Sternwarte Gönnsdorf

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Sternwarte Gönnsdorf
Sternwarte Gönnsdorf

Die Sternwarte Gönnsdorf steht auf dem Turmberg an der Weißiger Landstraße 6/Hornweg im Ortsteil Gönnsdorf der Ortschaft Schönfeld-Weißig. Sie wird vom Sternwarte Dresden-Gönnsdorf e. V. betrieben. In der Sternwarte finden regelmäßig Führungen und Veranstaltungen statt, z. B. beteiligen sich die Ehrenamtler an der Langen Nacht der Wissenschaften und am Tag der Astronomie (jährlich im März). Außerdem gibt es seit 2013 eine Schüler-Arbeitsgemeinschaft (AG) und seit 2018 eine AG Astrofotografie.

[Bearbeiten] Geschichte

Errichtet wurde die Sternwarte 1976 von der TU Dresden auf freiem Feld, auf der Fläche, auf der bis zu seiner Sprengung 1945 der Friedrich-August-Turm gestanden hatte (daher „Turmberg“). Die Wissenschaftler betrieben dort einen Astrografen. Die Sternwarte wurde zu Ehren des 65. Geburtstages des TU-Astronomie-Professors Hans-Ullrich Sandig eröffnet[1] (der war allerdings schon am 14. November 1974 gewesen).

Nachdem ab den 1990er Jahren rundherum immer mehr Neubauten entstanden waren und das Umfeld der Sternwarte immer heller wurde, wurden die TU-Anlagen 2006 auf den Triebenberg umgesetzt. Lediglich der leere Kuppelbau der Sternwarte blieb zurück und verfiel zusehends.

Das Grundstück ging nach Ende der TU-Nutzung an den Freistaat Sachsen zurück. Im Jahr 2008 kaufte es der Ortschaftsrat für 14.500 Euro und überließ es dem Verein zur Förderung der Jugend e. V. Die Schönfeld-Weißiger Ortschaftsrätin Renate Franz suchte per Aufruf im Hochlandkurier nach Interessenten, die die Sternwarte als Freizeitprojekt für Kinder und Jugendliche wieder nutzbar machen würden. Im April des Folgejahres wurde die Interessengemeinschaft (IG) Sternwarte Gönnsdorf mit 13 Mitgliedern gegründet. Mit vereinten Kräften, ohne Geld und Fördermittel, dafür mit Material und Fachwissen lokaler Handwerker wurde die Sternwarte wieder flottgemacht. Unternehmen aus ganz Deutschland spendeten erste 10-Zoll-Teleskope, die Sparkasse steuerte ein Sonnenteleskop bei.

Zur partiellen Sonnenfinsternis im Januar 2011 kamen die ersten Besucher: Grundschulkinder aus Pieschen. Die ersten Veranstaltungen offenbarten aber auch die bestehenden Mängel: Im Kuppelbau darf nicht geheizt werden, um die klare Sicht auf den Himmel nicht zu trüben, und Toiletten gab es auch nicht. Mit 32.000 Euro Erlös vom Stadtfest-Entenschwimmen konnte ein Anbau errichtet werden. Im Sommer 2012 wurde Richtfest gefeiert.

Seit Dezember 2018 gibt es den Sternwarte Dresden-Gönnsdorf e. V., der aus der IG hervorging. Im gleichen Jahr wurde Renate Franz für ihre jahrelangen Bemühungen mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

[Bearbeiten] Die Kuppel

Die Kuppel der Sternwarte wurde Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre vom Lehrstuhl für Leichtbautechnik der TU Dresden aus Glasfasermaterial produziert. Ursprünglich war der Leichtbau für eine Sternwarte im Kaukasus gedacht, aber die Sowjetunion stornierte den Auftrag, sodass die Kuppel „herumlag“ und auf ihre Verwendung wartete. Als die TU Dresden später einen Standort für einen Astrografen suchte, fiel die Wahl auf Gönnsdorf. So wurde das sechs Meter hohe Kuppelgebäude passend zur vorhandenen Kuppel errichtet, die einen Durchmesser von 6,80 Meter hat.

[Bearbeiten] Quellen

  1. https://www.sternwarte-goennsdorf.de/vorgeschichte.php

[Bearbeiten] Weblinks

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