Ekbert I.

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Dieser Artikel behandelt den Ekbertiner und Herzog von Sachsen. Zu dem Brunonen und Markgrafen von Meißen siehe: Egbert I.

Ekbert I. (* um 756; † nach 811) war nach den zeitgenössischen Quellen ein fränkischer Graf, der ab 809 die fränkische Grenzfestung Esesfelth im 804 endgültig eroberten sächsischen Nordalbingien erbauen ließ und militärisch befehligte. Die Burg Esesfelth wurde über einer Sachsenburg aus dem 7. Jahrhundert errichtet und war die erste fränkische Burg nördlich der Elbe bei den sächsischen Nordliudi (auch: Nordleudi) noch vor der erst 834 ersterwähnten Hammaburg. Am 15. März 809 begannen sächsische Legaten und Grafen mit der Errichtung der Burg Esesfeld. Da sie von Ekbert befehligt wurden, wurde er später (um 870) auch als Dux (=Herzog (von Sachsen)) bezeichnet. Demnach war Ekbert einer der führenden Vertreter der Fränkischen Ostexpansion seiner Zeit.

Ekbert war im südlichen Westfalen zwischen Rhein und Weser begütert. Hieraus wird oft geschlossen, daß er ein Sachse (Westfale) gewesen sein muß. Allerdings wird dabei verkannt, daß Kaiser Karl der Große seine Getreuen üblicherweise mit Land in den neu eroberten Gebieten beschenkte. Außerdem ist es unwahrscheinlich, daß der Kaiser einen Sachsen an die Spitze seiner Militärverwaltung gesetzt hat. Erst fünf Jahre zuvor hatte er noch in dem Feldzug von 804 etwa 4.000 Stammeskrieger der sächsischen Nordliudi erschlagen und rund 10.000 nordsächsische Familien in sein Reich deportiert, eine Methode, welche an die Zwangsumsiedlungen im Assyrischen Reich erinnert.

Eine weitere zeitgenössische Erwähnung erfolgte 811: Graf Ekbert war einer der Grafen, die mit Graf Wala an der Grönsfurth (Eider) für die fränkische Seite Frieden mit den Dänen (Wikingern) schworen.

Graf Ekbert konnte erst nach 814 eine herzogähnliche Stellung zwischen Rhein und Weser erlangen, als Graf Wala zusammen mit seinen Brüdern durch Kaiser Ludwig den Frommen gezwungen wurde, Mönch zu werden.

Nach der um 980 entstandenen Vita Idae war er mit der fränkischen Adelstochter und Heiligen Ida von Herzfeld verheiratet.

Mit ihr begründete er die nach ihm benannten Ekbertiner. Nach der Vita Idae rühmten sich diese, von Karl dem Großen abzustammen. Da Ekbert oft als Sachse angesehen wird, schließt man daraus, daß Ida eine Karolingerin gewesen sein muß. Es ist aber auch durchaus möglich, daß der kaisertreue Ekbert selbst aus dem Hause der Karolinger stammte. Auch das ottonische Reich griff bei der Besetzung von hohen und militärisch wichtigen Ämtern immer wieder auf Mitglieder der Ottonen zurück. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, daß die Vita Idae, fast zweihundert Jahre nach den Ereignissen abgefaßt, eine legendäre Abstammung von den Karolingern erfunden hat, um die Bedeutung der Ekbertiner zu erhöhen. Auch von dem Ekbertiner Bovo III. (942 bis 948 Abt von Corvey) wird eine Verwandtschaft mit den Ottonen behauptet. Eine gleichzeitige Verwandtschaft mit den Karolingern und den Ottonen dürfte schwierig sein. Im Mai 919 war der Königstitel auf den sächsischen Herzog Heinrich I. übergegangen, der nicht mit den Karolingern verwandt war. Letzter Karolinger als König war Ludwig das Kind.


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