Karl August Weigandt

Stadtwiki Dresden - Freiraum für Ideen und Wissen über Dresden
Wechseln zu: Navigation, Suche

Karl August Weigandt, anfangs auch Carl August Weigand (* 10. Dezember 1851 in Freiberg; † 17. Februar 1912 in Dresden) war ein sächsischer Unternehmer, Kaufmann und Händler, königlich-sächsischer Hoflieferant und ehemaliger Stadtrat von Dresden.

[Bearbeiten] Familie

Karl August Weigandt entstammte der Freiberger Familie Weigand. In den Freiberger Adressbüchern von 1853 und 1855 sind dort der Schuhmacher Karl August Weigand, wahrscheinlich sein Vater, sowie der Ökonom Karl Friedrich Weigand, wahrscheinlich sein Onkel verzeichnet. Beide waren auch Hausbesitzer in der dortigen Fischergasse 61 bzw. 62.[1] Ab den 1870er Jahren schrieb sich die Familie im Nachnamen mit "dt", also Weigandt.[2]

Karl Weigandt war spätestens seit 1876 mit Emilie Juliane Lisbeth Weigandt geb. Jentzsch († 1917 in Dresden)[3] verheiratet. Seine Ehefrau war anfangs Teilhaberin des "Putz- und Modewarengeschäfts Lisbeth Weigandt & Co"., zusammen mit Bertha Jentzsch geb. Eger.[4] Ihr Geschäft befand sich zu Beginn in der Wilsdruffer Straße 39 in der Dresdner Altstadt. Ab 1879 befand sich das Geschäft in der Schloßstraße 1 mit dem Eingang in der Wilsdruffer Straße 47.[5] Ab 1881 wurde Lisbeth Weigandt zur königlichen Hoflieferantin der Prinzessin von Preußen, der Tochter von Friedrich Leopold von Preußen ernannt, wobei sie zu diesem Zeitpunkt alleinige Inhaberin der "Firma Lisbeth Weigandt & Co." war. 1888 trat ihre Schwester Alwine Liddy geb. Jentzsch verw. Sandig als Teilhaberin in das Modegeschäft von Lisbeth Weigandt ein.[6]

Ab 1902 ist der gemeinsame Sohn des Ehepaares, Hans Leonhard Gustav Carl Weigandt, der ebenfalls eine Lehre als Kaufmann einschlug, als Prokurist der "Firma Carl Weigandt" verzeichnet.[7] Nach dem Tod seines Vaters wurde er Inhaber der "Gummiwarenhandlung Carl Weigandt" und damit ebenfalls königlich-sächsischer Hoflieferant. 1912, im Todesjahr seines Vaters wurde er mit der königlich-sächsischen Landwehr-Dienstauszeichnung 2. Klasse ausgezeichnet. Er wohnte zu dieser Zeit in der Kügelgenstraße 45.[8]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Karl Weigandt ist erstmals im Dresdner Adressbuch von 1875 als Prokurist der "Firma Friedrich Carl Bäumcher" verzeichnet. Er wohnte anfangs in der Blasewitzer Straße 15,[9] zog aber bereits 1876 in die Wilsdruffer Straße 39 zu seiner Ehefrau. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Firma von Weigandt in "Bäumcher & Co." umbenannt. 1879 zogen die Eheleute Weigandt in die Marschallstraße 49.

1881 wurde Weigandt Mitinhaber der "Firma Bäumcher & Co" und zog gleichzeitig in die Moritzstraße 12. Seine Ehefrau wurde mit ihrem Modegeschäft im gleichen Jahr königliche Hoflieferantin.[10] Bereits eineinhalb Jahre später, am 1. April 1883 zog die Familie Weigandt in eine Wohnung im zweiten Obergeschoss in der Marschallstraße 44.[11] Ebenfalls 1883 verlegte Weigandt die Geschäftsräume seiner Firma in die Ostraallee 11.[12] 1885 zog Weigandt privat abermals um, diesmal in die Steinstraße 20.[13]

1887 gründete Weigandt seine eigene "Firma Carl Weigandt", eine Gummiwarenhandlung speziell für sogenannte "Gummiwäsche", zuerst ebenfalls in der Schloßstraße 1 bei seiner Ehefrau, ab dem 1. April 1888 in der König-Johann-Straße 7.[14] 1891 wurde Karl Weigandt Mitglied des Dresdner Stadtrats.[15] Diese Tätigkeit übte er bis zu seinem Tod, mit einer Unterbrechung in den Jahren 1903/04 aus.[16] Weigandt betätigte sich in dieser Zeit aber weiterhin im gesellschaftlichen Leben, so u.a. im Ausschuss zur deutschen Städteausstellung 1903, wo er Vorsitzender der Ausstellung der Gewerbetreibenden war.[17]

1894 hatte Weigandt seine Geschäftsräume in der Johannesstraße 12 und ab dem 1. April 1895 auch eine Filiale in der König-Johann-Straße 19.[18] Noch im gleichen Jahr eröffnete er eine weitere Filiale für seine Gummiwarenhandlung in der Annenstraße 9.[19] 1900 wurde Weigandt zum königlich-sächsischen Hoflieferanten ernannt. Ab dem gleichen Jahr war er außerdem königlicher Lotterie-Kollektor.[20] 1905 zog Weigandt mit seiner Frau privat nach Striesen, in eine Wohnung im ersten Obergeschoss in der Krenkelstraße 7,[21] wo er bis zuletzt wohnte. Zuletzt hatte er Geschäftsräume seiner Gummiwarenhandlung in der Ringstraße 52 und in der Johannesstraße 7.[22]

Weigandt starb im Friedrichstädter Krankenhaus und wurde auf dem Johannisfriedhof in Tolkewitz beerdigt.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch Freiberg 1853, SLUB, S. 59
  2. Adressbuch Freiberg 1876, SLUB, S. 105
  3. Letztmalig im Dresdner Adressbuch 1917, SLUB, S. 912
  4. Bertha Jentzsch war wahrscheinlich die Mutter von Lisbeth Weigandt. Dresdner Adressbuch 1877, SLUB, S. 434
  5. Adressbuch Dresden 1880, SLUB, S. 482
  6. Adressbuch Dresden 1889, SLUB, S. 1640
  7. Adressbuch Dresden 1903, SLUB, S. 892
  8. Adressbuch Dresden 1913, SLUB, S. 1171
  9. Adressbuch Dresden 1875, SLUB, S. 412
  10. Adressbuch Dresden 1882, SLUB, S. 443
  11. Adressbuch Dresden 1883, SLUB, S. 455
  12. Adressbuch Dresden 1884, SLUB, S. 473
  13. Adressbuch Dresden 1886, SLUB, S. 560
  14. Adressbuch Dresden 1888, SLUB, S. 1888
  15. Adressbuch Dresden 1892, SLUB, S. 757
  16. Adressbuch Dresden 1904, SLUB, S. 1045
  17. Die deutsche Städteausstellung auf archive.org
  18. Adressbuch Dresden 1895, SLUB, S. 870
  19. Adressbuch Dresden 1896, SLUB, S. 909
  20. Adressbuch Dresden 1901, SLUB, S. 830
  21. Adressbuch Dresden 1906, SLUB, S. 1077
  22. Adressbuch Dresden 1912, SLUB, S. 1150
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge