Rudolph August von Burgsdorff

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Wappen der Adelsfamilie von Burgsdorf(f)

Rudolph August von Burgsdorff, auch Rudolf August von Burgsdorf (* 16. Mai 1696 in Naumburg an der Saale;[1]15. Juni 1763 in Wittenberg) war ein kurfürstlich-sächsischer Offizier, zuletzt als vorletzter Kommandant der damals sächsischen Festung Wittenberg an der Elbe im Rang eines kursächsischen Obristen der Infanterie. Von Burgsdorff war der Stammvater der Wittenberger Linie der Adelsfamilie von Burgsdorff. Er war außerdem Viertelbesitzer der Herrschaft Voigtstedt im Mansfelder Land.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Rudolph August von Burgsdorff entstammte der weit verzweigten märkischen Uradelsfamilie von Burgsdorff. Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit dem Ritter Hennig Burchardistorp, der 1334 erstmals urkundlich erwähnt wird. Von Burgsdorff entstammte der I. Stamm der Familie mit dem Ahnherren Johann von Burdsdorff auf Podelzig, Burgmann in Lebus, dort weiter dem 1. Ast und dem 1. Zweig der Familie, dem sogenannten Älteren Haus mit dem Stammvater Christof Ulrich von Burgsdorff auf Wuthenow, kaiserlicher Truchsess und Hofrat in Prag (um 1602). Die Herren von Burgsdorff wurden ab 1660 Pfandbesitzer des kursächsischen Amtes Voigtstedt, das ursprünglich verpfändet worden war und ab 1661 an Christoph Ulrich von Burgsdorff (vor 16301677) in den Besitz der Familie ging. Dieser war der Großvater väterlicherseits von Burgsdorff, kurfürstlich-brandenburgischer Obristleutnant und Landschaftsdirektor, Domherr zu Magdeburg und Merseburg. Von Burgsdorff Urgroßvater väterlicherseits war Johann Christof von Burgsdorff (16021672), kubrandenburgischer Kammerherr, Oberst und Gouverneur von Halberstadt und Ritter des Johanniterordens.

Rudolph August von Burgsdorff war das zehnte Kind und der zweitjüngste Sohn des herzoglich-Sachsen-Zeitzer Geheimen Rates, kursächsischen Amtshauptmannes und Oberinspektor der Landes- und Fürstenschule in Schulpforta, Christoph Ludwig (auch Christof Ludolf) von Burgsdorff auf Voigtstedt und Görzberg (* 1653; † 27. November 1720 in Voigtstedt) und dessen am 26. April 1681 in Beichlingen geheirateter Ehefrau Maria Agnes geb. Freiin von Werthern (* 25. April 1659 in Beichlingen; † 1. September 1709 in Pauschau bei Naumburg an der Saale), Tochter des Friedrich von Werthern auf Beichlingen und der Agnes Magdalena geb. von Heßler. Von Burgsdorffs Vater war auch Domherr zu Naumburg und Ritter des Johanniterordens. Von Burgsdorff hatte noch zehn Geschwister, darunter vier Schwestern und sechs Brüder, u.a.:

Rudolph August von Burgsdorff heiratete am 13. April 1729 Christiane Sophie geb. von Schlieben aus dem Hause Klein-Milkau (* 17. Juli 1712 in Klein-Milkau; † 1. Dezember 1792 in Lauske),[2], Tochter des königlich-polnischen und kursächsischen Kapitäns bei der Chevalier-Garde Reinhard Friedrich von Schlieben (16881742) auf Klein-Miltitz und dessen Ehefrau Martha Sophie geb. Edler von der Planitz (17091770). Das Ehepaar von Burgsdorff hatte zwölf Kinder. Bekannte Kinder waren u.a.:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Rudolph August von Burgsdorff entschied sich für eine Karriere in der damals königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Armee noch zu Lebzeiten des bekanntesten sächsischen Kurfürsten August dem Starken.

1727 und 1730 ist von Burgsdorff als Kompaniechef im Rang eines Kapitäns, das dem heutigen Dienstgrad eines Hauptmanns entsprach, im damaligen kurprinzlichen Regiment zu Fuß (Infanterieregiment) nachgewiesen, da zuletzt in der sächsischen Garnisonstadt Frankenberg.

1733 erhielt von Burgsdorff seine Beförderung zum Major und damit zum Stabsoffizier mit gleichzeitiger Versetzung zum damaligen kursächsischen Infanterieregiments „Graf zu Anhalt“. Damit wurde er zugleich Kommandeur eines Infanteriebataillons in seinem neuen Regiment. Ab dem gleichen Jahr bis 1735 nahm von Burgsdorff am Polnischen Thronfolgekrieg teil, fünf Jahre später am Ersten Schlesischen Krieg von 1740 bis 1742 und auch am Zweiten Schlesischen Krieg von 1744 bis 1745 um die Vorherrschaft in Schlesien, in der die sächsische Armee an der Seite von Österreich stand.

Im August 1745 wurde von Burgsdorff unter gleichzeitiger Beförderung zum Obrist-Leutnant zum kursächsischen Infanterregiment „Prinz von Gotha“ versetzt,[7] wo er ebenfalls Kommandeur eines Infanteriebataillons war, aber zugleich auch stellvertretender Kommandeur des Regiments. Als solcher diente er noch 1745 in seinem Standquartier in der zu Schlesien (und damit damals auch zum Kurfürstentum Sachsen) geörenden Stadt Görlitz an der Neiße.

