Wilhelm Külz

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Briefmarke aus dem Jahr 1965

Wilhelm Külz (* 18. Februar 1875 in Borna; † 10. April 1948 in Berlin) war ein liberaler Politiker aus dem bürgerlichen Lager und für zwei Jahre Oberbürgermeister von Dresden.

Der Sohn eines Pfarrers besuchte in Grimma die Fürstenschule. Nach einem Studium der Volkswirtschaft und Rechtswissenschaften (Abschluss als Dr. jur.) in Leipzig wurde er 1904 Bürgermeister von Bückeburg und 1912 von Zittau. Am Ersten Weltkrieg nahm Külz als Offizier teil. Für die Deutsche Demokratische Partei (DDP) saß er im Reichstag.

Ab 1923 war Külz als Zweiter Bürgermeister in Dresden für das Ressort Finanzen zuständig,[1], danach ging er nach Berlin als Reichsinnenminister. Am 17. November 1929 wählte das Stadtverordnetenkollegium Külz mit einem Mandat der Deutschen Demokratischen Partei in den Stadtrat. Über ein Jahr später wurde er am 9. Februar 1931 mit 36 von 70 abgegebenen Stimmen schließlich als Nachfolger von Bernhard Blüher (1864Fürstenschule1938) zum Oberbürgermeister bestimmt. In den Jahren 1930/31 war Külz für die überregionale Organisation der II. Internationalen Hygieneausstellung zuständig.

Als Gegner der neuen faschistischen Machthaber protestierte er mit allen Mitteln beim Reichspräsidenten und verweigerte in einer beispiellosen Aktion das Hissen der Hakenkreuzfahne auf dem Neuen Rathaus. Daraufhin wurde er am 14. März 1933 mit sofortiger Wirkung vom Dienst beurlaubt, es war vorher eine Besetzung des Rathauses inszeniert worden. Külz siedelte im Jahr 1935 nach Berlin über. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er zu den Mitbegründern einer Liberaldemokratischen Partei in der Sowjetischen Besatzungszone. In dieser Funktion unterstützte er die Blockpolitik der SED-Machthaber.

Külz wohnte während seiner Dresdner Zeit in der Reichenbachstraße bzw. in der Henzestraße. Nach ihm ist der Dr.-Külz-Ring und die Wilhelm-Külz-Straße benannt. Die liberale Wilhelm-Külz-Stiftung Sachsen kümmert sich mit Publikationen und Veranstaltungen um das geistige Erbe von Wilhelm Külz, der in seiner heutigen Würdigung in Ost und West nicht unumstritten ist.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Quellen

  1. Herbert Zeißig: Eine Deutsche Zeitung. 200 Jahre Dresdner Anzeiger. Dresden 1930

[Bearbeiten] Weblinks

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