Chiappone

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Chiappone war im 19. Jahrhundert ein typischer Name für italienische Lokale, die sogenannten Italienerläden, und so gab es auch in der Dresdner Altstadt in der Schloßstraße eines, gleich in der Nähe des Dresdner Schlosses. Für seine Zeit war das als unscheinbar beschriebene Lokal ziemlich teuer, aber auch beliebt, und mittlerweile ist es auch berühmt. Hier trafen sich unter anderem der Komponist Carl Maria von Weber und die Dichter Ludwig Tieck und Friedrich Kind nebst Freunden am Abend nach der Oper. Auch der Philosoph Arthur Schopenhauer kehrte in seiner Dresdner Zeit immer wieder in diesem Lokal ein, um gesellig, wenn auch nicht gemütlich die Themen des Tages zu diskutieren. Der „Dresdner Liederkreis“ veranstaltete in den Räumlichkeiten seine Treffen. Das Lokal bestach mit exzellenten Delikatessen und guten ausländischen Weinen. An den Decken und auf den Tischen sah man Salami di Verona, Trüffelwürste, Pommersche Gänsebrüste, Bayonner Schinken, Lachse, Seefische, Südfrüchte, Terrines aux truffes du Perigord, Kaviarfäßchen und gewaltige grüne Käseglocken.

[Bearbeiten] Familiäre Hintergründe

Caroline Bertha Chiappone und Karl Anton Franz Pusinelli

Die Familie Chiappone ist eine alte italienische Familie von Seidenfabrikanten aus Civate am Comer See. Caroline Bertha Chiappone, geboren am 10. Juni 1821 in Dresden, verheiratet am 6. Juni 1842 mit Anton Pusinelli in Dresden, gestorben am 16. August 1887 in Dresden. Ihr Vater war der Besitzer des Chiappone.

Die Familie Pusinelli stammt weltweit nur aus Nesso am Ostufer des Comer Sees (Italien). Carlo Francesco Antonio Pusinelli (1790-1848) war ein Kaufmann. Karl Anton Franz Pusinelli, Dr. med. Kgl. Sächs. Geh. Hofrat, geboren 10. Januar 1815 in Dresden, gestorben 31. März 1878 in Dresden, Freund und Gönner des Komponisten Richard Wagner[1], wohnte damals in der Feldgasse 6 parterre[2].

In Dresden gab es noch weitere Italiener-Handlungen, die mit Pusinelli und Chiappone verwandt sind, etwa Sala und Brentano.[3]

[Bearbeiten] Quellen

  1. Wagner, Richard: The Letters of Richard Wagner to Anton Pusinelli. Translated and edited with critical notes by Elbert Lenrow. New York 1972.
  2. Adreß- und Geschäftshandbuch der königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden
  3. Ahnenforschung Stefan Pusinelli (www.stefanpusinelli.de, Bayerischer Landesverein für Familienkunde e.V.)

[Bearbeiten] Weblinks

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