Erste „Allgemeine Deutsche Kunstausstellung“

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Einladungskarte für die Ausstellung

Die erste „Allgemeine Deutsche Kunstausstellung“ mit Werken bildender Künstler aus allen vier Besatzungszonen fand vom 25. August bis 31. Oktober 1946 in der damaligen Dresdner Stadthalle am Nordplatz statt.

[Bearbeiten] Hintergrund

Unmittelbar nach der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitler-Faschismus im Mai 1945 hatten auch Dresdner Maler, Graphiker und Bildhauer ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. „Das widerspiegelt sich u.a. in der Tatsache, daß in der Stadt Dresden eine Reihe von Ausstellungen stattfanden.“ Genannt seien hier die Kunstausstellungen im September 1945 („Dresden nach dem 13. Februar 1945“) und Dezember 1945 („Freie Künstler“) sowie im März 1946 die Sonderschau „Opfer des Faschismus“ mit Arbeiten von 137 sächsischen Künstlern.

Am 25. August 1946 wurde die erste „Allgemeine Deutsche Kunstausstellung“ in der damaligen Dresdner Stadthalle am Nordplatz, heute Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, eröffnet. Veranstalter waren die Landesverwaltung Sachsen, der „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ und die Stadt Dresden. Die Ausstellung – bis zur Schließung am 31. Oktober 1946 zählte sie 74.000 Besucher – vereinte erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg insgesamt 594 Werke bildender Künstler aus ganz Deutschland. Sie waren aus 2.400 Bildern und Plastiken von einer Jury „… vor allem unter dem Aspekt einer vom Nationalsozialismus befreiten Nationalkultur ausgesucht worden“. Unter den 250 Ausstellern befanden sich auch 74 Maler, Graphiker und Bildhauer aus Dresden.

Der mit Konzeption und Leitung der Ausstellung beauftragte Dresdner Bildhauer Herbert Volwahsen (1906–1988) nahm in seiner Rede auch Bezug auf die Ausstellung „Entartete Kunst“ des Jahres 1937. Der heutige Tag habe für die Dresdner Künstler noch eine besondere Bedeutung, da schon im September 1933 im Lichthof des Dresdner Rathauses die Ausstellung „Spiegelbilder des Verfalls in der Kunst“ eröffnet, danach in anderen Orten und 1935 auch auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg gezeigt wurde.

„Wie es schwierig war, die Kunstwerke aus den vier Besatzungszonen heranzuholen, so oft kaum leichter, die am Rande der Ruinenstadt Dresden untergebrachte Ausstellung zu erreichen.“, schrieb anlässlich der vierzigsten Wiederkehr der ersten Kunstausstellung der Kulturwissenschaftler und Mitbegründer der Dresdner Ortsgruppe des Kulturbundes Artur Dänhardt (1902–unbekannt) in der Wochenendausgabe der Sächsischen Zeitung vom 23./24. August 1986. Und weiter: „Mit Werken von Ernst Barlach (1870–1938), Käthe Kollwitz (1867–1945), Christian Rohlfs (1849–1938), Fritz Schulze (1903–1942) u.a. wurde der Verstorbenen und der durch den NS-Staat Ermordeten gedacht. Namen wie Lionel Feininger (New York), Karl Hofer (Berlin), Oskar Kokoschka (London), Max Pechstein (Berlin) oder die Dresdner Erich Fraaß, Otto Griebel, Hans und Lea Grundig, Reinhold Langer, Bernhard Kretschmar, Curt Querner und Paul Wilhelm waren unter den Ausstellern. Stellvertretend für die heute noch Tätigen seien die Dresdner Friedrich Press, Hermann Glöckner und Theodor Rosenhauer genannt.“

In seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung 1946 führte der Präsident der Landesverwaltung Sachsen Rudolf Friedrichs (1892–1947) unter anderem Folgendes aus: „Daß zu dieser Ausstellung Künstler nicht allein der Länder und Provinzen der sowjetisch besetzten Zone, sondern aller Besatzungszonen Deutschlands erschienen sind und ihre Werke zur Ausstellung bringen, erfüllt uns alle mit großer Freude. Diese Tatsache bildet eine Vertiefung des Austausches der Gedanken und Ideen, und sie ist damit ein wertvoller Schritt für die Bildung der Einheit Deutschlands.“

Was den „Schritt für die Bildung der Einheit Deutschlands“ betrifft, so ist anzumerken, dass 1949 zunächst die Bundesrepublik Deutschland und im Nachgang die Deutsche Demokratische Republik gegründet wurden. So war die erste Allgemeine Deutsche Kunstausstellung des Jahres 1946 zwar eine der bedeutenden Ausstellungen nach dem Zweiten Weltkrieg, aber bis 1990 auch die einzige ihrer Art.

[Bearbeiten] Quellen

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