Frauke Angel

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Frauke Angel (* 1974) ist eine deutsche Kinderbuch- und Hörspielautorin und ausgebildete Schauspielerin. Sie ist seit 2012 selbständige Autorin und lebt heute (2020) in Dresden. Nebenberuflich arbeitet sie als Dozentin für Theater und Literatur an Grund- und weiterführenden Schulen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Frauke Angel wurde 1974 im Ruhrgebiet in ein proletarisches Umfeld hineingeboren. Sie wuchs dort auch auf. Zu einem ihrer Lieblingsorte entwickelte sich die Stadtbücherei, weswegen sie sich einmal im Monat ein Buch in der Buchhandlung aussuchen durfte, welches ihre Mutter bezahlte. Diese Bücheraffinität wurde später zu ihrer Berufung und ihrem Beruf. Auch hörte sie sehr gern Radio, woraus sich ihre Tätigkeit für den Hörfunk entwickelte. Bereits als Schülerin ging sie ab 1987 verschiedenen Nebentätigkeiten nach, so als Zeitungsverteilerin oder als Spülerin in einer Eisdiele.

Nach ihrer Ausbildung zur Schauspielerin arbeitete sie zwanzig Jahre lang an Bühnen in ganz Deutschland, in renommierten Off-Theater-Produktionen und zudem in Nebentätigkeiten wie als Putzfrau, Verkäuferin, Grabpflegerin, Schweißerin, Bardame, Luftgitarristin und Ghostwriterin. Des Weiteren arbeitete sie immer häufiger als Regieassistentin und später auch als Dramaturgin im Sprech- und Musiktheater.

2011 erstellte sie zusammen mit Adriana Kocijan[1] die Bühnenadaption für den 1995 erschienenen Roman Daskind[2] der Schweizer Schriftstellerin Mariella Mehr, einer Mitbegründerin der Schweizer Radgenossenschaft der Landstrasse. Daskind wurde in einer Co-Produktion des Essener offenen Ensembles Cantadoras[3] mit dem Theater Rampe[4] in Stuttgart uraufgeführt.

Seit 2012 ist sie freie Autorin. Motivierender Impuls war die notwendige Pflege ihrer Mutter, durch welche sie sehr auf den häuslichen Bereich beschränkt wurde. Sie schreibt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Noch im gleichen Jahr nahm sie am landesweiten Wettbewerb Reif für die Bühne teil, für den Stücke für das Seniorentheater eingereicht werden sollten. Zusammen mit zwei weiteren Stücken wurde ihr Beitrag Kommt in den Garten vom Institut für Bildung und Kultur e.V. in der kopaed verlagsgmbh München herausgegeben[5] und sie daraufhin für den Dramatikerinnen-Preis NRW nominiert. Des Weiteren erschien ihre Kurzbiographie und ein Stückauszug in der Zeitschrift Spiel&Bühne (Heft 4/2013: Schwerpunkt: Seniorentheater)[6], herausgegeben vom Bund deutscher Amateurtheater e.V.[7] in Berlin.

2013 wurde sie mit dem Literaturförderpreises der Gruppe WORT des LionsClubs Hamburg-Moorweide (Hamburger Literaturwettbewerb) für die Erzählung Oma Käte ausgezeichnet. Ihr Beitrag erschien daraufhin in der Anthologie Rollenspiele – Erzählungen junger Autoren.[8]

2014 erhielt sie den Meerbuscher Literaturpreis für ihre Kurzgeschichte Acht Minuten wunderbar und den Literaturförderpreis Ruhr für ihre Erzhlung Und samstags wird gebadet, zwei weitere ihrer Erzählungen wurden nominiert.

2015 wurde sie mit dem Kinder- und Jugendliteraturpreis Eberhard, dem Putlitzer Preis[9] und dem Goldenen Kleeblatt gegen Gewalt ausgezeichnet sowie mit einem Kurzkrimi für den KaroKrimiPreis nominiert. Der Kurzkrimi erschien daraufhin in der edition karo (Literaturverlag Josefine Rosalski) in Berlin.[10] Ihr Schwank Komplettwäsche Zweiter Frühling wurde in Gans die Sieger mit den anderen Gewinner-Kurzgeschichten des Putlitzer-Preises aus den Jahren 2005 bis 2015 in der edition oberkassel veröffentlicht.[11]

Frauke Angel ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie lebt heute nach berufsbedingten knapp dreißig innerdeutschen Umzügen mit ihrer Familie in Dresden.

