Georg Wagner

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Georg Wagner, auch George Wagner (* 3. Mai 1810 in Torgau; † 30. Juni 1838 in Dresden) war Architekt und Lehrer an der königlichen Bauschule, Mitglied des Gewerbevereins und des königlichen Altertumsvereins zu Dresden.

[Bearbeiten] Familie

Georg Wagner Ahnen entstammten ursprünglich aus der Gegend um Zwickau und waren Priester und Prediger. Er war der jüngste Sohn des königlich-sächsischen Wasserbaudirektors zu Dresden, Christian Friedrich Wagner (* 27. Januar 1774 in Torgau; † 1. September 1838 in Dresden) und dessen Ehefrau Juliana Georgina geb. Wetzke (* 1783 in Wittenberg/ Elbe; † 31. März 1832 in Dresden), die Tochter des Wittenberger Lizenziaten und Hofadvokaten Christian Friedrich Wetzke. Georgs Großvater war der Torgauer Zeichner, Architekt und Wasserbauinspektor Polycarp Samuel Wagner (um 17301798), sein Urgroßvater, der ebenfalls Polycarp Samuel Wagner (16961769) hieß, war Archivar, Numismatiker und mehrere Jahre regierender Bürgermeister in Wittenberg sowie kursächsischer Steuereinnehmer.[1][2] Georg hatte noch mehrere Geschwister, u.a. einen älteren Bruder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Georg Wagner verbrachte die ersten vier Lebensjahre mit seinen Eltern und Geschwistern in Torgau. Nach dem Verlust des Elternhauses, das in den Napoleonischen Kriegen 1814 von Kanonenkugeln zerstört wurde, zog er mit seinen Eltern ins Torgauer Umland und 1815, nachdem sein Vater in Dresden zum Wasserbaudirektor ernannt wurde, in die sächsische Residenzstadt.

Wagner erhielt anfangs Privatunterricht und besuchte anschließend in Dresden das Wiesnersche Institut, das er 1822 mit einem sehr gutem Zeugnis absolvierte. Bereits im Alter von nur 11 Jahren, ab 1821 besuchte er den Zeichenunterricht an der königlichen Akademie. Auf Wunsch seines Vaters sollte Wagner eigentlich den Beruf eines Graveurs erlernen, aber er widmete sich dann doch zuerst dem Studium der Kunstgeschichte, u.a. bei dem königlich-sächsischen Hofrat Haase, später dem Studium der Architektur.

Als 1827 Joseph Thürmer die Leitung der königlichen Bauschule in Dresden übernahm, setzte Wagner seine Studien bei ihm bis 1832 fort und unternahm auch erste vorbereitende Studienreisen. Im November 1832 erhielt Wagner mit Unterstützung durch Professor Thürmer eine Anstellung als Zeichenlehrer an der königlichen Akademie. Er ist erstmals im Dresdner Adressbuch von 1833 als "Hülfslehrer" (Hilfslehrer) an der Akademie verzeichnet und wohnte bis zuletzt bei seinem Vater in der Pirnaischen Vorstadt in der Neuen Gasse 178.[5]

1833 unternahm Wagner eine weitere Studienreise zuerst durch das südliche Deutschland und 1835 – mit finanzieller Unterstützung der Akademie – eine Reise nach Italien. Diese Reise begann er am 5. April 1835. Er besuchte München, Innsbruck, Verona, Padua und viele Kunststätten in Nord- und Süditalien sowie Sizilien, wo er an einem kalten Herbsttag den Ätna bestieg. Auf der Rückreise weilte er in Neapel, Florenz, Bologna, Mantua und Verona und kam über München im August 1836 wieder nach Dresden zurück, wo er seine Lehrtätigkeit an der Akademie wieder aufnahm, einige Dekorationsarbeiten in Dresden ausführte sowie sich als Mitglied des Gewerbevereins zu Dresden engagierte. 1837 vollendete Wagner seine kunstgeschichtlichen Forschungen über die Ästhetik der Baukunst mit deren Herausgabe er bis zum Frühjahr 1838 beschäftigt war.

Wurde Wagner bereits auf seiner Reise nach Italien von heftigen Hustenanfällen geplagt, so kehrte diese Krankheit Anfang 1838 zurück, wodurch er seine Lehrtätigkeit an der königlichen Bauschule nicht mehr ausüben konnte. Mehrere Monate an das heimische Bett gefesselt, starb Wagner schließlich Ende Juni an seiner Lungenentzündung. Er wurde am 2. Juli 1838 beerdigt.[6]

[Bearbeiten] Veröffentlichungen/ Werke (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Miscellanea Saxonica, Darinnen allerhand zur sächsischen Historie, Band 9, Dresden 1775 Digitalisat auf Google Books, S. 130-140
  2. Wittenbergisches Wochenblatt zum Aufnehmen der Naturkunde und des ökonomischen Gewerbes auf das Jahr 1775, Band 8, Wittenberg 1775, Digitalisat auf Google Books, S. 45ff. (Teil I) und S. 54ff. (Teil II)
  3. Otto Wagner in der Deutschen Digitalen Bibliothek
  4. Lier, Hermann Arthur, "Wagner, Otto" in: Allgemeine Deutsche Biographie 40 (1896), S. 543-544 Onlinefassung
  5. Adressbuch Dresden 1833, SLUB, S. 279
  6. Datensatz auf Ancestry
  7. Datensatz auf MAGEDA
  8. Datensatz in der SLUB Dresden

[Bearbeiten] Weblinks

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