August Portius

Stadtwiki Dresden - Freiraum für Ideen und Wissen über Dresden
Wechseln zu: Navigation, Suche

August Portius (* 14. August 1834 in Leipzig; † 7. September 1912 in Dresden) war ein königlich-sächsischer Offizier, zuletzt im Rang eines Generalmajors. Portius war ehemaliger Direktor des sächsischen Militärbauwesens und gilt als einer der Erbauer der Dresdner Albertstadt sowie der Jägerkaserne in Johannstadt.

[Bearbeiten] Familie

August Portius entstammte der weit verzweigten Familie Portzig, auch Porzig und Portz, latinisiert auch Portius. Er war der Sohn des Leipziger Kaufmanns und Wollhändlers [1] Friedrich Wilhelm Ferdinand Portius (* 7. September 1796 in Oberwiederstedt bei Mansfeld/Anhalt; † 31. März 1851 in Warschau)[2] und dessen 1825 geheirateter zweiter Ehefrau Auguste geb. Brockhaus (* 23. Juli 1799 in Dortmund; † 10. September 1885 in Dresden),[3] Tochter des bekannten Verlagsinhabers, Friedrich Arnold David Brockhaus (17721823) und dessen Ehefrau Sophie Wilhelmine Arnoldine geb. Beurhaus (17771809). Augusts Vater Ferdinand Portius gründete 1822 zusammen mit Ferdinand Hartmann eine Wollhandlung, womit er auch das Bürgerrecht der Stadt Leipzig erlangte. Sein Vater schied jedoch 1829 wieder aus dem gemeinsamen Unternehmen mit Hartmann wieder aus.[4] 1850 ist Ferdinand Portius in Dresden als Ökonom mit einer Wohnung in der Friedrichstraße 22 verzeichnet.[5]

Augusts Großvater väterlicherseits war der Hallenser Amtmann Johann Samuel Portius (17621813), der mit Benigna Dorothea geb. Beck verheiratet war.[6] August hatte noch folgende Geschwister:

August Portius heiratete am 23. November 1865 in Leipzig Clara Therese von Tasch (* 14. Mai 1845 in Glauchau; † 2. Juli 1898 in Dresden). Das Paar hatte folgende Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

August Portius schlug den Weg eines Ingenieur-Offiziers bei der sächsischen Armee ein und ist erstmals 1856 im Dresdner Adressbuch als Pionierleutnant in der Kasernenstraße 20 verzeichnet. Im gleichen Buch wird auch Julius Carl Gotthelf Portius (* 1834) als Artillerieleutnant in der Rähnitzgasse 8 erwähnt.[8] Bereits im gleichen Jahr zog August in die Rhänitzgasse 8, wobei Julius Carl Gotthelf jedoch weiter in die Magazinstraße 7 zog.[9] Beide blieben bis 1858 in diesen Wohnungen gemeldet.

1861 zog August Portius, nunmehr als Artillerie-Leutnant verzeichnet, in die Große Klostergasse 12.[10] 1862 wurde er zum aggregierten (überzähligen) Artillerie-Oberleutnant befördert und zog in die Alaunstraße 53, wo er mit seiner Mutter Auguste eine Wohnung bezog.[11] Beide zogen aber 1864 bereits wieder in die Große Klostergasse, diesmal in die Hausnummer 13.[12] 1865 wurde Portius, weiter im Dienstrang eines Oberleutnants, zum königlich-sächsischen Generalstab versetzt und zog in den Unteren Kreuzweg 3.[13]

Ein Jahr später, 1866, während des Preußisch-Österreichischen Krieges wurde er zum königlich-sächsischen Armee-Korps-Kommando versetzt.[14] 1867 wurde Portius zum Ingenieur-Hauptmann befördert und ging zurück in den sächsischen Generalstab.[15] 1870/71 nahm Portius am Deutsch-Französischer Krieg teil. Im Anschluss an den Krieg war er einige Zeit im elsässischen Straßbourg stationiert, wo auch seine Tochter Martha geboren wurde. 1874 war Portius, mittlerweile im Rang eines Majors, in der sogenannten „Geniedirektion“ tätig und zog in die Hospitalstraße 5.[16] Zusammen mit dem damaligen königlich-sächsischen Oberst André und dem Baurat und Professor Hermann Nicolai begannen hier die Planungen und Ausführungen zum Bau der größten zusammenhängenden Kasernenanlagen im damaligen Deutschen Reich, in der Albertstadt. André und Portius waren direkt dem damaligen Kriegsminister und General der Kavallerie, Alfred Graf von Fabrice unterstellt.

