Friedrich von Criegern-Thumitz

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Friedrich Konstanz von Criegern-Thumitz, auch Friedrich Constanz von Criegern (* 11. November 1834 in Dresden; † 10. April 1895 ebenda) war ein deutscher Jurist, königlich-sächsischer Geheimer Rat, Mitbegründer des Deutschen Roten Kreuzes und unter seinem Pseudonym Friedrich von Gernitz auch schriftstellerisch tätig.[1]

[Bearbeiten] Familie

Friedrich Konstanz von Criegern-Thumitz entstammte dem sächsischen Stamm der ursprünglich brandenburgisch-preußischen Familie Crieger. Der sächsische Stammvater Joachim Friedrich Crieger (16331737) wurde 1701 als königlich-polnischer und kursächsischer Obristlieutenant verpflichtet. Im Nordischen Krieg (17001721) gelangte er zu militärischen Ehren, wurde bis zum Generalmajor befördert und wurde 1711 zusammen mit seinen in der Grafschaft Ruppin begüterten Brüder Dietrich Joachim und Friedrich Dietrich unter dem Namen "von Criegern" in den erblichen Adelsstand erhoben. Durch den Kauf des Gutes Thumitz bei Bischofswerda wurde die Familie 1712 in Sachsen sesshaft.[2] Friedrichs Großvater war der kurfürstliche Regierungsrat der Oberamtsregierung zu Bautzen, Friedrich Christian von Criegern († 1831).

Friedrich von Criegern-Thumitz war der Sohn des Landtagsabgeordneten und Präsidenten des Appellationsgerichtes zu Bautzen,[3] dem Oberappellationsrat Friedrich Theodor von Criegern auf Thumitz (* 8. Juni 1801 in Thumitz; † 19. April 1870 in Bautzen) und dessen erster Ehefrau Konstanze Juliane geb. Nehrhoff von Holderberg (* 14. Mai 1811 in Dresden; † 11. November 1834 ebenda). Seine Mutter starb bei seiner Geburt.

Friedrich von Criegern-Thumitz heiratete am 15. August 1860 in Leipzig Anna Elisabeth geb. Hänel von Cronenthal (* 29. Oktober 1838 in Leipzig; † 20. Februar 1910 in Dresden), Tochter des Kaufmanns und Handelsherrn zu Leipzig, Carl Friedrich Haenel von Cronenthal (17881849). Das Paar hatte eine Tochter:

Von Criegerns Witwe wohnte nach dem Tod ihres Mannes anfangs in der Tieckstraße 21,[4] zuletzt in Strehlen in der Wiener Straße 31.[5]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Friedrich von Criegern-Thumitz erhielt seine höhere Schulbildung an der Landes- und Fürstenschule St. Afra in Meißen, in die er zu Martini 1848 eintrat. Sein Reifezeugnis erhielt er mit dem Abgang von dieser Schule zu Martini 1854. Danach studierte von Criegern von 1854 bis 1857 an der Universität in Leipzig Rechtswissenschaften.

1859 bestand von Criegern das erste Staatsexamen und ging ab 1862 in den sächsischen Verwaltungsdienst. Er ist erstmals 1863 im Dresdner Adressbuch verzeichnet, als er als Aktuar und Akzessist bei der königlich Kreisdirektion arbeitete und in der Walpurgisstraße 2 wohnte.[6] 1864 wurde er Referendar,[7] 1867 dann Regierungsassessor in der Kreisdirektion.[8] 1867 zog er in die Christianstraße 9,[9] 1868 weiter in die Prager Straße 10.[10]

Bei der Reorganisation der inneren Verwaltung des Königreiches Sachsen wurde von Criegern 1870 von König Johann zum etatmäßigen königlich-sächsischen Regierungsrat ernannt und in das Ministerium des Innern des Königreiches Sachsen berufen.[11] 1871 erwarb von Criegern das Rittergut Thumitz, wodurch er ab 1887 sich von Criegern-Thumitz nannte. 1874 wurde er in die königliche Kreishauptmannschaft versetzt, wo er weiterhin als Regierungsrat wirkte.[12] 1882 zog von Criegern in die Lüttichaustraße 7.[13]

