Heinrich-Mann-Straße (Niedersedlitz)

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Heinrich-Mann-Straße mit IW67-Sternhäusern (oben) und WBS70-Plattenbauten (unten) an der Maxie-Wander-Straße

Die Heinrich-Mann-Straße wurde um 1940 im Wohngebiet nördlich der Windmühlenstraße parallel zum Langen Weg als letzte der dort angelegten Straßen gebaut. Im Adressbuch von 1942 tauchte sie erstmals als Hermann-Löns-Straße auf, benannt nach dem Schriftsteller Hermann Löns (18661914).

Sie beginnt südlich einer früheren Kiesgrube (heute Kleingartenanlage) an der Ernst-Toller-Straße und endete ursprünglich an der Windmühlenstraße. Damals wurde sie nur auf der östlichen Seite bebaut.

Nach 1945 wurde die Straße umbenannt in Friedrich-Hölderlin-Straße nach Friedrich Hölderlin. Im Jahr der Eingemeindung von Niedersedlitz 1950 gab es in Cotta bereits eine Hölderlinstraße. Deshalb wurde die Straße in Niedersedlitz umbenannt in Heinrich-Mann-Straße nach dem Schriftsteller Heinrich Mann (18711950)[1].

In den 1960er Jahren wurde zwischen der Heinrich-Mann-Straße und dem Langen Weg Kies abgebaut. Dort ist heute ebenfalls eine Kleingartenanlage.

Beim Bau des 3. Wohnkomplexes (sog. Sternhäuser) der Großsiedlung Prohlis wurde die Heinrich-Mann-Straße leicht versetzt über die Windmühlenstraße hinaus nach Süden verlängert, wo sie sofort nach Südosten abschwenkt. Sie verlief hier zuerst nur bis an die Erich-Kästner-Straße und bildete den südlichen Abschluss dieses Wohngebietes. Zwei Flügel von 10-geschossigen Sternhäusern des Plattenbautyps IW 67 trugen hier die Hausnummern 22/24 und 28/30. In ihnen befanden sich 200 Wohnungen. Unter den Hausnummern 26, 32 und 34 waren die Gebäude von zwei Kindergärten und einer Kinderkrippe zu finden.

Auf der anderen Straßenseite wurden Kleingärten angelegt, wobei damals schon eine Verbreiterung der parallel verlaufenden Dohnaer Straße berücksichtigt wurde, die aber erst nach der Wiedervereinigung erfolgte.

Der zu dieser Zeit gebaute Teil der Heinrich-Mann-Straße wurde in Planungsunterlagen als Erschließungsstraße bezeichnet. [2] Das erklärt, warum die Straße hier sofort eine ordentliche Fahrbahndecke erhielt, während es völlig normal war, dass Nebenstraßen in Plattenbaugebieten erst einige Zeit nach Bezug der an ihnen liegenden Wohnhäuser befestigt wurden. Auf Grund des chronischen Materialmangels in der DDR geschah das mit Beton.

Einige Jahre nach Abschluss des übrigen Wohnungsbaues in Prohlis wurde die Heinrich-Mann-Straße über die Erich-Kästner-Straße hinaus um etwa 340 Meter nach Osten verlängert. Das war Bestandteil einer ursprünglich nicht geplanten Erweiterung des 3. Wohnkomplexes (sog. Sternhäuser) der Großsiedlung Prohlis. Für diesen Bereich war seit Mitte der 1970er Jahre eigentlich der Bau eines Sportplatzes mit diversen Nebenanlagen bis hin zum Schießstand vorgesehen. [3][4]

An der verlängerten Heinrich-Mann-Straße wurden noch einige Wohnblocks angeordnet und nördlich die heutige Maxie-Wander-Straße gebaut. Der Bau dieser Erweiterung war möglich, weil die im Bereich der Sternhäuser anliegende Fernwärmekapazität für ihre Versorgung ausreichte. Diese Verlängerung der Straße wurde das erste Mal im 1988 erschienenen Stadtplan dargestellt. [5]

Die Bebauung an diesem Teil der Heinrich-Mann-Straße bestand aus fünf 6-geschossigen Wohnblocks vom Typ WBS 70/10,80 mit 2 bis 4 Eingängen und insgesamt 240 Wohnungen. Sie hatten die Hausnummern 36-68.

Die Heinrich-Mann-Straße ist heute auf dem neu gebauten Stück weitgehend unbebaut. Nach 2005 wurden sowohl die 6-Geschosser (WBS70) im östlichen Teil der Straße abgerissen als auch später die sogenannten Sternhäuser, auch Prohliser Sternenstädtchen genannt. Lediglich die Kindereinrichtungen blieben stehen, wurden aber saniert bzw. völlig umgebaut.

An der Heinrich-Mann-Straße 32 befindet sich eine Kindertagesstätte mit 120 Plätzen, die am 1. September 2013 eröffnet wurde. Fünf Jahre nach der Einweihung, am 31. August 2018, erhielt die Einrichtung den Namen „Niedersedlitzer Füchse“.[6]


[Bearbeiten] Quellen

  1. deutschsprachige Wikipedia: Heinrich Mann
  2. http://www.digipeer.de/index.php?media=IRS_A_05_03_12-05&size=2 Bebauungskonzeption 1979
  3. http://www.digipeer.de/index.php?media=IRS_A_05_03_12-06&size=2 Bebauungskonzeption 1976
  4. http://www.digipeer.de/index.php?media=IRS_A_05_03_12-05&size=2 Bebauungskonzeption 1979
  5. Stadtplan Dresden, VEB Tourist Verlag, Berlin/Leipzig, 20. Auflage 1988
  6. Pressemitteilung der Stadt Dresden, 29.8.2018
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