Wenig später wurde von Burgsdorff zur Festungsgarnison nach Wittenberg versetzt. Am 13. Oktober 1747 ernannte der polnische König und Großfürst von Litauen, August III., zugleich Kurfürst des Kurfürstentums Sachsen von Burgsdorff zum Obristen (Oberst) in seiner Dienststellung als Unterkommandant der sächsischen Festung Wittenberg.[8] In dieser Dienststellung blieb von Burgsdorff bis zuletzt. Von Burgsdorff Vorgesetzer war der Gouverneur von Wittenberg.[9]

Im Siebenjährigen Krieg wurde Wittenberg von den Reichstruppen bombardiert und erobert. Von Burgsdorff starb vier Monate nach dem Ende des Krieges im 68. Lebensjahr. Sein Nachfolger in der Dienststellung als Unterkommandant der Festung Wittenberg wurde Oberst August Benjamin Francke († November 1771).[10] Er führte die Wittenberger Festungsgarnison aber nur noch ein Jahr, da 1764 der kursächsische Generalstab der Armee die Festung Wittenberg nach dem letzten Krieg nicht mehr für verteidigungsfähig genug hielt. Noch im gleichen Jahr wurde die Dienststellung als Unterkommandant der Festung Wittenberg abgeschafft und die bisherigen drei Wittenberger Gestungsgarnisonkompanien aufgelöst bzw. die Soldaten und Offiziere auf andere Einheiten und Garnisonen der sächsischen Armee verteilt.

[Bearbeiten] Quellen

  • Von Burgsdorff in: Heinrich August Lindner: Sammlung adelicher Ahnentafeln (Lindnersche Handschrift I), Band 10b: 1003-1081 - BSB Cgm 8012(10 b, 1701, Digitalisat auf Google Books.
  • Burgsdorff in: Johann Seifert: Genealogie Hoch-Adelicher Eltern und Kinder, Zu accurater Aufrichtung und Verbesserung Ihrer Stam[m]- und Ahnen-Taffeln, Ein sehr nützliches Werck, Mit sonderbahren Fleiß durch lange und kostbahre Correspondenz Nach Ordnung des Alphabets Ausgefertiget und mit einen vollständigen Register versehen., 1. Theil, 1716, Digitalisat auf Google Books, S. 34f.
  • Derer von Burgsdorff in: Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, als derer ... betreffend v. Brandenstein. v. Braxein. v. Burgsdorff. v. Carlowitz. v. Carlsburg. v. Derschau. v. Einsiedel. v. Felgenhauer. v. Hartmann. v. der Heyden. Grf. v. Hohenthal. v. Kiesewetter. Edler v. der Planitz. Reichbrod v. Schrenckendorff. v. Salza u. Lichtenau. v. Schierbrand. v. Schönberg. v. Seebach. v. Seyffertitz. v. Witzleben. v. Zanthier. v. Ziegler und Kliphaußen., 1792, Digitalisat auf Google Books, S. 71f.
  • Deutsche Adelsgenossenschaft (Hrsg.): Jahrbuch des deutschen Adels, Band 1, Berlin 1896, Digitalisat auf Google Books, S. 378ff.
  • Hans von Burgsdorff: Stammtafeln des uradligen Geschlechts der Herren von Burgsdorff, Bände 1–2, 1958, Snippet-Ansicht auf Google Books.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Nach der Festschrift zum 54. Geburtstag erst am 17. Mai 1696 geboren: Gotthard Samuel Kirchhof, Rudolph August von Burgsdorf: Als der ... Herr Rudolph August von Burgsdorf ... Dero Hohes Geburtsfest den 17 Maymonaths 1750 zum vier und funfzigsten mahle feyerlichst begiengen wollte ... gratuliren Gotthard Samuel Kirchhof, 1750, Datensatz auf Google Books.
  2. Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, Dresden 1910, Digitalisat im Internet Archive, S. 275.
  3. Justus Perthes: Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, Gotha 1829, Digitalisat auf Hathi Trust, S. 35.
  4. Jährliches Genealogisches Handbuch, In welchem der gegenwärtige Zustand von allen Häusern jetztregierender Europäischer Kayser und Könige ... aus denen neuesten Nachrichten zu finden, 1800, Digitalisat auf Google Books, S. 151.
  5. Christian Friedrich Jacobi: Des Genealogischen Hand-Buchs Zweyter Theil, Band 2, 1800, Digitalisat auf Google Books, S. 151.
  6. Oskar Pusch: Die Breslauer Rats- und Stadtgeschlechter in der Zeit von 1241 bis 1741, Band 1, 1986, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 184.
  7. Adam Friedrich Geisler: Geschichte und Beschreibung des Churfürstl. Sächsis. löblichen Infanterie-Regiments Graf zu Anhalt, 1782, Digitalisat auf Google Books, S. 36f.
  8. Genealogisch-Historische Nachrichten von den allerneuesten Begebenheiten welche sich an den europäischen Höfen zutragen [1739-1749] worinn zugleich vieler Standespersonen und anderer berühmter Leute Lebens-beschreibungen vorkommen, Bände 121–132, Leipzig 1748, Digitalisat auf Google Books, S. 636.
  9. Oscar Schuster (wojskowość), F. A. Francke: Geschichte der sächsischen Armee von deren Errichtung bis auf die neueste Zeit, unter Benutzung handschriftlicher und urkundlicher Quellen dargestellt, Band 3, 1885, Digitalisat auf Google Books, S. 354.
  10. Ehre hinter Schloss und Riegel, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 426.

[Bearbeiten] Weblinks

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