Nordfriedhof

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Feierhalle von 1902 auf dem Nordfriedhof

Der heutige Nordfriedhof wurde als Garnisonfriedhof für die Dresdner Garnison der sächsischen Armee 1901/1902 als eigenständiger Friedhof in der Albertstadt am nördlichen Ende der Marienallee oberhalb des Garnisonlazaretts angelegt.

Bis dahin war es üblich, dass hochrangige Offiziere auf dem St. Pauli-Friedhof im Dresdner Hechtviertel am Rand der westlichen Albertstadt begraben wurden. Nach der Weihe des Garnisonfriedhofs wurden die Erbbegräbnisse von Offizieren und Generalen immer mehr in diesen Friedhof verlagert. [1]


[Bearbeiten] Erster Weltkrieg

Gedenkstätte Erster Weltkrieg auf dem Nordfriedhof

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges und mit den in seiner Folge an Kriegsverletzungen im Garnisonlazarett Verstorbenen wurden auch die ersten Kriegsgräber in der Zeit zwischen 1914 und 1918 angelegt. Fur den Nordfriedhof gibt es eine detaillierte Auflistung der historischen Gräber bis zum Zweiten Weltkrieg. [2]

Nach dem Ende des Krieges wurde eine Ehrenstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges mit den Gedenktafeln sämtlicher aktiver Regimenter sowie Reserve- und Ersatztruppenteile des Standortes angelegt. Die bastionartige Anlage im östlichen Teil des Nordfriedhofs wird durch eine Flügeltreppe erschlossen. Der Großteil der Innenfläche wird von einer symmetrisch geteilten Wiese mit naturnahem Baumbesatz ausgefüllt. Am Nordrand der Anlage befndet sich eine Sandsteinmauer, gestaltet von Georg Türke, in der kupferne Gedenktafeln an die verschiedenen Truppenteile erinnern. [1] Sie werden durch die darüber befindlichen Worte Theodor Körners verbunden:

Mag der Staub gefallner Helden modern
Die dem großen Tode sich geweiht
Ihres Ruhmes Flammenzüge lodern
In dem Tempel der Unsterblichkeit
 Theodor Körner, Auf dem Schlachtfelde von Aspern, Leyer und Schwerdt, 1812.

Zum Volkstrauertag legen hier die Fraktionen des Stadtrates und des Landtages wieder Kränze nieder.

An der äußeren Rundung im Süden der Anlage befinden sich weitere, hier steinerne Gedenktafeln, z.B. vom Verein der Kriegsgefangenen, sowie ein kleines Brunnenbecken.


[Bearbeiten] Zweiter Weltkrieg

1930 wurde der Friedhof in Standortfriedhof umbenannt, sein heutiger Name setzte sich allerdings erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch. [3]

Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurde der südliche Teil des Friedhofs angelegt, auf dem auch Menschen anderer Nationalitäten bestattet wurden. Neben ungarischen Militärangehörigen ruhen hier auch verstorbene Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus Polen, der Tschechoslowakei, Rumänien und der Sowjetunion, die hierher umgebettet wurden. [4] Die deutschen Kriegsgräber und Gedenktafeln dieser Zeit erinnern sowohl an Verstorbene aus Lazaretten und des Bombardements als auch an Opfer der Militärjustiz, Selbstmörder, die sich dem Krieg entzogen haben, und Teilnehmer des militärischen Widerstandes vom 20. Juli 1944. [4]

Seit 1987 steht der Nordfriedhof unter Denkmalschutz.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Dresden als Garnisonstadt in Dresdner Hefte Nr. 53, 1/1998, 16. Jahrgang, Beiträge zur Kulturgeschichte, Dresdner Geschichtsverein e.V., 1998, Gesamtredaktion Hans-Peter Lühr, Sandstein-Verlag Dresden, ISBN 978-3-910055-94-0.
  2. Der [http://www.denkmalprojekt.org/2021/albertstadt_nord-frdh-soldatengrabmaeler-u-priv-gedenken_stadt-dresden_dsw_wk1_sx.html Nordfriedhof] beim [http://www.denkmalprojekt.org/ Onlineprojekt Gefallenendenkmäler]
  3. Flyer der Stadt Dresden zum Nordfriedhof
  4. a b Informationstafel des Jugendarbeitskreises Sachsen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. am Eingang des Friedhofes

[Bearbeiten] Weblinks

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