[Bearbeiten] Theater

"Ich liebe das Theater! Ich entdeckte diese Leidenschaft schon in der Grundschulzeit, aber erst kurz vor dem Abitur begriff ich, dass Schauspielerin ein Beruf ist. Bis dahin dachte ich nämlich, man wird als Schauspielerin geboren, so wie man als Zirkuskind geboren wird, weil die Eltern Dompteure oder Clowns sind. Meine Eltern waren keine Schauspieler, doch die Lehrerin meiner Musical AG und der Lehrer meiner Theater AG erklärten mir freundlicherweise wie ich trotzdem eine werden könnte. Bis heute bin ich ihnen dafür unendlich dankbar. Denn während viele meiner Freunde zunächst das wurden, was ihre Eltern waren oder was ihre Eltern ihnen vorschlugen zu werden, führte ich bereits ein Gauklerleben, das mich glücklich machte. Nach Beendigung meiner Ausbildung spielte ich 20 Jahre lang auf deutschen Bühnen und in renommierten Off-Theater Produktionen. Dabei zog es mich nicht nur auf, sondern auch hinter die Bühne. Ich arbeitete immer häufiger als Regieassistentin und später als Dramaturgin im Sprech- und Musiktheater und schließlich begann ich zu schreiben. Erst für die Bretter, die die Welt bedeuten, dann für die Bretter Eurer Bücherregale. Doch während meine Liebe zur Kinder- und Jugendliteratur entbrannte, hielt die zum Theater an. Deshalb spiele ich noch heute mit Kindern und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen Theater, inszeniere Aufführungen und leite Theaterworkshops."[12]

[Bearbeiten] Bücher

"Ich liebe Bücher! Gute Bücher sind für mich wie Freunde. Sie können mich trösten, mir Mut machen, mich zum Lachen bringen oder meine Wut in die Welt schreien. Nachdem ich lesen gelernt hatte, gab es für mich lange Zeit keinen schöneren Ort als die Stadtbücherei. Später zeigte mir meiner Mutter dann die Buchhandlung, in der ich mir einmal im Monat ein Buch aussuchen durfte. Ganz ohne dass ich Geburtstag hatte, war dieser Tag immer einer, dem ich in Vorfreude entgegenfieberte. Jedes Mal dachte ich, dass man von solchen Bücher Freu(n)den niemals nie genug kriegen kann. Und deshalb habe ich begonnen selber Bücher zu schreiben. Für Euch."[13]

[Bearbeiten] Hörspiele und Radiogeschichten

"Ich liebe das Radio! Schon als Kind konnte ich mich abends nie entscheiden, ob ich Radio hören oder mein Buch weiterlesen sollte. Meistens habe ich dann so lange gelesen bis die Taschenlampe einkassiert wurde und danach noch heimlich das Radio angestellt. Allerdings bin ich dabei meist doch schnell eingeschlafen. Natürlich nicht, weil ich müde war, auf gar keinen Fall! Sondern weil das Nachtprogramm nicht für Kinder gemacht wurde und deshalb oft gähnend langweilig war. Zum Glück wurde vor nicht allzu langer Zeit der Podcast erfunden, mit dem man heute mühelos alle ausgestrahlten Sendungen zum beliebigen Zeitpunkt wieder und wieder hören kann. Und es gibt wirklich wunderbare Sendungen für Kinder! Meine stehen nach der Ursendung ein Jahr lang kostenlos für euch zur Verfügung. Also, macht die Taschenlampen aus und stellt Eure Lauscher auf!"[17]

[Bearbeiten] Preise und Nominierungen

"Ich liebe Preise! Einmal habe ich den ersten Preis im Luftballon-Weitfliege-Wettbewerb gewonnen. Auf einem Fest in der Gartensparte durften wir Kinder Luftballons steigen lassen, an denen eine Karte hing. Der Finder sollte die Karte mit dem Vermerk, wo er den Ballon gefunden hatte, zurückschicken. Leider ließ ich meinen Ballon direkt unter einem Baum los und er verfing sich im Geäst. Ich weinte bitterlich, denn ich wünschte mir doch so sehr den Hauptpreis, einen wunderschönen Farbmalkasten. Als das Fest vorbei und alle Leute nach Hause gegangen waren, kletterte mein Opa für mich auf den Baum und befreite meinen Ballon. Dann liefen wir gemeinsam über die Wiesen und ließen ihn in den Himmel steigen. Viele Wochen und sehr viele Kilometer später fand ihn ein Bauer und schickte meine Karte zurück. Mein Opa und ich wurden zur feierlichen Preisverleihung in die Gartensparte eingeladen. Bei der Übergabe des Malkastens hatte ich knallrote Ohren und alle lächelten, weil sie die für ein Anzeichen von Freude hielten. Aber in Wirklichkeit schämte ich mich dafür, dass ich erst geheult und dann auch noch geschummelt hatte. Ich habe den Malkasten nicht ein einziges Mal benutzt. Wahrscheinlich kann ich deshalb bis heute nicht malen. Zum Glück sieht’s mit dem Schreiben besser aus."[18]

