Diskussion:Palais Vitzthum-Rutowski

Stadtwiki Dresden - Freiraum für Ideen und Wissen über Dresden
Wechseln zu: Navigation, Suche

[Bearbeiten] Bis 1721: Scheffelstraße 9

1753: Bernardo Bellotto zeichnet das Palais Vitzthum-Rutowski, die Kreuzgasse und das Langhaus der Kreuzkirche

Das Palais Vitzthum-Rutowski, die Kreuzgasse und das Langhaus der Kreuzkirche


Das Palais Vitzthum-Rutowski an der Kreuzgasse, Ecke Weiße Gasse in Dresden (1724-1786), links Superintendentur

Heinrich Christoph Fehling (1654 - 1725): Deckenmalereien im Französischen Pavillon des Zwingers und im Palais Vitzthum-Rutowski (zerstört)

Nr. 42. Vitzthum v. Eckstädt, Graf Friedrich, 1675–1726, stand bei August dem Starken, dem er schon als Leibpage gedient hatte, dauernd in hoher Gunst und stieg schnell von Stufe zu Stufe. Wiederholt übertrug ihm sein Landesherr geheime Sendungen, so 1702 an den Schwedenkönig Karl XII., 1709 an den Zaren Peter den Großen, der den Grafen sehr schätzte und öfters auszeichnete. Nachdem letzterer längere Zeit als außerordentlicher Gesandter in Petersburg und Moskau tätig gewesen war, wurde er 1719 zum Kabinettsminister und Oberkammerherrn ernannt. Durch einen jungen Italiener St. Giles, der am Dresdner Hofe lebte und ebenfalls die Kammerherrnwürde[WS 11] bekleidete, war Graf Friedrich nach einem ernsten Zwist beim Spiel gefordert worden und fiel in dem Duell.

In Dresden wohnte er zuerst in dem Hause Scheffelstraße jetzt 9 (O.-Nr. 570), das er 1705 von den Erben des wirkl. Geh. Rates George Ludwig Graf v. Zinzendorff gekauft hatte. Dieses Gebäude, in dem er 1711 Peter den Großen während seiner Anwesenheit in Dresden als seinen Gast begrüßen konnte, behielt er bis 1721, dann bezog er sein Palais, über das folgendes mitgeteilt sei.

https://de.wikisource.org/wiki/Hervorragende_Pers%C3%B6nlichkeiten_in_Dresden_und_ihre_Wohnungen,_Nr._1-90#S39

[Bearbeiten] An der Kreuzkirche 3 (O.-Nr. 365)

