Hans Alexander von Bosse

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Wappen der Adelsfamilie von Bosse

Hans Alexander von Bosse, auch von Boße (* 13. März 1835 in Meißen; † 13. März 1898 in Bautzen)[1] war ein sächsischer Jurist und Beamter, u.a. als königlich-sächsischer Amts- und Kreishauptmann und vortragender Rat im Ministerium des Innern im Rang und mit Titel eines Geheimen Rates. Als Politiker war er außerdem Abgeordneter der Zweiten Kammer des Sächsischen Landtags.

[Bearbeiten] Familie

Von Bosse entstammte der ursprünglich bürgerlichen Familie Bosse aus Westfalen, die während der Napoleonischen Besatzung 1811 durch den Palastfourier Philipp Georg Bosse und den Auditeur im westfälischen Staatsrat Heinrich Bernhard Bosse in den erblichen Ritterstand des Königreiches Westfalen erhoben wurde.[2]

Von Bosse war der Sohn des königlich-sächsischen Premierleutnants a.D. (außer Dienst) und Obersteuerkontrolleurs in Meißen, Alexander Leopold Moritz Eduard von Bosse (* 1800 in Cölln, damals bei Berlin; † 27. September 1887 in Schandau) und dessen 1832 in Dresden geheirateter Ehefrau Emilie Josefine Louise von Falkenstein (* 25. Juni 1805; † 10. April 1869 in Schandau).[3] Von Bosses Vater nahm am Dresdner Maiaufstand 1849 teil. Da er Staatsbeamter war, leitete das Justizamt Meißen eine Untersuchung ein, die bis 1856 dauerte.[4] Sein Vater konnte im Staatsdienst verbleiben, wurde aber nach Bad Schandau versetzt, wo er zuletzt als Hauptamts-Rendant im Hauptzollamt Schandau unter dem damaligen Oberinspektor Gustav Wilhelm Kluge arbeitete.[5] Von Bosses Schwester:

Hans Alexander von Bosse heiratete 1861 in Schwarzenberg die Tochter des Finanzprokurators Hermann M. Garten, der 1849/50 Abgeordneter der Ersten Kammer des Sächsischen Landtages war.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Von Bosse erhielt seine höhere Schulbildung an der Landes- und Fürstenschule St. Afra in Meißen, in die er zu Martini 1848 eintrat. Sein Reifezeugnis erhielt er mit seinem Abgang von der Schule sechs Jahre später, an Martini 1854. Danach immatrikulierte er sich an der Universität Leipzig, wo er ein Studium der Rechtswissenschaft absolvierte. Während seiner Studienzeit gehörte er der Leipziger Burschenschaft an.

Nach dem Bestehen seines ersten juristischen Staatsexamens arbeitete von Bosse anfangs als Auditeur, später als Assessor an den Gerichtsämtern in Bad Schandau, Schwarzenberg und Auerbach sowie am Bezirksgericht Zwickau. Dort wechselte er 1863 in die Verwaltung zur Zwickauer Kreisdirektion. Im Februar 1870 bestand er sein Staatsexamen für den höheren Verwaltungsdienst und begann danach eine Tätigkeit als Regierungsassessor im Ministerium des Innern in Dresden. Zu dieser Zeit bezog er eine Wohnung in der Mathildenstraße 38b.[10] 1872 erhielt von Bosse noch von König Johann den Rang und den Titel eines königlich-sächsischen Regierungsrates.[11]

1874 wurde von Bosse zum Amtshauptmann in Dippoldiswalde ernannt, 1877 in der gleichen Funktion nach Meißen versetzt, wo er zehn Jahre in der Domstadt wirkte. 1887 folgte von Bosse dem Ruf als Erster Rat im Rang eines königlich-sächsischen Geheimen Regierungsrates in die Kreishauptmannschaft nach Dresden zu kommen. Zu dieser Zeit wohnte er in der Kaulbachstraße 7.[12] Das Amt als Kreishauptmann übte er drei Jahre aus. 1890 wechselte von Bosse als vortragender Rat in das Ministerium des Innern und zog in die Pirnaische Straße 63.[13] 1894 erhielt er den Titel eines Geheimen Rates, als er zum Abteilungsvorstand der I. Abteilung im sächsischen Innenministerium ernannt wurde.[14][15]

1895 wurde von Bosse vom sächsischen König Albert zum Kreishauptmann von Bautzen berufen. Dort zog er die Wallstraße 5.[16] Zu dieser Zeit bereits gesundheitlich angeschlagen, hatte er mit einem Rückenmarksleiden zu kämpfen, dem er 1898, genau an seinem 63. Geburtstag und nur drei Jahre nach seinem Amtsantritt in Bautzen erlag.

Als Parlamentiarier gehörte von Bosse ab 1874, zuerst als Vertreter des Bezirks Disspoldiswalde, später bis 1890 für den Bezirk Meißen der Zweiten Kammer des Landtages des Königreiches Sachsen an. Dort war er als konservativer Politiker für den Konservativen Landesverein Sachsens tätig.[17] Von Bosse verfasste einige Bücher, Veröffentlichungen und Kommentierungen zu Gesetzen des Königreiches Sachsen, um diese in handlichen Ausgaben der Bevölkerung zugänglich zu machen.

[Bearbeiten] Veröffentlichungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Auszeichungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Lebensdaten nach Elvira Döscher, ‎Wolfgang Schröder: Sächsische Parlamentarier 1869-1918, S. 353. Die Angabe in der Wikipedia scheint falsch zu sein. Sie auch Artikel in der Deutschen Biographie im Abschnitt Quellen.
  2. Heinrich August Verlohren, Max Barthold, Franz Verlohren: Stammregister und Chronik der Kur- und Königlich Sächsischen Armee von 1670 bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, Degener-Verlag 1983, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 142
  3. Jahrbuch des deutschen Adels, Band 1, Berlin 1896, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 625
  4. Archivale 10057, Kreisamt Meißen im Hauptstaatsarchiv Dresden
  5. Staatshandbuch für das Königreich Sachsen 1865/66, Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek, S. 207
  6. Stammbaum der Familie Zenker, Datensatz Richard Oertel, abgerufen am 22. Dezember 2019
  7. Bestand 30345 Hauptzollamt Zwickau, Staatsarchiv Chemnitz
  8. Letztmalig im Adressbuch Zwickau 1896, S. 330, SLUB
  9. Vermählungsnazeige in der Leipziger Zeitung 1862, Digitalisat in der Bayerischen Staatsbibliothek], S. 4304
  10. Adressbuch Dresden 1871, S. 49, SLUB
  11. Adressbuch Dresden 1873, S. 52, SLUB
  12. Adressbuch Dresden 1888, S. 79, SLUB
  13. Adressbuch Dresden 1892, S. 96, SLUB
  14. Adressbuch Dresden 1895, S. 119, SLUB
  15. Adressbuch Dresden 1895, S. 1617], SLUB
  16. Adressbuch Bautzen 1895, S. 37, SLUB
  17. Siehe u.a. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Liste der Mitglieder des Sächsischen Landtags 1887/88“

[Bearbeiten] Weblinks

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