Nicolaus de Gana
Nicolaus de Gana war der zehnte bekannte Archidiakon von Nisan. Er ist von 1335 bis 1341 nachgewiesen.
Sein Vorgänger war Conradus de Strele (1328 belegt), sein Nachfolger Hermannus de Wolfticz (1342-1354 belegt).
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[Bearbeiten] Archidiakone von Nisan
Archidiakone von Nisan des Archidiakonats Nisan gab es nachweislich seit 1273. Sie residierten von Meißen aus und waren zumeist gleichzeitig Domherren in Meißen (seit der Regierung von Albrecht dem Beherzten ab 1464 wurde diese Dignität nur noch an Domherren verliehen).[1]
[Bearbeiten] Aufgaben
Die Archidiakone hatten:
- in ihrem Archidiakonat den Bischof zu vertreten
- die Aufsicht über die Geistlichkeit
- die Kirchen und kirchlichen Stiftungen und Güter zu führen und
- die bischöfliche Gerichtsbarkeit auszuüben.
[Bearbeiten] Rechte
Den Archidiakonen stand das Recht zu:
- ihre Archidiakonate zu visitieren
- die Sendgerichte abzuhalten
- gegen ihre Geistlichkeit die Strafgerichtsbarkeit auszuüben
- die Zivilgerichtsbarkeit zu verwalten
- Leute vorzuladen
- Bußen aufzuerlegen
- Verbrechen zu bestrafen, besonders die in Kirchen begangenen Gewaltdelikte
- mit Kirchenbann und Interdikt zu belegen.
[Bearbeiten] Amtsmißbrauch und Einsetzung bischöflicher "Offizialer" und "Commissare"
"Später wurde den Archidiakonen, da sie das Volk bedrückten, durch öfter gehaltene Gerichtstage und Schmausereien die Pfarren beschwerten und sich Eingriffe in die bischöfliche Jurisdiktion erlaubten, von den Bischöfen Offiziale und Commissare an die Seite gesetzt, welche letzteren fast alle Archidiakonal-Verrichtungen zu besorgen hatten und die vorkommenden Streitigkeiten und Rechtshändel allein oder unter Zuziehung der Archidiakone entschieden".[2]
[Bearbeiten] Kollaturen
Über diese allgemeinen Rechte und Pflichten hinaus hatte der Archidiakon von Nisan außerdem noch die Collatur (das Recht, eine geistliche Stelle zu besetzen sowie eine Pfründe oder ein Stipendium zu vergeben):
- der Vicaria omnium Sanctorum secunda im Domstift Meißen
- der Pfarre zu Briesnitz
- der Pfarre zu Kaditz
- der Pfarre zu Kötzschenbroda
- der Capella Mariae Magdalenae zu Meißen und
- der Vicaria Sanctae Annae zu Meißen.
[Bearbeiten] Einkünfte
Die teilweise wichtigen Collaturen unterstreichen die Bedeutung des Archidiakons von Nisan im Bistum Meißen. Aber obwohl er zu den vornehmsten Dignitäten im Bistum gehörte, waren seine Einkünfte verhältnismäßig gering. Er erhielt nur 40 Sibergroschen von Bauern aus Briesnitz, gut 2.400 Liter Getreide sowie den Ertrag eines Weinberges in Kötzschenbroda.
Als Obedientiarius der Obödienz Briesnitz standen ihm aber noch weitere Einkünfte zur Verfügung, darunter auch der Ertrag eines Weinbergleins in Zitzschewig (dem Wüstenberg). Von diesen Einkünften mußte er allerdings der Domkirche in Meißen 1 Schock (= 5 Dutzend) und 51 Silbergroschen (= zusammen 111 Silbergroschen) und später 12 Feine Mark in Silber jährlich weiterreichen. Das waren mehr als ein Viertel seiner 395 Groschen, die er aus Briesnitz erhielt. Dazu kamen für ihn allerdings noch große Mengen an Korn, Hafer, Weizen, Gerste und Erbsen - insgesamt 22 Malter. Das entsprach im Spätmittelalter etwa 3.600 Liter Korn allein von Briesnitz. Dem Archidiakon verblieben insgesamt 324 Silbergroschen und rund 6.000 Liter Getreide im Jahr - also täglich fast ein Silbergroschen und über 16 Liter Getreide, dazu kam noch der Wein von zwei Weinbergen.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ Moritz Welte: "Gau und Archidiakonat Nisan in der Markgrafschaft Meissen". Wold. Türk's Verlag (A. Urban), Dresden 1876, S. 51.
- ↑ Moritz Welte: "Gau und Archidiakonat Nisan in der Markgrafschaft Meissen". Wold. Türk's Verlag (A. Urban), Dresden 1876, S. 4f.