Auf dem Gebiet von sieben Häusern, die zwischen der Kreuzgasse und der Großen Büttel-, jetzt Großen Frohngasse, sowie zwischen der Weißen Gasse und der noch heute stehenden Fronfeste des Rates standen, ließ Graf Friedrich Vitzthum v. Eckstädt 1719–1721 ein Palais erbauen, hinter dem sich ein großer herrlicher Garten mit Springbrunnen und etwa 140 Orangenbäumen ausdehnte. Das zweistöckige Gebäude mit hohem durchbrochenen Dache zeigte an der in der Kreuzgasse gelegenen Vorderseite 11 Fenster Breite und war im Innern prachtvoll ausgestattet. Nach dem im April 1726 erfolgten Tode des Grafen Friedrich verkaufte dessen Witwe noch in demselben Jahre ihr ererbtes herrliches Grundstück samt der Einrichtung an den Generalfeldmarschall Heinrich Reichsgrafen v. Flemming, der es bis zu seinem Tode 1728 bewohnte. Im folgenden Jahre ging das Palais wieder durch Kauf an den Kabinettsminister Karl Heinrich v. Hoym über; dann gelangte es 1737 geschenkweise an die Nichte des vorgenannten Grafen, die Fürstin Lubomirska, Friederike Charlotte geb. Gräfin Vitzthum v. Eckstädt, die es mit ihrem Gemahl wahrscheinlich schon seit 1733 bewohnt hatte. 1739 verheiratete sich Graf Rutowski mit der dritten Tochter des [40] Fürstenpaares und bezog nun ebenfalls dessen Haus, das deshalb im Volksmunde das Rutowski'sche Palais hieß, obgleich es dem Grafen niemals persönlich gehört hat. 1745 starb die Fürstin Lubomirska, und ihr Palais ging im Erbe an ihre drei Töchter über, die es aber ihrem Vater zur Benutzung überließen. Nach seinem 1773 erfolgten Tode erwarb eine der Töchter, Henriette Charlotte verw. Gräfin v. Flemming das Grundstück durch Vergleich mit ihren beiden Schwestern. Von der neuen Besitzerin, die 1782 starb, erbten es ihre vier Kinder. In der ersten Morgenstunde des 22. Februar 1786 brach, wohl infolge von Unvorsichtigkeit von Bewohnern des Palais, im Dachgeschoß ein Feuer aus, das über zwei Tage wütete und das Gebäude völlig zerstörte. Das auf 16 000 Taler abgeschätzte Grundstück sollte 1787 zur freiwillig beantragten Versteigerung kommen; da bei dem Termin aber kein Angebot erfolgte, blieb die umfangreiche Brandstelle noch sechs Jahre liegen, bis sie der kurfürstliche Kammerkondukteur Hahmann für 3600 Taler erstand. Dieser erbaute nach Beseitigung der Ruinen sowohl das Eckhaus an der Weißen Gasse, jetzt An der Kreuzkirche 3 (O.-Nr. 365), als später auch das Nachbarhaus jetzt Kreuzstraße 1 (O.-Nr. 366). (vergl. C. Hollstein: Das Gräflich Vitzthum'sche später Rutowski'sche Palais an der Kreuzkirche und sein Brand im Februar 1786. Dresdner Geschichtsblätter 1912, Nr. 2, Seite 201–220.)

https://de.wikisource.org/wiki/Hervorragende_Pers%C3%B6nlichkeiten_in_Dresden_und_ihre_Wohnungen,_Nr._1-90#S39


Rutowsky: Friedrich August Graf R., ein natürlicher Sohn König August II. von Polen und einer Türkin Fatime, später Maria Anna Frau v. Spiegel, geb. am 19. Juni 1702, erhielt seine Erziehung in Paris und am sardinischen Hofe. Am 26. Mai 1727 trat er als Generalmajor in die sächsische|Armee und kurz hierauf in preußische Dienste, aus denen er jedoch schon 1729 wieder nach Sachsen zurückkehrte. In den folgenden Jahren wohnte er den Feldzügen in Polen und am Rhein bei, ward am 1. Januar 1736 Generallieutenant und Commandant der Garde du Corps, und stand als solcher 1737 an der Spitze des sächsischen Reichscontingentes gegen die Türken in Ungarn. Am 21. April 1738 ward er General der Cavallerie, am 9. August 1740 Gouverneur von Dresden und Commandant der Leibgrenadiergarde, am 10. August Obristhaus- und Landzeugmeister; am 10. Januar 1742 erfolgte seine Ernennung, zum Chef eines Dragonerregiments. Während des 1. schlesischen Krieges commandirte er die sächsischen Truppen in Böhmen und betheiligte sich mit denselben am 26. November 1742 an der Erstürmung von Prag. 1745 befehligte er die in Sachsen zurückgebliebenen Truppen, vereinigte diese sodann bei Leipzig mit dem größten Theile des aus Böhmen zurückgekommenen sächsischen Heeres und führte dieses auch am 15. December 1745 in der Schlacht bei Kesselsdorf. Am 6. Januar 1746 zum General en chef, am 11. Januar 1749 endlich zum Feldmarschall befördert, gelang es ihm trotz vielfacher Bemühungen nicht, die in den kommenden Friedensjahren vom Premierminister Grafen Brühl über die Armee verhängten Reductionen, welche deren Schlagfertigkeit in Frage stellten, abzuwenden; er mußte im Gegentheile bei dem plötzlich mit Preußen ausbrechenden Kriege die schnell zusammengezogene und im Lager bei Pirna vereinigte, nur 18 100 Mann starke sächsische Armee am 16. October 1756 dem König Friedrich II. von Preußen kriegsgefangen übergeben. Während der Kriegsjähre hielt sich R. in Sachsen auf und resignirte unmittelbar nach Abschluß des Hubertusburger Friedens am 3. März 1763 auf alle seine militärischen Würden. Er starb am 16. März 1764 zu Pillnitz.

