Friedrich Joseph Bevilaqua

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Friedrich Joseph Bevilaqua, teilweise auch Friedrich Joseph von Bevilaqua (* 1740 in Dresden; † 5. September 1808 in Leipzig)[1] war ein anfangs kaiserlich-österreichischer, später kurfürstlich-sächsischer Offizier und General, zuletzt königlich-sächsischer Generalmajor als Kommandeur und Chef eines sächsischen Infanterieregiments.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Friedrich Joseph Bevilaqua entstammte der ursprünglich italienischen Familie Bevilaqua/Bevilacqua, deren Stammhaus das Castello im gleichnamigen Dorf im Kreise Verona des österreichischen Kronlandes Venedig, im heutigen Italien ist.[2] Ein Ahnherr der Familie war Bonifazio Bevilaqua (15711627), Sohn des Grafen Antonio Bevilaqua zu Macastava, diente den Päpsten Gregor XIII., Sixtus V. u. Clemens VIII., der ihn 1598 zum Patriarchen von Konstantinopel und 1599 zum Kardinal machte. Gregor XIV. erhob ihn zum Herzog von Tornano.[3] Im 17. Jahrhundert kamen die ersten Familienmitglieder nach Deutschland. Andreas Bevilaqua war während des Dreißigjährigen Krieges, 1644 Rittmeister im kaiserlichen Regiment Alt-Piccolomini und nahm 1646 seinen Abschied.

Friedrich Joseph Bevilaqua war mit Franziska Regina Bevilaqua geb. von Dury (* 1747; † 11. Januar 1834 in Dresden)[4] verheiratet. Der gemeinsame Sohn des Ehepaares war:

Bevilaquas Ehefrau wohnte zuletzt, bis zu ihrem Tod zusammen mit dem Sohn im Haus 49, Am See in Dresden.[5]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Bevilaqua schlug nach seiner Schulbildung eine militärische Laufbahn, anfangs in der kaiserlich-österreichischen Armee ein, wo er seine Karriere als Leutnant in der Infanterie begann.

Nach dem Siebenjährigen Krieg wechselte Bevilaqua 1763, mit nur 23 Jahren, im Rang eines Grenadier-Capitains (Hauptmann) in die sächsische Armee. Hier wurde er Chef von einer der beiden Grenadier-Kompanien des Infanterieregiments "Prinz Anton", die zu dieser Zeit in Kamenz disloziert waren. Das Infanterieregiment, dessen Chef der damalige Oberst Prinz Anton war, wurde ab 1763 nach dem Tod von Oberst von Kayserling bis 1778 von Oberst August Heinrich von Nitzschwitz geführt. Die Grenadierkompanie in diesem Regiment führte Bevilaqua fast 20 Jahre. Mit diesem Truppenteil nahm er im Frühjahr 1778 auch am Bayerischen Erbfolgekrieg teil, als ein sächsisches Armeekorps mit zehn Infanterieregimentern, sechs Grenadierbataillonen und sechs Kavallerieregimentern unter dem Oberbefehl von Generalleutnant Friedrich Christoph Graf zu Solms-Wildenfels in Böhmen einfiel.

Am 17. Mai 1783 wurde Bevilaqua bei gleichzeitiger Beförderung zum Major zum Bataillonskommandeur beim damaligen Graf-Anhaltschen Infanterieregiment ernannt. Diese Dienststellung erhielt er anstelle des pensionierten Majors Johann August von Dyherrn.[6] 1785 wechselte er als Kommandeur des 2. Bataillons in das Infanterieregiment Graf Brühl, das sich zu dieser Zeit in Bautzen stationiert war. 1791 wurde Bevilaqua zum Oberstleutnant beim Infanterieregiment "Kurfürst Infanterie" befördert,[7] dessen Stab sich in Zeitz befand.