1875 wurde Portius Direktor des sächsischen Militär-Bauwesens.[17] Um den Bau in der Albertstadt besser vor Ort zu leiten, zog er 1877 in das dortige Administrationsgebäude 1 am damaligen Königsplatz.[18] 1881 wurde Portius zum Oberstleutnant [19] und bereits vier Jahre später, 1884 zum Oberst befördert.[20] Ab 1886 war Portius als sogenannter „Genie-Direktor“ verzeichnet.[21] Als Direktor des sächsischen Militär-Bauwesens war Portius nicht nur in erheblichem Maße an den Militärbauten in der Albertstadt beteiligt, sondern schuf auch das von ihm erbaute Barackenlager für den neu angelegten Artillerieschießplatz bei Zeithain.[22]

1889 wurde Portius zum Generalmajor ernannt. Er blieb weiterhin Genie-Direktor und Direktor des Militär-Bauwesens.[23] 1892 wurde er in den vorläufigen Ruhestand im Rang eines Generalmajors z.D. (zur Disposition) gesetzt. Gleichzeitig zog er in eine Wohung im zweiten Obergeschoss in der Löwenstraße 7,[24] zog aber 1894 wieder in den Unteren Kreuzweg, diesmal in die Hausnummer 5.[25] Im Juli 1898 starb Portius Ehefrau Clara Therese. Danach zog er in eine Wohnung in die Antonstraße 12 und ab 1902 in die Königsbrücker Straße 62.[26] Am 8. August 1904 erschien in Rudolf Lebius' Dresdner Zeitschrift „Sachsenstimme“ ein Aufsatz von Max Dittrich zu General Portius.[27]

Portius wohnte zuletzt im Dresdner Stadtteil Striesen, in der dortigen Niederwaldstraße 31 und wurde St.-Pauli-Friedhof im Hechtviertel beerdigt. Zu diesem Zeitpunkt ist sein Sohn Franz Albert Portius als Doktor der Rechtswissenschaften und Rechtsanwalt beim Dresdner Land- und Amtsgericht verzeichnet.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch Leipzig 1834, SLUB, S. 171
  2. Laut Rodovid starb Ferdinand 1859. In den Dresdnern Adressbüchern ist er 1850 letztmals aufgeführt. Seine Ehefrau Auguste ist 1851 weiter in der Friedrichstraße verzeichnet, im Adressbuch von 1852 erstmals als Witwe, weshalb die Jahreszahl 1851 als Todesjahr hier verwendet wurde.
  3. Laut Rodovid starb Auguste Portius bereits 1880. In den Dresdner Adressbüchern ist sie aber noch bis 1885 in ihrer Wohnung in der Alaunstraße 6 verzeichnet, weshalb diese Jahreszahl hier verwendet wurde.
  4. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Kammgarnspinnerei (Leipzig)“
  5. Adressbuch Dresden 1850, SLUB, S. 285
  6. Johann Samuel Portius auf heidermanns.net
  7. Adressbuch Dresden 1912, SLUB, S. 837
  8. Adressbuch Dresden 1856, SLUB, S. 173
  9. Adressbuch Dresden 1857, SLUB, S. 179
  10. Adressbuch Dresden 1862, SLUB, S. 197
  11. Adressbuch Dresden 1863, SLUB, S. 209
  12. Adressbuch Dresden 1865, SLUB, S. 222
  13. Adressbuch Dresden 1866, SLUB, S. 232
  14. Adressbuch Dresden 1867, SLUB, S. 237
  15. Adressbuch Dresden 1868, SLUB, S. 243
  16. Adressbuch Dresden 1875, SLUB, S. 294
  17. Adressbuch Dresden 1876, SLUB, S. 307
  18. Adressbuch Dresden 1878, SLUB, S. 328
  19. Adressbuch Dresden 1882, SLUB, S. 321
  20. Adressbuch Dresden 1885, SLUB, S. 370
  21. Adressbuch Dresden 1887, SLUB, S. 424
  22. Joseph Kürschner: König Albert und Sachsenland, eine Festschrift…, Onlineversion auf Google Books, S. 149
  23. Adressbuch Dresden 1890, SLUB, S. 490
  24. Adressbuch Dresden 1893, SLUB, S. 574
  25. Adressbuch Dresden 1895, SLUB, S. 624
  26. Adressbuch Dresden 1903, SLUB, S. 664
  27. Hermann Klencke-Mannhart im Karl-May-Wiki
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge