Johann Alfred von Zahn

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Johann Alfred von Zahn in seiner Zeit als Landtagsabgeordneter
Wappen der Adelsfamilie von Zahn von 1829

Johann Alfred von Zahn (* 9. September 1839 in Dresden; † 16. Dezember 1910 ebenda) war ein sächsischer Jurist, u.a. als Amtshauptmann, zuletzt als Präsident des evangelisch-lutherischen Landeskonsistoriums des Königreiches Sachsen im Rang und mit Titel eines Wirklichen Geheimen Rates. Er war außerdem Abgeordneter der Zweiten Kammer des Sächsischen Landtages.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Johann Alfred von Zahn entstammte der ursprünglich aus Thüringen stammenden und weit verzweigten Familie Zahn mit dem Ahnherren Hans Zahn (16421677), Sattler und Bürger in Greußen am Kyffhäuser. Von Zahns Urgroßvater war der kurfürstlich-sächsische Kammerkommissionsrat Friedrich Benjamin Zahn (17211784), seine Großeltern väterlicherseits waren der Geheime Rat Johann Friedrich Zahn (17661841) und dessen Ehefrau Caroline Friederike geb. Lessing (17691824).

Johann Alfred von Zahn war der Sohn des Amtshauptmannes, Geheimen Rates und Ministerialdirektors Georg von Zahn (* 2. September 1811 in Dippoldiswalde; † 5. Oktober 1881 in Dresden) und dessen 1838 geheirateter Ehefrau Pauline Adelheid geb. Meyer (* 19. Mai 1814 in Lößnitz bei Schneeberg; † 30. September 1897 in Dresden). Er hatte noch eine Schwester:

Johann Alfred von Zahn heiratete am 11. Mai 1867 in Leipzig Johanna Friederike Wilhelmine von Zahn (* 25. April 1846 in Leipzig; † 19. November 1919 in Dresden). Seine Ehefrau war seine Cousine und die Tochter aus der zweiten Ehe des Leipziger Rechtsanwalts, Dr. jur. Gustav von Zahn (18061846) und dessen in Wachwitz gestorbener Ehefrau Johanna Amalie Auguste geb. Goetz (18141903). Das Paar hatte folgende Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Johann Alfred von Zahn erhielt seine höhere Schulbildung zuerst am städtischen Gymnasium in Freiberg und ab 1851 in der Kreuzschule in Dresden. Danach studierte er vom April 1857 bis Dezember 1860 Jura und Kameralistik in Leipzig, wo er im März 1860 sein juristisches Staatsexamen ablegte.

Von Zahn ist erstmals 1861 als Rechtskandidat im Dresdner Adressbuch verzeichnet und wohnte anfangs noch in der elterlichen Wohnung in der Dippoldiswaldaer Gasse 4.[2] Noch im gleichen Jahr begann er seinen juristischen Vorbereitungsdienst als Protokollant bei königlichen Gerichtsamt in Dresden.[3] Ab 1862 arbeitete er als Akzesisst in der königlichen Kreisdirektion zu Dresden.[4] Dort arbeitete von Zahn in der Kanzlei des sächsischen Bundeskommissars für die Herzogtümer Holstein und Lauenburg und wurde anschließend durch König Johann Anfang 1864 zum Referendar bei der Kreisdirektion ernannt.[5] Im Mai 1867 zog er in eine eigene Wohnung in die Poliergasse 5a.[6]

Anfang des Jahres 1868 wurde von Zahn zum Regierungsassessor bei der Dresdner Kreisdirektion ernannt.[7] Noch im gleichen Jahr wurde er zum Amtshauptmann von Glauchau sowie zum Direktor der Gesamtkanzlei der Fürsten und Grafen des Gesamthauses von Schönburg ernannt. Diese Ämter übte er bis 1873 aus.[8] Als Amtshauptmann zu Glauchau war von Zahn ebenfalls Zivilvorsitzender für die Mobilmachungsbezirke Lichtenstein (Sachsen), Meerane und Glauchau im königlichen Department des Krieges. Dazu wurde er auch während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 tätig.

Ebenfalls im gleichen Jahr, am 28. Oktober 1868 wurde von Zahn in einer Nachwahl für Adam Friedrich Ferdinand Heinrich als Abgeordneter des 37. Wahlkreises der Zweiten Kammer in den Sächsischen Landtag gewählt. Als solcher ist von Zahn auch im Staatshandbuch für das Königreich Sachsen für die Gerichtsamtsbezirke Hartenstein, Wildenfels und Lichtenstein (Sachsen) verzeichnet.[9] Das Abgeordnetenamt bekleidete von Zahn bis 1875, darüber hinaus war er von 1873 bis 1875 Zweiter Sekretär der Zweiten Kammer. Spätestens seit 1873 war er auch Direktor des evangelisch-lutherischen Gesamtkonsistoriums zu Glauchau.

1875 wurde von Zahn als Amtshauptmann nach Zittau versetzt, wo ihm bis mindestens 1878 Dr. Veit Hans Robert Schnorr von Carolsfeld, damals Regierungsreferendar und Bezirksassessor als Gehilfe zur Seite gestellt wurde. Als Amtshauptmann zu Zittau war von Zahn wieder Zivilvorsitzender, diesmal für den Mobilmachungsbezirk Zittau im königlichen Department des Krieges.[10] In Zittau wohnte er mit seiner Familie in der Augustusallee 8.[11] Von Zahn blieb bis 1884 in Zittau.

