Rudolf Gelbke

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Rudolf Gelbke (* 12. Januar 1879 in Dresden; † 15. September 1931 ebenda) war ein sächsischer Jurist und Eisenbahnbeamter, u.a. als königlich-sächsischer Finanzrat in der Generaldirektion der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen in Dresden, ab 1921 als sächsischer Regierungsrat und zuletzt als Reichsbahn-Oberrat in der Reichsbahndirektion Dresden der Deutschen Reichsbahn.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Rudolf Gelbke entstammte der der bekannten und weit verzweigten thüringisch-sächsischen Familie Gelbke/Gelpke. Die ununterbrochene Stanmmreihe beginnt mit dem Braumeister und Schankwirt zu Tanne und Sorge im Harz, Heinrich Gelpke (1669–1706), Sohn des gleichnamigen Vaters. Gelbkes Wurzeln gehen auf die Harzer Stammlinie zurück. Sein derzeitig bekannter Spitzenahn ist Christoph Wilhelm Gelbke (1704–1767), der noch in Eisleben wohnte, dessen Sohn Friedrich Wilhelm Gelbke (1744-1804) war erst Diakon in Artern und lebte zuletzt in Zittau. Gelbkes Urgroßvater väterlicherseits war der Zittauer Kaufmann, Stadtrat sowie stellvertretende sächsische Landtagsabgeordnete Christian August Gelbke (1783–1837), der 1820 nach Zittau kam und dort seine Seiden- und Gewürzhandlung „C.W Gelbke“ gründete. Gelbkes Großvater war der Kaufmann, Stadtrat und Zittauer Ehrenbürger (seit 1879)[1] August Moritz Gelbke (* 2. Oktober 1814; † 11. Dezember 1881 in Zittau), der in Zittau zuletzt am Markt 5 wohnte.[2] Zum Zittauer Ast der Familie gehörte auch Dr. phil. Moritz Adolf Gelbke (1846–1906), Gymnasialoberlehrer am königlichen Realgymnasium in Zittau mit dem Titel eines Professors.[3]

Rudolf Gelbke war der Sohn des Dresdner Kaufmanns, Haus- und Fabrikbesitzers der Kartonagefabik „Gelbke & Benedictus“[4] und späteren Rentiers Ernst Moritz Gelbke (* 14. Februar 1843 in Zittau; † 12. Mai 1894 in Dresden) und dessen 1873 geheirateter Ehefrau Dorothea Margarethe geb. Stephani (* 13. Dezember 1852; † 1932 in Dresden), [5] Tochter des Dresdner Juristen und Dirigenten der III. Abteilung am Dresdner Landgericht,[6] Heinrich Bruno Stephani († 1872), zuletzt königlich-sächsischer Hofrat und Vorstand des königlichen Finanzarchivs.[7] Gelbkes Schwiegervater war Besitzer des Hauses in der Kaitzer Straße 27, dem späteren Töchter-Pensionat.[8] Gelbkes Vater besaß das Haus in der Kaitzer Straße 6.[9] Gelbke hatte noch folgende Geschwister:

Rudolf Gelbke heiratete am 8. Dezember 1912 in Dresden Apollonia Konstanzia Hildegard geb. Biehn (* 11. Januar 1891 in Dresden; † 2. April 1935 in Dresden), Tochter des Dresdner Bankdirektors Moritz Walter Biehn (1851–1901) und dessen 1889 geheirateter Ehefrau Apollonia Veronica geb. Schube (1824–1906), die wiederum eine Tochter des Schellenberger Weber- und Handelsmannes Johann Schube war. Der Großvater seiner Ehefrau Moritz Ernst Ferdinand Biehn (1817–1887) kam als Kaufmann aus Frankreich nach Dresden. Seine Ehefrau ist ab 1933 als „Reichsbahn-Oberrats-Witwe“ im Dresdner Adressbuch in der ehemals gemeinsamen Wohnung in der Stephanienstraße,[10] letztmalig 1935 dort zu finden.[11] Sie starb in der Wintergartenstraße 17,[12] in der Wohnung von Gertrud Gelbke. Der gemeinsame Sohn des Paares war:

Die Generaldirektion der sächsischen Staatseisenbahnen, in der Wiener Straße, in der Nähe des Hauptbahnhofs
Königliches Finanzministerium, dem die Königlich Sächsische Staatseisenbahnen unterstanden
Siegelmarke der Generaldirektion

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Rudolf Gelbke studierte nach seinem höheren Schulbesuch auf dem städtischen Gymnasium in Dresden ab 1898 Rechtswissenschaften, u.a. an der Universität Leipzig. Während seines Studiums war er in der Universitäts-Sängerschaft St. Pauli zu Leipzig aktiv tätig. Gelbke schloss sein Studium 1902 mit dem ersten Staatsexamen ab.

Gelbke absolvierte ab 1904 den letzten Teil seiner Referendarszeit am Gericht in Dresden, wo er 1905 erstmals im Dresdner Adressbuch verzeichnet ist. Er wohnte anfangs in Dresden am Johannstädter Ufer 14 im ersten Obergeschoss,[14] wo auch seine Mutter, die verwitwete Rentierin[15] Dorothea Margarethe Gelbke wohnte. 1906, nach seinem zweiten Staatsexamen promovierte Gelbke zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. jur.) und ist ab 1907 als solcher in den Adressbüchern zu finden. Im gleichen Jahr erhielt er den Rang eines Assessors.[16] Als solcher war er nun ein Beamter im Staatsdienst auf Probe, der auf eine feste Planstelle wartete. 1908 ist er erstmals als Assessor bei der Generaldirektion der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen aufgeführt. Dort begann er im Rang eines Assesors als Direktionsreferendar.[17] In diesem Amt blieb er bis 1909.

Im gleichen Jahr wurde Gelbke nach Chemnitz versetzt, wo er als Finanzassessor und juristischer Beirat bei der Eisenbahn-Betriebsdirektion der Königlich-Sächsischen Staatseisenbahnen angestellt wurde. In Chemnitz zog er in eine Wohnung in der ersten Etage der dortigen Weststraße.[18] Dort blieb er bis 1911.[19]

Im gleichen Jahr kehrte Gelbke als königlich-sächsischer Finanzamtmann und juristischer Beistand in die Generaldirektion der sächsischen Staatseisenbahnen zurück und auch wieder in die Wohnung seiner Mutter am Johannstädter Ufer.[20][21] 1912 zog er in eine eigene Wohnung im dritten Obergeschoss der Stephanienstraße 6,[22] wo er mit seiner Familie bis zu seinem Tod wohnte.

1916, mitten im Ersten Weltkrieg ernannte der letzte sächsische König Friedrich August III. Gelbke zum königlich-sächsischen Finanzrat in der Generaldirektion der sächsischen Staatseisenbahnen. Als solcher war er nun vollwertiger juristischer Rat in der Verwaltung der sächsischen Eisenbahnen.[23]

Nach der Auflösung der staatlichen Ländereisenbahnen im Deutschan Kaiserreich im Zuge des Versailler Vertrages nach dem Weltkrieg und der Bildung einer Deutschen Reichseisenbahn mit einzelnen Eisenbahndirektionen wurde Gelbke ab dem 1. April 1920 mit dem Titel eines sächsischen Regierungsrates in die neue Eisenbahnverwaltung übernommen.[24] Bereits 1922 erhielt er den Titel eines Oberregierungsrates bei der noch als sächsischen Eisenbahngeneraldirektion bezeichneten Behörde.[25] 1924 erhielt Gelbke den Dienstrang eines Reichsbahn-Oberrates in der Reichsbahndirektion Dresden.[26] Damit war er nun offiziell kein sächsischer Landesbeamter mehr, sondern ein höherer Reichsbeamter bzw. Angestellter mit Beamtenstatus bei einer reichsweiten Gesellschaft. Gelbke arbeitete fortan bis zu seinem Tod als Dezernent in der Reichsbahndirektion Dresden.

Gelbke ist letztmalig 1932 im Dresdner Adressbuch als Oberrat der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft verzeichnet.[27] Er starb frühzeitig im 53. LLebensjahr.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Quellen

  • Stammbaum Gelbke, Zittauer Ast auf FamilySearch, Online auf MyHeritage, Anmeldung erforderlich.
  • Dr. jur. Rudolf Gelbke, Dommel Web Site, Familienseite auf MyHeritage, Anmeldung erforderlich.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ Ehrenbürger der Stadt Zittau, Onlineliste auf der Homepage der Stadt Zittau.
  2. ↑ Adressbuch Zittau 1880, S. 91, SLUB.
  3. ↑ Adressbuch Zittau 1894/95, S. 158, SLUB.
  4. ↑ Adressbuch Dresden 1885, S. 114, SLUB.
  5. ↑ Datensatz auf Ancestry
  6. ↑ Adressbuch Dresden 1853, S. 138, SLUB.
  7. ↑ Adressbuch Dresden 1872, S. 320, SLUB.
  8. ↑ Töchter-Pensionat Richter-Hunte, Online auf www.das-alte-dresden.de.
  9. ↑ Adressbuch Teil II, Häuserbuch Dresden 1894, S. 1087, SLUB.
  10. ↑ Adressbuch Dresden 1933, S. 196, SLUB.
  11. ↑ Adressbuch Dresden 1935, S. 203, SLUB.
  12. ↑ Datensatz auf MyHeritage, Dommel Web Site, MyHeritage, Anmeldung erforderlich.
  13. ↑ Adressbuch Dresden 1939, S. 211, SLUB.
  14. ↑ Adressbuch Dresden 1905, S. 218, SLUB.
  15. ↑ Rentiere (historisch für eine Frau, die von den Zinsen ihres Vermögens lebte) nennt man im Weiblichen Rentrice (oder eingedeutscht Rentierin), modern auch Privatiere.
  16. ↑ Adressbuch Dresden 1907, S. 219, SLUB.
  17. ↑ Königl. Generaldirektion der sächsischen Staatseisenbahnen im Königl. Finanzministerium in: Adressbuch Teil II, Staatsbehörden Dresden 1908, S. 20, SLUB.
  18. ↑ Adressbuch Chemnitz 1910, S. 347, SLUB.
  19. ↑ Adressbuch Chemnitz 1911, S. 353, SLUB.
  20. ↑ Adressbuch Dresden 1912, S. 237, SLUB.
  21. ↑ Königl. Generaldirektion der sächsischen Staatseisenbahnen im Königl. Finanzministerium in: Adressbuch Teil II, Staatsbehörden Dresden 1912, S. 20, SLUB.
  22. ↑ Adressbuch Dresden 1913, S. 241, SLUB.
  23. ↑ Erstmals im Adressbuch Dresden 1917, S. 192, SLUB.
  24. ↑ Adressbuch Dresden 1921, S. 197, SLUB.
  25. ↑ Adressbuch Dresden 1922/23, S. 225, SLUB.
  26. ↑ Adressbuch Dresden 1925/26, S. 225, SLUB.
  27. ↑ Adressbuch Dresden 1932, S. 196, SLUB.
  28. ↑ Adressbuch Dresden 1918, S. 192, SLUB.
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