Maximilian Biesolt

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Ansicht der Nähmschinenfabrik „Biesolt & Locke“ um 1900
Unterschriften von Anna und Maximilian Biesolt
Unterschrift von Marianne Biesolt
Anzeige der Fa. „Biesolt & Locke“ 1893
Anzeige der Fa. „Biesolt & Locke“ 1898

Maximilian Reinhold Biesolt, Kurzform auch Max (Reinhold) Biesolt, auch Biesold (* 1843 in Bautzen; † 7. Mai 1914 auf dem Weißen Hirsch bei Dresden) war ein sächsischer Kaufmann, Unternehmer und Fabrikbesitzer, zuletzt im Rang und mit Titel eines königlich-sächsischen Kommerzienrates. Er war der langjährige Leiter der Nähmaschinenfabrik „Biesolt & Locke“ in Meißen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Maximilian Reinhold Biesolt entstammte der Bautzner Familie Biesolt/Biesold(t)[1] mit dem Spitzenahn Florian Biesolt (um 17001760). Dessen Sohn und Biesolts Urahn Christian Ehrenfried Biesolt (* 14. August 1729 in Bautzen; † 28. August 1811 ebenda) war Lein- und Barchentweber (siehe auch Diskussionsseite).[2]

Maximilian Bisolt war mit Maria Anna Biesolt (18541916)[3] verheiratet. Die gemeinsame Tochter des Ehepaares Biesolt war:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Maximilian Reinhold Biesolt wurde in Bautzen geboren, wo er auch zur Schule ging. Später absolvierte er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser in Chemnitz. Auf Reisen nach Frankreich und England vertiefte er seine Kenntnisse im Maschinenbau und eignete sich spezielle Kenntnisse der Feinmechanik an.

[Bearbeiten] Biesolt & Locke

Zurück in Deutschland, gründete Biesolt am 4. November 1869 im Alter von 26 Jahren zusammen mit seinem Geschäftspartner Julius Hermann Locke (18431925) die Nähmaschinenfabrik „Biesolt & Locke“ am Neumarkt in Meißen, anfangs mit nur sechs Arbeitern. Nachdem 1876 der Dampfbetrieb in der von Biesolt geleiteten Fabrik eingeführt wurde, wurde der Betrieb bis 1914 auf 800 Mitarbeiter erweitert, womit täglich zirka 200 Nähmaschinen der Marke „Afrana“ hergestellt werden konnten.

Im Adressbuch der deutschen Maschinenfabriken von 1911 sind unter dem Eintrag „Biesolt & Locke, Meißner Nähmaschinenfabrik“ folgende Details genannt:

Bereits am Nachmittag des 21. Aprils 1914 muss sich in einer Holztrockenkammer der Fabrik ein kleines Feuer entzündet haben, das aber nicht gefunden werden konnte. Gegen 23 Uhr nachts explodierte ein Gebläse, wodurch sich das Feuer schnell ausbreitete. Infolgedessen brannte die gesamte Fabrikanlage über Nacht bis in die Morgenstunden des 22. April 1914 ab. Der Betrieb war gut versichert, wurde aber anschließend nicht wieder aufgebaut. Zum Zeitpunkt des Unglücks standen 800 fertige Nähmaschinen in den Lägern, ca. 10.000 Maschinen waren in der Fertigung.

[Bearbeiten] Sonstiges

Biesolt ist 1880 im Meißner Adressbuch als Nähmaschinenfabrikmitbesitzer im Haus 579 in der Untergasse verzeichnet,[8] 1885 im Haus 579B.[9] 1890 ist das Haus 579B in der Martinstraße aufgeführt,[10] der späteren Hausnummer 4.[11] Im Adressbuch von 1900 ist er erstmals mit dem Ehrentitel „Kommerzienrat“ verzeichnet,[12] den er vom sächsischen König Albert verliehen bekommen hatte. Biesolt hatte bis 1914 seinen Hauptwohnsitz in Meißen, wo er zuletzt in der Martinstraße 7 wohnte.[13]

Biesolt wurde am 15. Oktober 1904 als Hauptgeschworener in einer öffentlichen Sitzung am Dresdner Landgericht durch den Landgerichtspräsidenten Dr. Müller für die sechste Sitzungsperiode des Dresdner königlichen Schwurgerichts, neben anderen Personen der damaligen Zeit vereidigt.[14] Biesolt war 1910 Inspektor und Vorstand der Sektion III der sächsischen Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik.[15] In dieser Funktion erhielt Biesolt im gleichen Jahr vom preußischen König und deutschen Kaiser Wilhelm II. für seine Verdienste das Ritterkreuz des königlich-preußischen Roten Adlerordens.

[Bearbeiten] Wohnsitz Weißer Hirsch

1911 kaufte Biesolt von der verwitweten Frau und Privatier Wilhelmine Leibiger die Sommervilla in der Hainstraße 4 auf dem Weißen Hirsch bei Dresden,[16] der damals noch ein selbständiger Vorort von Dresden war. Biesolt ist erstmals 1912 mit dieser Sommerwohnung im Dresdner Adressbuch als Kommerzienrat verzeichnet.[17]

[Bearbeiten] Tod

Biesolt starb am Donnerstagabend, den 7. Mai 1914 nachlängerem Leiden in seinem Wohnsitz auf dem Weißen Hirsch bei Dresden im Alter von 71 Jahren. In einem kurzen Nachruf der „Ottendorfer Zeitung“ vom Sonntag, den 10. Mai 1914 hieß es:

Biesolts Grab ist erhalten und befindet sich auf dem Meißner Stadtfriedhof der Frauenkirche in der Nossener Straße im Biesolt'schen Erbbegräbnis.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Trivia

Biesolts Witwe behielt nach dem Tod ihres Mannes die Sommerwohnung in der Hainstraße auf dem Weißen Hirsch, wo sie selbst ab 1915 verzeichnet ist.[20] Sie hatte ihre Hauptwohnung weiterhin in Meißen in der dortigen Martinstraße 7.[21]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Generalregister zur Deutschen Wappenrolle, 1962, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 66
  2. Datensatz auf MyHeritage, Anmeldung erforderlich.
  3. Datensatz auf Ancestry.
  4. Datensatz auf Ancestry.
  5. Adressbuch Dresden und Vororte 1921, Teil II, S. 463, SLUB.
  6. Maximilian Reinhold Biesolt, Kommerzienrat, Inhaber der Firma Biesolt und Locke, Nähmaschinenfabrik, Meißen und sein Tochtersohn Ernest Biesolt-Sergler. in: Wappenrolle A (Wappenbriefe, Nr. 1-95) in Archivale 11162: Sächsische Stiftung für Familienforschung im Hauptstaatsarchiv Dresden, Sächsisches Staatsarchiv.
  7. Adressbuch der deutschen Maschinenfabriken, Band 5, 1911, Digitalisat auf Google Books, S. 284.
  8. Adressbuch Meißen 1880, S. 11.
  9. Adressbuch Meißen 1885, S. 64.
  10. Adressbuch Meißen 1890, S. 20, SLUB.
  11. Adressbuch Meißen 1893, S. 66, SLUB.
  12. Adressbuch Meißen 1900, S. 52, SLUB.
  13. Adressbuch Meißen 1910, S. 121, SLUB.
  14. Dresdner Journal, Ausgabe vom 15. Oktober 1904, Digitalisat der SLUB, S. 1910.
  15. Das Jubiläum der Unfall- und der Invalidenversicherung, Bericht über die Feier, 1910 Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 22.
  16. Häuserbuch Dresden und Vororte, S. 535, Teil II ADB Dresden, SLUB.
  17. Adressbuch Dresden 1912, Teil II, S. 572, Teil II, SLUB.
  18. Ottendorfer Zeitung, Unterhaltungs- und Anzeigeblatt, 13. Jahrgang, Nummer 55, Sonntag, den 10. Mai 1914, Digitalisat der SLUB, S. 1.
  19. Dresdner Journal, Ausgabe vom 18. Oktober 1910, Digitalisat der SLUB, S. 1.
  20. Adressbuch Dresden 1915, S. 500, SLUB.
  21. Adressbuch Meißen 1916, S. 158, SLUB.

[Bearbeiten] Weblinks

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