gemeinsam mit Stephanie Brittnacher (Zeichnung) für "Haus aus Stein"

für "Ich will kein Engel sein", Kinderhörspiel

für "Oma Kuckuck", Bilderbuch

für "Ein eiskalter Fisch", Bilderbuch

[Bearbeiten] Tätigkeiten im literarischen Umfeld

Frauke Angel wird in der Autorendatenbank des Friedrich-Bödecker-Kreises geführt und ist Mitglied im Bundeskongress Kinderbuch. Sie arbeitet als Dozentin für Theater und Literatur an Grund- und weiterführenden Schulen und begleitet künstlerische Projekte in Begegnungsstätten und Seniorenheimen. Sie ist Gründerin der Golden Writers, dem Netzwerk sächsischer Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Vgl. Webseite von Adriana Kocijan.
  2. Hat keinen Namen, Daskind. Wird Daskind genannt. Oder Kleinerbub, obwohl es ein Mädchen ist ... Eine Kindheitsgeschichte, mit expressiver Sprachgewalt erzählt. Daskind bei amazon, Nagel & Kimche Verlag, Zürich 1995, ISBN: 978-3312002108.
  3. Cantadoras, seit 1998 bestehend, versteht sich als offenes Ensemble, arbeitet spartenübergreifend und projektbezogen. Statt der Suche nach einer Theatersprache, die dem gewählten Text bzw. Thema entspricht, setzt die Gruppe durch ihre Zusammenarbeit mit anderen Künstlern neue Impulse und erprobt ungewöhnliche Inszenierungskonzepte. Nicht unwesentlich ist die Ästhetik der Gruppe dabei von der besonderen schauspielerischen Kraft der beiden Initiatorinnen Adriana Kocijan und Janin Roeder geprägt. Nach dem Abschluss einer Schauspiel- und Tanzausbildung an der Folkwang Hochschule Essen beteiligten sie sich neben mehreren Engagements an deutschen Stadttheatern an einer Vielzahl freier Tanz- und Theaterprojekte. In: FRAUEN.KRIEG.LUSTSPIEL. Cantadoras auf der Webseite von unidram.
  4. Webseite Theater Rampe.
  5. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, bewegen sich immer mehr ältere Menschen. Was ihnen oft fehlt, sind geeignete Theatertexte, die auf die speziellen Bedürfnisse dieser Amateurtheaterensembles zugeschnitten sind. Um diesem Mangel zu begegnen und das Repertoire der Gruppen mit zeitgemäßen Textvorlagen zu bereichern, entstand der Wettbewerb „Reif für die Bühne“. Er lud bereits zum zweiten Mal Dramatikerinnen aus Nordrhein-Westfalen ein, Stücke für das Seniorentheater zu schreiben. Drei der eingereichten Stücke wurden in diese Anthologie aufgenommen: Das Haus der Jeanne Calment von Lisa Danulat, ausgezeichnet mit dem Dramatikerinnen-Preis NRW 2012, sowie Kommt in den Garten von Frauke Angel und Damenkarussell von Jule Vollmer. Es sind sehr unterschiedliche Texte, die größeren und kleineren Ensembles von theaterbegeisterten Älteren Spielräume geben. Sie drehen sich um die persönliche und die historische Geschichte, um Sehnsüchte und die Suche nach Glück und Erfüllung. In: Reif für die Bühne. Neue Stücke für Seniorentheater, Band 2, herausgegeben vom Institut für Bildung und Kultur e.V., kopaed verlagsgmbh, München 2013, ISBN 978-3-86736-296-2.
  6. Inhaltsverzeichnis von Spiel&Bühne (Heft 4/2013: Schwerpunkt: Seniorentheater) mit einem Kurzporträt von Frauke Angel (S. 11) und einem Stückeauszug von Kommt in den Garten (S. 11ff).
  7. Webseite des Bund deutscher Amateurtheater e.V.
  8. Aus fast 500 Einsendungen zum Leserwettbewerb wurden die Erzählungen von drei Preisträgern und sieben weiteren Autoren zu einer Anthologie zusammengestellt. Kreuzungen sind Schicksal, im alltäglichen Kleinen, bei großen Katastrophen und Glücksfällen auf unterschiedlichen Ebenen. Sie sind Orte der Chance, des Wartens oder des Unfalls. Sie verlangen Entscheidungen. Entscheidungen fordern und überfordern. In: Rollenspiele – Erzählungen junger Autoren auf der Webseite des Literaturwettbewerbs Hamburg, Peter Rathke Verlag, Kiel 2013, ISBN: 978-3-9814304-8-6.