1883 wurde von Criegern als oberster Rat im Rang und mit Titel eines königlich-sächsischen Geheimen Regierungsrates an die Kreishauptmannschaft Bautzen versetzt. Dort zog er in die Töpferstraße 47.[14]

1891 ging von Criegern zurück in das Ministerium des Innern des Königreiches Sachsen nach Dresden,[15] wo er kurz vor seinem Tod von König Albert den Rang und den Titel eines königlich-sächsischen Geheimen Rates erhielt. Von Criegern wohnte zuletzt in der Christianstraße 10,[16] wohin er 1891 gezogen war und wurde nach seinem Tod auf dem Trinitatisfriedhof begraben. Er war zugleich Majoratsherr auf Thumitz in der Oberlausitz.

[Bearbeiten] Wirken beim Roten Kreuz

Seit 1866 war von Criegern-Thumitz Mitglied der königlichen Lazarettkommission. Seitdem widmete er sich der freiwilligen Krankenpflege mit großem Erfolg. Seit 1869 war er Vertreter Sachsens im Zentralkomitee der deutschen Vereine des Roten Kreuzes, an dessen Gründung er bedeutenden Anteil hatte. Auf den internationalen Konferenzen der Lazarettkommission ab 1869 und den Vereinstagen der deutschen Vereine des Roten Kreuzes übte er wesentlichen Einfluss auf die Weiterentwickelung dieses Instituts aus. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/ 71 war er als Delegierter in Frankreich. Seit 1872 stand von Criegern als Vorsitzender an der Spitze des Landesvereins Sachsens zur Pflege verwundeter und kranker Krieger. 1877 reiste Friedrich von Criegern-Thumitz mit einer offiziellen Delegation der Lazarettkommission im amtlichen Auftrag nach Konstantinopel (heute Istanbul/ Türkei), als in den Militärlazaretten der Türkei - wie bereits im Deutschen Reich üblich - weibliche Pflegekräfte eingeführt werden sollten. 1891 wurde er Landesdelegierter der freiwilligen Krankenpflege im Königreich Sachsen.

[Bearbeiten] Werke (Auswahl)

Friedrich von Criegern-Thumitz gab 1878 auch ein Album mit Beiträgen von Dresdener Dichtern und Schriftstellern unter dem Titel »Caritas« heraus.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

  • Königlich-preußischer Kronenorden 2. Klasse
  • Königlich-preußische Krieger-Denkmünze von Stahl
  • Komturkreuz des großherzoglich-hessischen Verdienstordens Philipp des Großmüthigen
  • Komturkreuz des herzoglich-braunschweigischen Ordens Heinrich des Löwen
  • Ritterkreuz 1. Klasse des herzoglich-Sachsen-Ernestinischen Hausordens
  • Ehrenkreuz 2. Klasse des fürstlich-Lippeschen Hausordens
  • Kaiserlich-russischer St.-Annen-Orden 2. Klasse
  • Komturkreuz des großherzoglich-mecklenburgischen Greifenordens

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Deutsches Schriftstellerlexikon, 1830-1880, Onlinevorschau auf Google Books, Akademie Verlag, S. 144
  2. Familiennachlass von Criegern im Hauptstaatsarchiv Dresden
  3. Friedrich Theodor von Criegern in den Historischen Protokollen des Sächsischen Landtages
  4. Adressbuch Dresden 1896, S. 156, SLUB
  5. Adressbuch Dresden 1910, S. 225, SLUB
  6. Adressbuch Dresden 1863, S. 60, SLUB
  7. Adressbuch Dresden 1865, S. 59, SLUB
  8. Adressbuch Dresden 1868, S. 64, SLUB
  9. Adressbuch Dresden 1867, S. 63
  10. Adressbuch Dresden 1869, S. 59, SLUB
  11. Adressbuch Dresden 1871, S. 61, SLUB
  12. Adressbuch Dresden 1875, S. 69, SLUB
  13. Adressbuch Dresden 1883, S. 80, SLUB
  14. Adressbuch Bautzen 1886, S. 34, SLUB
  15. Adressbuch Dresden 1892, S. 120, SLUB
  16. Adressbuch Dresden 1895, S. 146, SLUB

[Bearbeiten] Weblinks

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