Lokator

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Lokatoren gründeten im Auftrag der neuen deutschen Grundherren in den eroberten slawischen Gebieten sowohl Rundlinge als auch Waldhufendörfer.

Rundlinge fassten die slawischen Bewohner der Streusiedlungen zusammen, während Waldhufendörfer durch den "großen Landesausbau" mittels Waldrodung entstanden.

Rundlinge (auch Runddörfer oder Rundlingsdörfer oder Rundweiler) sind nach der derzeit herrschenden Meinung Ausdruck einer planmäßigen Siedlungsform, die vor allem zwischen 1150 und 1250 in der Frühzeit des deutschen Landesausbaus von örtlichen Grundherren mittels Lokatoren zur Intensivierung der für sie lukrativen Getreideproduktion (Vergetreidung) entstanden sind.

Lokatoren waren im Auftrag eines Grundherrn als Subunternehmer verantwortlich:

Für den "großen Landesausbau" - der planmäßigen und großräumigen Erschließung der unbesiedelten Waldgebiete - wurden gezielt bäuerliche Kolonisten aus dem Westen angeworben, wo Bevölkerungsüberschuss herrschte und die Abhängigkeit der Bauern von ihren Herren immer unerträglicher wurde.[1]

Die nahezu vollständige Erschließung des Landes setzte "…zwischen Saale und Mulde schon bald nach 1100 ein und überschritt um 1150 die Mulde…".[2]

Unter der Leitung von Lokatoren wurden große Waldgebiete gerodet und Waldhufendörfer angelegt, die für die hochmittelalterlich-deutsche Besiedlung typisch sind.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. André Thieme: "Die herrschaftliche Grundlegung der hohen Kolonisation"; in: Enno Bünz (Hrsg.): "Ostsiedlung und Landausbau in Sachsen", 2008, S. 161ff.
  2. Karlheinz Blaschke: "Die Geschichte Sachsens im Mittelalter", Berlin 1991, S. 244, S. 77.
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