Johann Christoph Wild

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Johann Christoph Wild (* 24. November 1730; † 13. Juni 1814 in Dresden) war ein sächsischer Militärarzt, dort zuletzt im Rang eines General-Stabs-Chirurgus, Mediziner und Mitglied des kursächsischen Collegiums medico-chirurgicum und zuletzt königlich-sächsischer Leib-Chirurgus. Er wirkte ebenso als Direktor und erster Lehrer am Dresdner Hebammeninstitut.

[Bearbeiten] Familie

Johann Christoph Wild heiratete Charlotte Johanne geb. Just (* 1751; ⚰︎ 18. März 1824 in Dresden).[1] Das Ehepaar Wild hatte eine Tochter:

Wild's Witwe wohnte nach seinem Tod im Haus 691 in der Pirnaischen Gasse.[2]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Johann Christoph Wild studierte Medizin und Chirurgie, arbeitete anfangs als Feldscher und Militärarzt in der kursächsischen Armee. 1771 wurde Wild als Militärchirurg pensioniert. Ab spätestens 1772 wirkte Wild für einige Zeit im heute französischen Straßburg (Strasbourg), das zu jener Zeit zwar verwaltungsrechtlich zu Frankreich gehörte, wobei das Elsass bis 1789 faktisch ausländische Provinz (province à l’instar de l’étranger effectif) und durch eine entlang der Vogesen verlaufende Zollgrenze vom übrigen Frankreich getrennt war. Dagegen gab es keine Zollgrenze gegenüber dem den deutschen Ländern. In Straßburg lernte Wild Hofrat Dr. Pohl und den Arzt Briesen kennen. Letzterer besuchte Wild nach 24 Jahren 1796 in Dresden.[3]

Nach der 1775 erfolgten Eröffnung des kursächsischen Instituts für Geburtshilfe in Dresden wurde Wild als dessen erster Direktor am später genannten Dresdner Hebammeninstitut. Dieses wurde am 27. Juni 1781 von einer privaten in eine öffentliche Anstalt umgewandelt und mit dem Collegium medico-chirurgicum dann vereinigt.[4] Wild wurde aufgrund seiner dortigen Arbeit auch als „vollkommener“ Hebammenmeister bezeichnet.[5]

Nach seiner Ernennung zum Dozent für Chirurgie am kursächsischenCollegium medico-chirurgicum ist Wild erstmals im kurfürstlich-sächsischen Hof- und Staatskalender verzeichnet.[6]

Zu Wild's 66. Geburtstag, 1796 erschien eine Denkschrift seiner von ihm im Collegium medico-chirurgicum geschulten Pensionärs-Chirurgen, zur sächsischen Armee kommandierten Kompanie-Chirurgen und Studenten der Chirurgie, die heute in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek aufbewahrt wird:

Wenige Monate später trat Wild in den Ruhestand und legte seine Tätigkeit als Lehrer an Sachsens erster chirurgischer Lehranstalt für die wissenschaftliche Ausbildung der Feldscher- und Barbiergesellen in Anatomie, Physiologie, Therapie und Chirurgie[7] nieder. Er ist aber noch 1797 im Dresdner Adressbuch als Generalstabs-Chirurgus und Lehrer der Chirurgie am Collegium medico-chirurgicum verzeichnet, dort im Flügel D der ehemaligen Neustädter Infanteriekasernen.[8] Wild blieb aber nach Niederlegung seines Lehramtes weiterhin Mitglied des kursächsischen, nach der Erhebung Sachsens zum Königreich durch Napoleon Bonaparte, ab 1806 königlich-äschsischen Sanitäts-Kollegiums. Wild wurde vom sächsischen König Friedrich August dem Gerechten zum königlichen Leib-Chirurgus ernannt.[9]

Spätestens ab 1797 wohnte Wild im Haus 155 in der Hauptstraße in der Dresdner Neustadt,[10] wo er auch noch 1812 als Leib-Wundarzt aufgelistet ist.[11] Wild starb im 84. Lebensjahr an Entkräftung. Seine Todesanzeige, unterschrieben von seiner Witwe und seiner Tochter erschien in der Leipziger Zeitung.[12]

[Bearbeiten] Quellen und Einzelnachweise

  1. Datensatz auf Ancestry.
  2. Dresdner Adreß-Kalender auf das Jahr 1819, S. 153, SLUB.
  3. Auszüge aus Briesen von Prag, Dresden, Leipzig, Hamburg, Rostock, Neu-Strelitz und Berlin in der letzten Hälfte des 1796ten Jahres geschrieben. in: Johann Jacob Hartenkeil: Medicinisch-chirurgische Zeitung, 1. Band, Salzburg 1797, Digitalisat auf Google Books, S. 294ff.
  4. Georg Julius Vorwerk: Geschichte und Verfassung des Dresdener Schulwesens..., Dresden 1836, Digitalisat auf Google Books, S. 116.
  5. Friedrich Lebegott Pitschel: Anatomische und chirurgische Anmerckungen, welchen eine kurze Nachricht von dem Collegio Medico-Chirurgico zu Dresden..., Dresden 1784, Digitalisat auf Google Books, S. 26.
  6. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender auf das 1775, Digitalisat auf Google Books, S. 176.
  7. Heidel, Caris-Petra in Vom Stadtkrankenhaus zum Universitätsklinikum - 100 Jahre Krankenhausgeschichte in Dresden, 2010, S. 3
  8. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, Digitalisat der SLUB, S. 414f.
  9. Königlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender auf das 1807, Digitalisat auf Google Books, S. 199.
  10. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1799, Digitalisat der SLUB, S. 487.
  11. Dresdner Adress-Kalender 1812, S. 11 u. 76, SLUB.
  12. Leipziger Zeitung 1814, Beylage zu No. 118 der Leipziger Zeitung, Sonnabends den 18. Juny 1814, Digitalisat auf Google Books, S. 1779,
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