Rosenticz

Stadtwiki Dresden - Freiraum für Ideen und Wissen über Dresden
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rosenticz ('Rodungsort') war ein sorbischer Rundweiler mit 96 ha Blockflur[1], der um 1250 entstand und 1288 erstmals erwähnt wurde. Aus ihm entwickelte sich das deutsche Dorf Rosentitz.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Etymologie

Rosenticz bedeutet 'Rodungsort' (zu altsorbisch *roznět- 'Zündung').[2][3] Die oft rezipierte Übersetzung 'Leute des Grozneta' ist unwahrscheinlich: "Da dieser PN-Stamm im Aso. selten ist und zudem früher g-Abfall angenommen werden muß, bleibt diese Grundform unsicher."[4]

In einer Höhe von 210 m ü. NN (100 m über dem Elbtal) und 9 km von der Dresdner Altstadt entfernt setzten die Rodungen relativ spät ein und blieben in einem bescheidenen Umfang. Das benachbarte Nöthnitz wurde ebenfalls 1288 ersterwähnt und bedeutet 'Viehstall'.

[Bearbeiten] Ortsnamenformen

"Das 16. Jh. zeigt vielerlei Entstellungen bei dem Versuch, die Mdaf. in die Schrift umzusetzen. In der heute amtlichen Form hat sich trotzdem die ursprüngliche Schreibung durchgesetzt."[16]

[Bearbeiten] 1288: Ersterwähnung als Rosentitz

Rosenticz wird erstmals am 2. November 1288 erwähnt:

[Bearbeiten] 1350: Erwähnung als Rosenticz im Lehnbuch Friedrichs des Strengen ("districtus Dresdensis)

1350 wurde der Ort im Lehnbuch Friedrichs des Strengen als Allodium Rosenticz im Districtus Dresdensis erwähnt:

[Bearbeiten] 1378: Rosenticz im Castrum Dresden (im Registrum Dominorum Marchionum Missnensium)

1378[20] gehörte Rosenticz nach dem Registrum Dominorum Marchionum Missnensium zum Castrum Dresden.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Rosentitz im HOV
  2. HONB zu Rosentitz: Aso. Grundformen mit R- ergäben sich aus 2. *RoznÏt-c- zu *roznět- ‘Zündung’ #3 + Suffix -c #5, etwa als alter RodungsN, vgl. Niethen. Andererseits käme auch ein davon abgeleiteter PN *Roznět(a) in Frage, entsprechend apoln. PN Rozniat. Schließlich muß 3. auch an aso. *Rožętici zum PN *Rožeta, zu *rog ‘Horn, Landzunge’ #3, gedacht werden, vgl. z. B. skr. PN Rožeta neben anderen Bildungen wie tsch. PN Rožek, Rožec usw.
  3. HONB zu Niethen: Wahrscheinlich zu aso. *nět- ‘zünden’ ... 2. aso. *Nětina/*Nětno o.ä. –‘Rodungsort’.
  4. HONB II, 308.
  5. CDS II 4, 18.
  6. U 2073.
  7. LBFS, fol. 19b.
  8. RDMM 262.
  9. StaB Dr. 70.
  10. Blaschke HOV 35.
  11. AEB Dr. 21a, 394.
  12. HOV.
  13. Riß VI/77/10.
  14. Oeder 8.
  15. Genr. 17a, 164.
  16. HONB II 307-308.
  17. CDS II 4 Nr. 18.
  18. Ab 1420: Wasserburg Karrasburg.
  19. LBFS fol. 10b.
  20. RDMM 262.
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge