wolfgang Dietrich. Das Paar hatte fünf Kinder, zwei Söhne und drei Töchter:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Bereits während seines Schulbesuches in Kamenz eignete sich Marche die lateinische Sprache an. Da seiner Mutter das Geld für ein höheres Studium fehlte, begann er 1617 eine Lehre beim Kamenzer Stadtapotheker Leopold Beuscher, die er 1622 beendete.

Nach seiner Lehre begab er sich in das damalige Fürstentum Anhalt nach Köthen in die dortige Hofapotheke von Johann Vierthaler, wo er als Geselle ein dreiviertel Jahr arbeitete. Danach arbeitete er als Geselle in der fürstlichen Hofapotheke im sächsischen Altenburg, anschließend auch bei einer fürstlichen Reiseapotheke.

1625, im Alter von nur 22 Jahren ging Marche nach Dresden, wo er aufgrund der ihm ausgestellten hervorragenden Zeugnisse als Geselle in der kursächsischen Hofapotheke von Johann Wechniger angestellt wurde. Damit übernahm er auch die Herstellung von Arzneien für die damaligen fünf kursächsischen Leibärzte und Doktoren Jacob Cocci, David Faber, Balthasar Hahn, Rupert Sultzberger und Peter Heygi. Marche arbeitete als Geselle bis 1632 sowohl in Dresden, als auch auf Reisen in Begleitung des kursächsischen Hofes.

1632 übernahm Marche pachtweise die sogenannte Vogel-Apotheke in Dresden, bemerkte aber nach vier Jahren, dass er ohne einen Gehilfen diese Apotheke nicht allein fortführen konnte. Am 29. September 1638, zu Michaelis jenes Jahres wurde er vom sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. zum Hofapotheker bestallt.

Mit Wirkung vom 1. Mai 1641 wurde Marche als Senator in den Rat der Stadt Dresden aufgenommen. Er war damit neben Salomon Voigt, der ebenfalls als neuer Rat aufgenommen wurde, einer der 12 Ratsherren neben den Herren Werner, Otto, Gumprecht, Hillger, Schwedler, Heyman, Leister, Scheffer, Beinrodt und Schumann.[3] In diesem Amt verblieb Marche 12 Jahre und 31 Wochen.

15 Wochen vor seinem Tod wurde Marche aufgrund von heftigen Gliederschmerzen, die er früher bereits mehrmals hatte, bettlägerig. Hinzu kamen Magenbrennen und Herzbeschwerden sowie am 3. Dezember 1653 ein anfallartiges Auftreten seiner Krankheitserscheinungen, wovon er sich noch einmal kurz erholte, aber vier Tage später nachmittags gegen 15 Uhr verstarb.

Die Predigt zu seinem Tod hielt Dr. Jakob Weller. Sie ist als Druck von 1654 erhalten und digitalisiert.[4]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Christophorus Buleae: Hiskiae Qverela Et Medela: Leich-Predigt ... Frau Dorotheen geb. Marchin, Digitalisat auf Google Books
  2. Datensatz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  3. Otto Richter: Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte der Stadt Dresden: Bd. Verfassungsgeschichte der Stadt Dresden, 1885, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 431ff.
  4. Johann Andreas Gleichen: Annales Ecclesiastici, Oder Gründliche Nachrichten der Reformations-Historie ..., Dresden 1730, Digitalisat auf Google Books, S. 232

[Bearbeiten] Weblinks

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