Gotthelf Marche

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Christian Gotthelf Marche (* 8. Januar 1700 in Bautzen; † 29. Oktober 1764 ebenda) war ein sächsischer Jurist, Beamter, Bautzner Ratsherr, Stadtrichter und Bürgermeister.

[Bearbeiten] Familie

Christian Gotthelf Marche entstammte der derer Linie der bürgerlichen Familie Marche, die eine Reihe von Pfarrern, Theologen, Juristen, Beamten und Offizieren hervorbrachte. Sein Großvater war Jeremias Marche (16311701), seit 1665 Pfarrer in Crostau bei Bautzen.

Gotthelf Marche war der Sohn des Bautzner Pfarrers Gottfried Marche (* 25. Februar 1667 in Crostau; † 30. Juli 1715 in Bautzen) und dessen 1691 geheirateter Ehefrau Patientia geb. Kranze († 1736 in Bautzen), Tochter des Bunzlauer Kaufmanns Andreas Kranze. Marches Vater war seit 1703 als Pastor sec. in Bautzen.[1] Marches Bruder war:

Gotthelf Marche war dreimal verheiratet. Er heiratete in erster Ehe die Tochter des verstorbenen Stadtsyndikus' zu Bautzen, Dr. jur. Acoluth. Die Ehe blieb kinderlos. In zweiter Ehe heiratete Marche die Tochter des Kaufmanns Tralle und Witwe des Diakons Magister Neunherz zu Hirschberg. Dieser Ehe entstammten zwei Kinder:

1751 heiratete Marche seine dritte Ehefrau, Charlotte Dorothea geb. Schwarz (* 1724 in Lauban; † 25. November 1789 in Bautzen), Tochter des königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Zolleinnehmers zu Lauban/ Niederschlesien, Christian Schwarz. Das Paar hatte einen Sohn:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Gotthelf Marche lernte am städtischen Gymnasium in Bautzen und studierte anschließend an der Universität in Leipzig Rechtswissenschaften.

1724 bestand Marche sein juristisches Staatsexamen und wurde Oberamts-Advokat (Rechtsanwalt) am Bautzner Amtsgericht. Marche war bereits frühzeitig Syndikus des Klosters Marienstern und beriet als Rechtsbeistand auch die Herrnhuter Brüdergemeinde, wo sein Bruder lebte. Marche arbeitete zusammen mit Nikolaus Ludwig von Zinzendorf die Hutischen Statuten der Brüderunität aus und wirkte auch als Gerichtsdirektor von Zinzendorf.[3][4]

1741 wurde Marche als Senator in die Reihe der Ratsherren der Stadt Bautzen aufgenommen. 1748 wurde er zum Stadtrichter in Bautzen ernannt. 1751 wurde Marche von den Ratsherren von Bautzen zum Bürgermeister ernannt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod inne. Seine Erlebnisse im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 schrieb er in einem Tagebuch nieder.

So beschädigte am 27. April 1757 eine gewaltige Explosion eines Pulvermagazins Marches Haus in der Bautzner Innenstadt. Wiederholt nahm beim Bürgermeister Marche der Preußenkönig Friedrich der Große Quartier, das erste Mal am 26. August 1757, als er sich mit seinem Heere auf dem Marsche von Schlesien nach Leipzig befand, sodann auf seiner Rückkehr am 21. November desgleichen Jahres. Wiederum am 10. Oktober 1758, wenige Tage vor dem für ihn so verhängnisvollen Überfall bei Hochkirch, und schließlich vom 18. bis 19. November 1758, nachdem der preußische König mit einer starken Heeresmacht in Bautzen eingezogen war.

Im Januar 1759 wurde Marche von den Österreichern zusammen mit dem Bautzner Stadtkämmerer Meißner als Geisel entführt und dabei auch schlecht behandelt.[5][6] Nur ein Jahr nach dem Krieg zwischen Österreich/ Sachsen und Preußen verstarb Marche.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hanns-Joachim Wollstadt: Geordnetes Dienen in der christlichen Gemeinde, Band 4, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, Digitalisat auf Google Books, S. 26
  2. Der Kupferhammer Bautzen - das älteste Bautzener Unternehmen, Online-pdf
  3. Hanns-Joachim Wollstadt: Geordnetes Dienen in der christlichen Gemeinde, Band 4, Göttingen 1966, Leseprobe auf Google Books
  4. Johann Friedrich Schröder: Der Graf Zinzendorf und Herrnhut, oder, Geschichte der Brüderunität..., Nordhausen 1857, Digitalisat auf Google Books
  5. Richard Wilhelm: Denkwürdige Bürgerhäuser Bautzens, 1912, Online-pdf auf www.wilhelm-bautzen.de
  6. Richard Reymann: Geschichte der Stadt Bautzen, 1902, Snippet-Ansicht auf Google Books
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