Autor/in Winkler.

Zitierweise

Winkler, "Rutowsky, Friedrich August Graf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 30 (1890), S. 51-52 [Online-Version];

URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116712104.html#adbcontent


[74] Nr. 87. v. Rutowski, Friedrich August, Graf, 1702–1764, Generalfeldmarschall, ein Sohn August des Starken und der Türkin Fatime, hat ein sehr bewegtes Leben geführt. Seit 1727 in sächsischen Diensten stehend, wurde er 1739 General der Kavallerie. In der am 15. Dezember 1745 bei Kesselsdorf stattfindenden Schlacht, die für die sächsischen Truppen schließlich so unglücklich endete, führte R. über die letzteren den Oberbefehl. 1749 zum Generalfeldmarschall ernannt, stand er bei Ausbruch des siebenjährigen Krieges abermals an der Spitze des 14 000 Mann starken, durch vorhergegangene Kämpfe mit der preußischen Übermacht schon sehr erschöpften sächsischen Heeres. Am 14. Oktober 1756 mußte es R. mit 180 Kanonen auf der Ebenheit am Fuße des Liliensteines an den König Friedrich den Großen übergeben. Der Generalfeldmarschall starb 1764 in Pillnitz.

Da er auch Gouverneur von Dresden war, wohnte er als solcher wahrscheinlich von 1738 an zunächst in dem am Ende der Rampischen Straße stehenden Gouvernementgebäude, heutzutage das Kurländer Palais, Zeughausplatz 3 (O.-Nr. 118, s. Nr. 29). – Nach seiner 1739 erfolgten Verheiratung hatte R. in dem seinen Schwiegereltern gehörigen Palais an der Kreuzgasse seine Wohnung (s. Nr. 42). Während des siebenjährigen Krieges, an dem er seit der erwähnten Begebenheit auf der Ebenheit nicht mehr teilnehmen durfte, lebte er mit seiner Familie nicht in Dresden, sondern in Wölkau bei dem Oheim seiner Gemahlin.

https://de.wikisource.org/wiki/Hervorragende_Pers%C3%B6nlichkeiten_in_Dresden_und_ihre_Wohnungen:_Friedrich_August_von_Rutowski


https://saebi.isgv.de/biografie/Friedrich_August_von_Rutowski_(1702-1764)


Von 1719-21 wird nach seinem Entwurf das Palais Vitzthum-Rutowski in der Dresdner Kreuzgasse erbaut.

Leben und Werk Pöppelmanns bis 1734 - das Spätwerk

https://www.arstempano.de/dresden/lesesaal/geschichte-dresdens/persoenlichkeiten/baumeister-architekten/matthaeus-daniel-poeppelmann/werdegang-bis-1734/



An der Kreuzkirche / Weisse Gasse

1719-21 A Daniel Pöppelmann , Johann Christoph Knöffel

Deckenmalereien K Heinrich Christoph Fehling

1760 beschädigt

1786 abgebrannt

Palais Vitzthum- Rutowski

Bes. Graf Flemming

Bes. Minister von Hoym

Bes. General Rutkowski

https://www.altesdresden.de/index.htm?get_haus=akrkz12

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge