Theophilus Glaser
Theophilus Glaser (* am Ostersonntag (2. April) 1553 in Rennersdorf; † 11. März 1603 in Dresden) war vom 11. Februar 1592 bis zu seinem frühen Tode Superintendent von Dresden.
Sein Vater war der Stadtprediger und Konsistorial-Assessor in Dresden, Magister Peter Glaser († 17. November 1583 in Dresden).
1567 bezog er die Fürstenschule in Meißen und 1571 begann er ein Studium in Leipzig, das er 1574 als Magister der Theologie abschloß.
Mit einem kurfürstlichen Theologie-Stipendium besuchte er daraufhin die Universität Wittenberg und wurde danach zum Pfarrer von Reinhardtsgrimma bestellt. Eine Berufung zum Superintendenten von Weißenfels schlug er 1580 aus.
Theophilus Glaser erhielt am 11. Februar 1592 die Investitur als Superintendent von Dresden.
- "An der Kreuzkirche wirkten im Anfange des 17. Jahrhunderts keine geistig bedeutenden Männer. Der Pfarrer und Superintendent Theophilus Glaser war ein Predigerssohn aus Rennersdorf bei Großenhain. Als Pathe des berühmten Meißner Rektors Georg Fabricius besuchte er dessen Schule, dann die Universität Wittenberg, wo er mit wenig Geist und viel Behagen die Philippisten bekämpfte. Nachdem er eine Zeit lang als Pfarrer in Reinhardtsgrimma gewirkt hatte, wurde er 1591 nach dem Sturze Crells als Superintendent nach Dresden berufen. Als solcher erwarb er sich Verdienste durch die Einführung des in seiner Art vortrefflichen Gesangbuchs von 1593 und durch die große Kirchenvisitation von 1598. Sein heißester Haß galt den Kalvinisten, die er unermüdlich durch Wort und Schrift angriff und deren „greuliche Gotteslästerungen“ er noch 1603 auf dem Sterbebette mit Abscheu von sich wies. Nicht uninteressant ist sein „Türkenbüchlein“ (Dresden 1594), in dem er die Nothwendigkeit einer Bekämpfung des östlichen Erbfeinds mehr aus religiösen wie aus politischen Gründen nachzuweisen sucht." Zit. n. Viktor Hantzsch: "Zur Geschichte des geistigen Lebens in Dresden vor 300 Jahren" in: Dresdner Geschichtsblätter Band 3 (1901 bis 1904), S. 252.
[Bearbeiten] Literatur
- Johannes Lucius: "Leichpredigt, Bey dem Begrebnis ... Theophili Glasers ...", Dreßden 1603.
- Christian Schlegel: "Lebens-Beschreibung Hn. M. Theophili Glasers ...", Dresden 1698.
- Johann Paul Schönthal: "Derer gesamten Evangelisch Lutherischen Herren Superintendenten zu Dreßden, Leben und Todt. In angenehmer Kürtze beschrieben und mit deren in Kupfer sauber gestochenen Portraits Zu Nutz und Vergnügen ans Licht gestellet." Dreßden Jn Verlegung des Autoris, u. bey P. G. Mohrenthalen zu finden 1736. Digitalisat bei der VD18