Ausschnitt aus dem Stadtplan von 1899 mit dem in Wachwitz eingezeichneten Grundstück von Zahn am dortigen Weinberg (rechter Bildrand)

Im gleichen Jahr kehrte von Zahn nach Dresden zurück, wo er zum Oberkonsistorialrat im evangelisch-lutherischen Landeskonsistorium des Königreiches Sachsen ernannt wurde und in die Christianstraße 20 zog,[12] 1888 dann dort in die Hausnummer 34.[13] Im gleichen Jahr kaufte er ein Grundstück am Wachwitzer Weinberges von dem Wachwitzer Fischer Christian Heinrich Ludwig, unweit der königlichen Villa am Königinweinberg. Er nutzte das dort 1878 errichtete Gebäude in der heutigen Pirnaer Landstraße 47 mit seiner Familie als Sommerhaus.[14] Das Nachbargrundstück (heutige Pillnitzer Landstraße 45) gehörte spätestens seit 1899 seiner Schwester Johanne Sabine von Zahn. Zu seinem 30-jährigen Dienstjubiläum als Jurist erhielt von Zahn erstmals mit dem Komturkreuz des Albrechtsordens einen der höchsten Auszeichnungen des Königreiches Sachsen.

1892 wurde von Zahn vom sächsischen König Albert zum Präsidenten des evangelisch-lutherischen Landeskonsistoriums des Königreiches Sachsen ernannt. Im gleichen Jahr zog er in die Carolastraße 2 und 3,[15] nach der Neunummerierung 1894 die Hausnummern 8 und 9.[16] Hauseigentümer war die Vitzthumsche Gymnasienstiftung. 1905 erhielt von Zahn die theologische Ehrenpromotion und daher erstmals als Doktor der Theologie (Dr. theol.) im Adressbuch verzeichnet.[17] 1906, nach 45 Jahren Dienst in der sächsischen Verwaltung erhielt von Zahn vom letzten sächsischen König Friedrich August III. den Rang und den Titel eines königlich-sächsischen Wirklichen Geheimen Rates.[18] Damit durften von Zahn und seine Ehefrau den Ehrentitel "Exzellenz" führen.

Ende 1910 wurde von Zahn als Präsident des Landeskonsistoriums unter Beibehaltung seines Rangs und der Titel in den Ruhestand versetzt. Obwohl er noch im Dezember 1910 starb, ist er noch im Dresdner Adressbuch von 1911 verzeichnet, dort als Präsident a.D. (außer Dienst). Mit seiner Pensionierung erhielt er noch die höchste Ordensstufe des Albrechtsordens, das Großkreuz, ebenso des preußischen Kronenordens. Das Amt des neuen Landeskonsistorialpräsidenten übergab er 1910 an seinen Nachfolger Franz Fürchtegott Böhme.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Datensatz auf Ancestry
  2. Adressbuch Dresden 1861, S. 266, SLUB
  3. Adressbuch Dresden 1862, S. 279, SLUB
  4. Adressbuch Dresden 1863, S. 297, SLUB
  5. Wochenblatt für merkwürdige Rechtsfälle in actenmäßigen Darstellungen aus dem Gebiete der Justizpflege und Verwaltung zunächst für das Königreich Sachsen, Neue Folge, Band 12, Leipzig 1864, Digitalisat auf Google Books, S. 96
  6. Adressbuch Dresden 1867, S. 339, SLUB
  7. Dr. Theodor Tauchnitz: Zeitschrift für Rechtspflege und Verwaltung: Zunächst für das Königreich Sachsen, Band 31, Leipzig 1868, Digitalisat auf Google Books, S. 553
  8. Archivale Sächsisches Staatsarchiv, 30575 Gesamtkanzlei Glauchau, Nr. 165, Datensatz auf www.archiv.sachsen.de
  9. Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1873, Digitalisat der Beyerischen Staatsbibliothek München, S. 206, 415, 494, 518
  10. Staatshandbuch für das Königreiches Sachsen 1875, Digitalisat der Beyerischen Staatsbibliothek München, S. 295, 383. Im gleichen Buch ist er auf Seite 57 noch als Abgeordneter des Sächsischen Landtages und als Amtshauptmann zu Glauchau verzeichnet.
  11. Adressbuch Zittau 1880, S. 197, SLUB
  12. Adressbuch Dresden 1885, S. 535, SLUB
  13. Adressbuch Dresden 1889, S. 681, SLUB
  14. Lars Herrmann: Pillnitzer Landstraße, Wachwitz, Nr. 141 in: Dresdner Stadtteile auf www.dresdner-stadtteile.de
  15. Adressbuch Dresden 1893, S. 843, SLUB
  16. Adressbuch Dresden 1895, S. 908, SLUB
  17. Adressbuch Dresden 1905, S. 1114, SLUB
  18. Adressbuch Dresden 1907, S. 1124, SLUB

[Bearbeiten] Weblinks

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