Im Dezember 1794 wurde Bevilaqua unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst Nachfolger von Oberst Hans Karl von Brause als Kommandeur des Infanterieregiments von Zanthier. Mit diesen nahm er als Bestand des sächsischen Kontingents der gegen die französische Revolution aufgestellten Reichsarmee am Rheinfeldzug 1795 teil. Sein Regiment wurde zur 2. sächsischen Brigade unter dem Befehl von Generalmajor Ludwig Ferdinand von Dyherrn zugeteilt. In der Dienststellung als Regimentskommandeur wurde er am 21. Juli 1804 vom sächsischen Kurfürsten Friedrich August der Gerechte zum Generalmajor ernannt. Nach der am 6. Oktober 1806 erfolgten Pensionierung des bisherigens Chefs des Infanterieregiments, Generalmajor von Bünau,[8] wurde Bevilaqua am 19. September 1806 Chef des nun nach ihm benannten Regiments ("Bevilaqua Infanterie") und übergab das Kommando des Infanterieregiments von Zanthier an den Oberst Moritz Adolph von Nehrhoff († 19. Oktober 1806).[9] Stab und das 1. Bataillon seines Regiments befanden sich in den Vorstädten von Leipzig, das 2. Bataillon in Eilenburg und die beiden Grenadierkompanien in Delitzsch. Bevilaqua führte als Chef das Infanterieregiment während des Vierten Koalitionskrieges bis zu seinem Tod.

Nach der für das damals mit Preußen verbündete Sachsen verlorenen Schlacht bei Jena und Auerstedt floh Bevilaqua mit seinem Regiment mit dem rechten Flügel der sächsischen Armee über Schwarza in Richtung Rudolstadt, wo er von französischen Truppen gefangen genommen wurde.[10] Nach dem Beitritt Sachsens zum Rheinbund und der damit verbundenen Erhebung zum Königreich durch den französischen Kaiser Napoleon Bonaparte wurde Bevilaqua wieder freigelassen. Bevilaqua ist zwar schon 1807 im Leipziger Adressbuch als Chef seines neues Regiments verzeichnet, allerdings mit der Bemerkung "ist noch nicht hier".[11] Noch im gleichen Jahr zog er noch in die sächsische Messestadt und wohnte bis zu seinem Tod im Haus 847 am dortigen Petersplatz.[12]

Bevilaquas Regelung zum Nachlass seines Mobilars befindet sich im Archiv des ehemaligen sächsischen Generalkriegsgerichts im heutigen Sächsischen Staatsarchiv.[13]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nachtrag No. 6 zur Stamm- und Rangliste der Königlich Sächsischen Armee 1808, Digitalisat der SLUB, S. 282
  2. Pierer's Universal-Lexikon, , Band 2. Altenburg 1857, S. 704, Onlineversion auf Zeno.org
  3. Pierer's Universal-Lexikon, Band 2. Altenburg 1857, S. 704, Onlineversion auf Zeno.org
  4. Datensatz auf Ancestry
  5. Dresdner Adress-Kalender 1833, S. 27, SLUB
  6. Lausitzisches Magazin, oder Sammlung verschiedener Abhandlungen und Nachrichten zum Behuf der Natur- Kunst- Welt- u. Vaterlands-Geschichte, der Sitten, und der schönen Wissenschaften; auch der besondern vaterländischen Kirchen- und Schulengeschichte, 16. Band 1783, Digitalisat auf Google Books, S. 211f.
  7. Lausitzisches Magazin oder Sammlung verschiedener Abhandlungen und Nachrichten zum Behuf der Natur-, Kunst-, Welt- und Vaterlandsgeschichte, der Sitten, und der schönen Wissenschaften, Band 24 1791, Digitalisat auf Google Books, S. 271
  8. Dresdner Anzeigen 1806, Digitalisat auf Google Books, S. 9
  9. Georg von Schönberg: Geschichte des Königl Sächsischen 7. Infanterie-Regiments "Prinz Georg" Nr. 106, Band 1 1890, Digitalisat auf Google Books, S. 331
  10. Preußisch-Russischer Krieg gegen Frankreich 1806-1807, Onlineversion auf Zeno.org
  11. Leipziger Adreß-Kalender 1807, S. 39, SLUB
  12. Leipziger Adreß-Kalender 1808, S. 39, SLUB
  13. Mobiliarnachlass des Generalmajors Friedrich Joseph Bevilaqua, Archivale 11321

[Bearbeiten] Weblinks

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