Feldschlößchen

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Im 17. Jahrhundert gab es am Fuße des Hahnebergs nur einen einzelnen Bauernhof. Eigentümerin dieses Hofes war Anna Nehlin. Nach längeren Bemühungen erteilte Johann Georg I. ihr im Jahre 1644 die Genehmigung zum Ausschank von Bier und Wein.

Nur 40 Jahre später kaufte der Geheime Kriegsrat Dietrich von Bose den Hof und bald darauf erhielt er von Johann Georg III. die Genehmigung zum Bau eines Schankbetriebes außerhalb des Hofes, auf dem Felde vor dem Falkenschlag. Das erste Feldschlößchen entstand.

Das Feldschlößchen selber sowie auch seine Beliebtheit wuchsen in den kommenden Jahren immer weiter und so hatte es sich bis 1730 zu einem der größten und beliebtesten Amüsierlokale Dresdens entwickelt. Es umfasste nun ein „Lustgebäude", einen Tanzsaal, eine Kegelbahn und einen großen Sommergarten. Das Feldschlößchen wurde um 1813 nach seinem Besitzer auch „Neitzsches Vorwerk“ genannt.[1][2]

Im Jahre 1813 herrschte Krieg in und um Dresden, um das Lokal herum wurden diverse Schanzen errichtet. Das Feldschlößchen selber wurde durch österreichische Truppen besetzt und geplündert. Nach der Rückeroberung durch französische Truppen war es fast vollkommen zerstört. Doch die Dresdner Bevölkerung schien an dem Schlößchen zu hängen, denn schon 1819 wurde es wiedereröffnet. Bis 1829 geriet es jedoch in finanzielle Schwerigkeiten und wurde zwangsversteigert.

Situationsplan um 1865 mit "Feldschlösschen" und Restaurationsgarten zwischen Chemnitzer Straße und Falkenstraße

Nach kurzem Besitz durch den Fleischermeister Bär übernahm Leonard Meisl, Pächter des Bayrischen Brauhauses in der Friedrichstadt, im Mai 1838 das Feldschlößchen. Dieser errichtete zunächst nur ein sehr kleines Brauhaus, plante jedoch schon die Errichtung einer Brauerei „Bayrischer Art". 1846 erhielt er dafür die Genehmigung von der Stadt gegen den Protest der insgesamt ca. 800 anderen Braumeister, welche nicht noch mehr Konkurrenz in der Stadt wollten.

Bis 1859 entwickelte sich die Brauerei zum Großunternehmen „Aktienbrauerei zum Feldschlößchen". Anfang des 20. Jahrhunderts gründete sie eine Interessengemeinschaft mit der Radeberger Brauerei. In dieser wurden die Geschäftsbelange der beiden Großbrauereien abgestimmt.

1945 wurde das Feldschlößchen fast vollkommen zerstört. Das Gelände wurde daraufhin von sowjetischen Truppen besetzt. Einige Jahre später entstand wieder eine spärliche Produktion, u. a. von Fassbrause.

1990 wurde der Betrieb auf dem Areal des Feldschlößchens endgültig eingestellt. Von den Gebäuden der ehemaligen Brauerei steht heute nur noch das frühere Maschinenhaus. Hier befindet sich heute die Gaststätte „Feldschlößchen Stammhaus". Der Rest des Grundstücks ist mit sehr nüchternen Neubauten überbaut, welche durch das Arbeitsamt genutzt werden.

Die Feldschlößchen-Brauerei befindet sich heute in Coschütz, am Rande des Gewerbegebiet Coschütz/Gittersee. Die ab 1973 neu erbaute Anlage wurde 1981 in Betrieb genommen, und übernahm auch die Brauaktivitäten der Brauerei am Felsenkeller. Die Feldschlößchen AG ist seit 2011 in Besitz der TCB Beteiligungsgesellschaft (auch Frankfurter Brauhaus), kooperiert aber weiter mit der Carlsberg-Gruppe.

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.feldschloesschen.de
  2. Deutsche Schlachtfelder. Ereignisse und Wanderfahrten, hrsg. von Dr. Artur Brabant, kgl. Archivrat in Dresden, Bd. 3, Dresden 1913, S. 278
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