Reinstsiliziumwerk Gittersee

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Das geplante Reinstsiliziumwerk Dresden-Gittersee sollte Material für die Dresdner Chipherstellerung im Rahmen des Mikroelektronikprogramms der DDR liefern. Planung und Bau wurden nach Protesten Ende 1989 abgebrochen.

[Bearbeiten] Geschichte

Im Mai 1987 beschloss das Politbüro der DDR die Ansiedlung eines Betriebes zur Herstellung von Reinstsilizium, welches Basis in der Halbleiter- und Computerindustrie ist. Das Reinstsiliziumwerk sollte den Bergleuten des Bergbaubetriebs „Willi Agatz“ der SDAG Wismut in Dresden-Gittersee eine Zukunftsperspektive bieten. Die Uranvorräte im Grubenfeld waren fast erschöpft und eine Schließung für 1989 vorgesehen. Der benötigte hochentzündliche Grundstoff Trichlorsilan (TCS) sollte vom Chemiewerk Nünchritz bei Riesa per Bahn über die Gleise der Windbergbahn angeliefert werden.

Es formierte sich starker Protest, die Anwohner befürchteten neue Umweltbelastungen für das Gebiet. Außerdem liegt das Gebiet in der Einflugschneise des Flughafens Dresden. Ein Flugzeugabsturz über dem Werk käme einem Chemiewaffenangriff auf Dresden gleich.[1]

Am 3. November 1989 kam mit der Wende in der DDR der Baustopp.[2]

Die Proteste des Sommers 1989 waren eine wichtige Wegwarke, welche schließlich im Oktober 1989 zu den Massenprotesten und der Wende in der DDR führten.

Der Rohbau (heute Offenburger Straße 1, Ecke Stuttgarter Straße) wurde später von der Firma Dr. Quendt für ihre Zwecke umgebaut.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Heiko Weckbrodt: Dresden 1989: Siliziumwerk wird zur Kraftprobe zwischen Bürger und Staat. 25. September 2011.
  2. Deutsches Historisches Museum: Ökologische Proteste zur Verhinderung des Baues des Reinstsiliziumwerkes in Dresden-Gittersee 1989.
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