Siegmund Friedrich August von der Heyde

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Siegmund Friedrich August von der Heyde (* 1724 in Rinkendorf bei Triebel, heute Polen; † 10. Juni 1800)[1] war ein königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Offizier und General, zuletzt als Chef und Inhaber des sächsischen Infanterieregiments Nr. 13 im Rang eines Generalleutnants.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Siegmund Friedrich August von der Heyde entstammte der urspünglich niedersächsischen, später auch schlesischen, uradeligen Familie von der Heyde, da dem Zweig Rinkendorf in der damaligen preußischen Provinz Brandenburg. Das Rittergut war seit 1650 im Besitz der Familie von der Heyde. 1697 wurde die Familie erneut mit den Rittergütern Rinkendorf und Niemaschkleba belehnt.[2]

Die Familie wurde 1294 mit Stephan von der Heyde am herzoglichen Hof zu Breslau erwähnt. Die ununterbrochene Stammreihe begainnt aber erst mit Nickel von der Heyde, der 1329 zu Sommerfeld lebte. Zur Familie gehört auch der spätere preußische Generalleutnant Detlev August Friedrich Wilhelm von der Heyde (17851863).

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Siegmund Friedrich August von der Heyde begann seine Karriere in der damals königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Armee 1739, mit 15 Jahren als Unteroffizier. Bereits mit 18 Jahren, 1742 erhielt von der Heyde sein Offizierspatent im ersten Leutnantsdienstgrad als Sous-Lieutenant. Schon vier Jahre später wurde er zum Premier-Lieutenant befördert. Mit diesem Dienstgrad war er auch Stellvertreter seines Kommandeurs in einer Grenadierkompanie.

1749 wurde von der Heyde zum Kapitän der Infanterie befördert, was dem heutigen Rang eines Hauptmannes entsprach. Damit übernahm er nun selbst eine Infanteriekompanie als Befehlshaber. 1754, mit nur 30 Jahren wurde er Stabsoffizier im Rang eines Majors. Damit übernahm er als Kommandeur auch ein Infanteriebataillon in seinem Stammregiment. Seine Beförderung zum Obrist-Lieutenant (Oberstleutnant) erhielt er allerdings erst 24 Jahre später, 1778, im Jahr des Bayerischen Erbfolgekrieges, in dem auch Teile der kursächsischen Armee eingriffen. Als Oberstleutnant war von der Heyde nun auch stellvertretender Kommandeur des Regiments bei Abwesenheiten seines Vorgesetzten, dem Regimentskommandeur.

Am 22. März 1783 ernannte der sächsische Kurfürst Friedrich August der Gerechte von der Heyde unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum neuen Kommandeur des Infanterieregiments des Generalleutnants Ernst Friedrich von Carlsburg, der seit 1775 Inhaber des Regiments war. Das Regiment hatte seine Standquartiere in Guben, wo sich auch der Stab befand und fortan auch Oberst von der Heyde diente, weiterhin in Sorau und Spremberg. Von der Heyde übernahm die Dienststellung vom damaligen Oberst Gottlob Wilhelm Bernhard von Langenau, der im gleichen Jahr zum Regiment „Prinz Anton“ versetzt wurde.

Nachdem 1786 der bisherige Kommandeur des Regiments „Prinz Clemens“ Oberst Wolf Christoph Friedrich von Felgenhauer zur Dresdner Leibgrenadiergarde versetzt wurde, wurde auch Oberst von der Heyde versetzt, um dessen Dienststellung im Regiment Prinz Clemens einzunehmen. Dieses kursächsische Regiment war in den Garnisonen Langensalza, Tennstädt, Weisensee und Thamsbrück stationiert, heute alles Orte in Thüringen. Von der Heyde diente in Langensalza, wo neben dem 1. Bataillon, der 1. Grenadierkompanie auch der Stab dieses Truppenteils untergebracht war.

Als der bisherige Inhaber des Infanterieregiments, Generalmajors Heinrich von Wolffersdorff 1791 verstorben war, wurde von von der Heyde am 2. Juli 1791 vom sächsischen Kurfürsten unter gleichzeitiger Ernennung zum Generalmajor neuer Chef und Inhaber des ehemaligen Wolfersdorfschen Infanterieregiments mit den Standquartieren in Leipzig - wo auch der Stab der Einheit war, Eilenburg und Delitzsch. Damit trug das Regiment nun den Namen „von der Heyde“. Das Regiment wurde 1748 aufgestellt und hatte als ersten Chef den Generalmajor Graf Entremont de Bellegarde.Regimentskommandeur war zur Zeit der Übernahme durch von Wolfersdorff noch der sächsische Oberst Hans Rudolph von Wiedemann. In der Folge wechselten mehrfach die Kommandeure seiner Einheit:

Von der Heyde war bis zu seinem Tod, knapp neun Jahre Chef seines Infanterieregiments. In dieser Dienststellung wurde er noch am 7. Mai 1799 zum Generalleutnant befördert. Damit durfte er den Ehrentitel „Exzellenz“ führen.

Von der Heyde starb knapp ein Jahr später später im Alter von 85 Jahren. Danach übertrug es der sächsische Kurfürst an den Generalmajor Hans Karl von Brause, der auch wenig später zum Gouverneur von Leipzig ernannt wurde. Die Regelung des Nachlasses des Generalleutnants von der Heyde ist im Hauptstaatsarchiv Dresden erhalten.[3]

[Bearbeiten] Quellen

  • Von der Heyde in Leopold von Ledebur: Adelslexikon der preussischen Monarchie, Band 1, 1854, Digitalisat auf Google Books, S. 351f.
  • Von der Heyde (Heyden) in: Deutsche Adelsgesellschaft (Hrsg.): Jahrbuch des deutschen Adels, Band 1, 1896, Digitalisat auf Google Books, S. 793ff.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nachträge aus dem Monat Junius 1800 in: Geschichte und gegenwaertiger Zustand der Kursaechsischen Armee, 1800, Digitalisat der SLUB, (S. 246).
  2. Der von Promnitz belehnt die von der Heyde mit den Gütern Rinkendorf und Niemaschkleba., 1697, Datensatz im Brandenburgischen Landeshauptarchiv.
  3. Nachlass des Generalleutnants und Regimentschefs Siegmund Friedrich August von der Heyde, Archivale 11326, Datensatz im Sächsischen Staatsarchiv.
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