Großer Hecht

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Großer Hecht des Straßenbahnmuseums auf Sonderfahrt
... 1702 im Eisenbahnmuseum

Der Große Hecht war Ende der 1920er Jahre von Alfred Bockemühl entwickelt worden und stellte einen neuen Typ Straßenbahn dar, der Vorbild für weitere Generationen in Deutschland wurde. Seinen Namen erhielt das Fahrzeug wegen seiner außergewöhnlichen Fahrzeugform, die dem langen Überhang und der sonst eingeschränkten Profilfreiheit geschuldet war. Druckknopf ferngesteuerter Fahrschalter, Bremsschalter mittels Fußpedal ermöglichten dem Fahrer erstmals, seine Arbeit im Sitzen zu verrichten. Die Leistung von 4x55 kW ermöglichte eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und eine maximale Anfahrbeschleunigung von 1,4 m/s², beide Werte werden auch von den heute in Dresden eingesetzten Niederflurfahrzeugen nicht übertroffen. Auch konnten erstmals schwere Stahlbeiwagen über die steile Bautzner Landstraße nach Bühlau geschleppt werden. Für unbedeutendere Linien entwickelte Bockemühl auch noch den Kleinen Hecht.

[Bearbeiten] Einsatz

Der Vorserienwagen 1701 wurde 1929 geliefert, gefolgt vom zweiten Vorserienwagen 1702 1930. Bis 1933 wurden 33 Fahrzeuge in Niesky, Bautzen und der eigenen Werkstätte der Dresdner Straßenbahn gefertigt. Die elektrische Ausrüstung lieferte das Sachsenwerk Niedersedlitz.

Einsatzgebiet war vor allem die Linie 11 nach Bühlau von Mockritz (heute Zschertnitz) und die Linie 15 von Niedersedlitz nach Weinböhla. Die Leistung von 4x55 kW ermöglichte eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h, die planmäßig auf der Überlandstrecke nach Weinböhla erreicht wurde, auch konnten erstmals schwere Stahlbeiwagen über die steile Bautzner Landstraße nach Bühlau geschleppt werden.

Durch die Luftangriffe am 13. und 14. Februar 1945 wurden acht der 33 von Christoph & Unmack und Waggonbau Bautzen gebauten Wagen total zerstört. 1954 wurden durch den Waggonbau Görlitz noch einmal zwei Fahrzeuge ausgeliefert.

Ab 1971 wurden auch bei den Hechtwagen EDV-Nummern verwendet.

[Bearbeiten] Einsatzende

Durch die stark wachsende Zahl der Tatrawagen in Dresden und das Ende der zweiachsigen Vorkriegstriebwagen Mitte der 70er Jahre musste auch der große Hecht in diesem Zeitraum den Dienst quittieren. Erhalten sind der zweite Versuchswagen 1702, Baujahr 1930, einst ausgestellt im Verkehrsmuseum, mit Glasfußboden zur Veranschaulichung des Unterflurzentralfahrschalters, sowie der Wagen 1716, Baujahr 1932, fahrbereit vorgehalten vom Straßenbahn Museum Dresden e. V..

[Bearbeiten] Legendär: Die „rote 15“

Legendär sind neben den Einsätzen auf der Bergstrecke der Linie 11 nach Bühlau auch die anfänglichen Einsätze auf der „roten 15“, einer bis Anfang der 1930er Jahre bestehenden Expresslinie nach Weinböhla, die nur an wichtigen Haltestellen hielt und an Ausweichstellen auf der eingleisigen Strecke die herkömmlichen Linienzüge überholte Laut Aussagen des Fahrpersonals wurden dabei auf der Überlandstrecke nach Weinböhla Geschwindigkeiten weit über der 100 km/h-Marke erreicht. Die größte offiziell erreichte Geschwindigkeit betrug 98 km/h auf der Königsbrücker Landstraße. Durch die vielen Verschwenkungen und Steigungen sind dadurch Geschwindigkeiten von über 100 km/h in der Ebene durchaus realistisch. Später wurde der Betrieb auf der Linie 15 komplett auf große Hechttriebwagen umgestellt, das Überholen anderer Linienzüge entfiel dadurch, allerdings wurde auch an jeder Haltestelle gehalten.

[Bearbeiten] Literatur

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