William Abendroth

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Prof. Dr. phil. Gustav William Abendroth (* 10. Juli 1838 in Pirna; † 2. März 1908 in Dresden) war ein deutscher Mathematiker, Physiker und Lehrer, zuletzt als ehemaliger Konrektor der Kreuzschule im Rang eines königlich-sächsischen Studienrates.

[Bearbeiten] Familie

Gustav William Abendroth entstammte der heute noch weit verzweigten und ursprünglich aus dem mitteldeutschen Scheibenberg im Erzgebirge stammenden Familie Abendroth. Ein Ast der Familie wurde bereits 1793 mit dem Rittergutsbesitzer auf Kössern, Christian Friedrich Abendroth (17441811) in den erblichen Adelsstand erhoben.[1] Bereits im 18. Jahrhundert entstand auch in Hamburg ein Zweig der Familie mit dem dortigen Juristen und Bürgermeister Amandus Augustus Abendroth (17671842).[2] William Abendroth entstammte dem sächsischen Hauptast, wovon sich mit Williams Großvater, dem Apotheker Johann Georg Gottlieb Abendroth (17721837) als Stammherrn ab 1800 ein Zweig in Pirna und in Dresden abspaltete. Weitere bekannte Vertreter des Pirnaer Zweiges waren u.a.:

Außerdem studierten folgende, weitere Familienmitglieder aus Pirna an der Universität Leipzig:

William Abendroth war der Sohn des sächsischen Juristen, Stadtrichters, später Land- und Bezirksgerichtsrates zu Pirna, Gustav Adolph Abendroth (* 26. Juli 1809 in Pirna; † 24. Februar 1868 ebenda)[7][8] und dessen Ehefrau Pauline Friederike geb. Hager.[9] Abendroth war mit Johanna Elisabeth Abendroth († 1937 in Dresden)[10] verheiratet. Das Paar hatte mehrere Kinder, u.a.:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

William Abendroth genoss seinen ersten Unterricht in der Bürgerschule zu Pirna, der damit verbundenen Selecta und kam Ostern 1852, im 14. Lebensjahr auf die Fürstenschule St. Afra nach Meißen.

Abendroth studierte ab Ostern 1858 Mathematik und Naturwissenschaften an der Universität in Leipzig. Während seines Studiums arbeitete er auch als studentische Hilfskraft (Famulus) bei den beiden Mathematikern August Ferdinand Möbius und Hermann Hankel. Im November 1862 bestand Abendroth das Examen für Kandidaten des höheren Schulamts und promovierte wenig später zum Doktor der Philosophie (Dr. phil.). In Leipzig war zudem Mitglied der 1853 gegründeten Studentenverbindung Leipziger Burschenschaft Dresdensia.

Direkt nach dem Neujahrstag 1863 begann Abendroth seine Tätigkeit als Probelehrer am Vitzthumschen Gymnasium in Dresden. Er ist erstmals 1864 als Dr. phil. und als Lehrer in der Struvestraße 18 verzeichnet.[13] Im gleichen Jahr wechselte er als Gymnasiallehrer für Mathematik und Naturwissenschaften an die Dresdner Schule zum heiligen Kreuz und zog in die Mathildenstraße 12.[14] 1868 wurde Abendroth an der Kreuzschule zum Oberlehrer ernannt. Außerdem zog er in die Prager Straße 29,[15] 1872 in die Ammonstraße 83,[16] 1874 in die Schnorrstraße 25.[17]

1876 erhielt Abendroth an der Kreuzschule den Titel eines Professors,[18] 1883 wurde er Konrektor an dieser Schule.[19] 1882 stand Abendroth im Kontakt mit mit dem Meteorologen und Klimatologen Gustav Hellmann.[20] Abendroth zog am 1. April 1897 in die Strehlener Straße 53,[21] wo er bis zu seinem Tod wohnte. 1905 wurde er zum königlich-sächsischen Studienrat ernannt.[22] Abendroth unterrichtete bis 1907 und ging aufgrund gesundheitlicher Probleme im gleichen Jahr in Pension. Er wurde auf dem Johannisfriedhof in Tolkewitz beerdigt.

Abendroth war spätestens seit April 1870 Mitglied der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft ISIS und des Vereins für Erdkunde in Dresden.[23]

[Bearbeiten] Werke und Veröffentlichungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Justus Perthes: Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, 1911, 5. Jahrgang, Digitalisat der ULB Düsseldorf, S. 14
  2. Familie Abendroth auf www.nachlassdatenbank.de
  3. Datensatz auf histbest.ub.uni-leipzig.de
  4. Buch von Robert Abendroth auf Worldcat
  5. Liste der Persönlichkeiten der Stadt Pirna auf www.deutschland-informativ.de
  6. Die Matrikel der Universität Leipzig, 1809 bis 1909, Personenregister der Teilbände I bis VII, Band 1, A-K, herausgegeben von Jens Blecher und Gerald Wiemers Online auf vdg-weimar.de
  7. Datensatz auf Geni, abgerufen am 31.5.2019, Todesjahr falsch, siehe 2. Quelle
  8. Todesnachricht in Miscellen in: Theodor Tauchnitz: Zeitschrift für Rechtspflege und Verwaltung, zunächst für das Königreich Sachsen, Band 30, Leipzig 1868, Digitalisat auf Google Books, S. 533
  9. Datensatz auf Gedbas, abgerufen am 31.5.2019
  10. Letztmalig im Adressbuch Dresden 1937, SLUB, S. 145
  11. Friedrich Wilhelm Abendroth auf geb.uni-giessen.de
  12. Adressbuch Dresden 1943/44, SLUB, S. 104
  13. Adressbuch Dresden 1864, SLUB, S. 29
  14. Adressbuch Dresden 1865, SLUB, S. 25
  15. Adressbuch Dresden 1869, SLUB, S. 23
  16. Adressbuch Dresden 1873, SLUB, S. 23
  17. Adressbuch Dresden 1875, SLUB, S. 23
  18. Adressbuch Dresden 1877, SLUB, S. 23
  19. Adressbuch Dresden 1884, SLUB, S. 29
  20. Findbuch Sammlung Darmstaedter im Kalliope-Verbund
  21. Adressbuch Dresden 1897, SLUB, S. 45
  22. Adressbuch Dresden 1906, SLUB, S. 125
  23. Bestandsliste des Sickel-Nachlasses am Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Online-pdf auf www.geschichtsforschung.ac.at

[Bearbeiten] Weblinks

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