  9. Webseite des Putlitzer-Preises.
  10. Advent, Advent, die Alster brennt., edition karo Literaturverlag Josefine Rosalski Berlin, 2015, ISBN 978-3-937881-16-4. KaroKrimiPreis 2015. Die besten Dreizehn. 1. Platz: Kai Riedemann – Frag nicht nach Stefan 2. Platz: Jürgen Rath – Paternoster, du im Himmel 3. Platz: Sarah Fiona Gahlen – Engel und Weihnachtsmann. Nominiert waren außerdem: Katharina Joanowitsch – Hauptbahnhofblues, Brigitte Karin Becker – Weihnachtsschnee, Frauke Angel – Hamburg, mein Lametta!, Stephanie Fleischer – Ein Licht geht an, Heidi Ramlow – Geiht nich, givt nich, Marika Bergmann – Große Freiheit nachts um halb eins, Michael Johannes B. Lange – Tod eines geistlichen Vorstehers, Sabine LaBe – Pfefferkuchen mit Filmriss, Evelyn Leip – Weihnachtsdomino, Jacqueline Reese – Gefallener Engel.
  11. 42er autoren. Putlitzer Preis 2005-2015 (Hrsg.): Gans die Sieger. Kurzgeschichten, edition oberkassel, Düsseldorf 2016, ISBN: 978-3958130517: Der Autorenverein 42erAutoren e. V. lobt jedes Jahr einen Kurzgeschichtenpreis aus, den Putlitzer Preis, basierend auf dem Namen einer Kleinstadt in der Prignitz. Diese Anthologie enthält die Siegergeschichten der Jahre 2005 bis 2015. Die einzelnen Geschichten umfassen maximal tausend Wörter und haben sich jeweils gegen mehrere tausend Einsendungen durchgesetzt und die Juroren überzeugt. Versehen mit einem Vorwort von Tom Liehr, der über die Entstehung des Preises plaudert, wird die Anthologie mit einem Aufsatz von Horst-Dieter Radke zum Thema Kurzgeschichten und einem von Joan Weng geführten Interview mit Gundi Herget, der 2015er Preisträgerin, abgeschlossen. (amazon.
  12. http://www.fraukeangel.de/theater/.
  13. http://www.fraukeangel.de/buecher/
  14. Regine Bruckmann (RBB Kulturradio): "Immer wieder müssen Kinder und Jugendliche die Erfahrung machen, dass einer ihrer Eltern an Krebs erkrankt oder stirbt. Es ist nicht einfach, ein Buch darüber zu schreiben, das realistisch ist und trotzdem nicht mutlos macht. Frauke Angel ist es gelungen."
  15. Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur: "Ein Buch, das Mut macht und optimistisch auf eine Welt blickt, in der Vielfalt und Individualität selbstverständlich sind."
  16. Bodo Pohla (EKZ Bibliotheksservice): "Ein Statement gegen vorgeprägte Geschlechterrollen im Kindergarten."
  17. http://www.fraukeangel.de/hoerfunk/
  18. http://www.fraukeangel.de/texte/
  19. "Begründung der Jury: Wie das mit dem Glück war - Viel zu früh in die Eigenständigkeit hineingeworfen wird Lelio, der seufzend, hoffend, seine Umgebung genau beobachtend und reflektierend erzählt: wie sein alleinerziehender Vater ihm immer fremder wird, das Geld zu knapp, die Welt enger, und wie eine neue algenforschende Nachbarin ganz unkonventionell für ihn zum kleinen Hafen wird. Schritt für Schritt lässt Autorin Frauke Angel den komplett auf sich selbst gestellten und zunehmend überforderten Grundschüler erkennen, dass auch der teilverzweifelt süchtige Vater überfordert ist und man über Probleme mit jemandem reden muss. Und den Leser, dass Freunde Halt geben können und wie wichtig ein großer Vertrauensvorschuss ist – zum Beispiel in Form eines Haustürschlüssels. All das in einer tastend behutsamen Sprache, der es gelingt, das drückende Grau gegen eine beglückende Farbigkeit im Leben auszuwechseln."
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