Lindigt
Lindigt (im Volksmund Linsengut genannt) ist ein Einzelgut (1308: Rittergut; 1414: landwirtschaftliches Vorwerk) in der Gemarkung Zuschendorf, welche später als Häusergruppe (Lindigthäuser) in die Stadt Pirna (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) eingemeindet wurde.
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[Bearbeiten] Geschichte
Eine erste Erwähnung von Lindigt fand 1308 in der Form des Ritters Hannvs vomme Lindech, der als Urkundenzeuge in Dresden auftrat.[1]
Er ist sehr wahrscheinlich identisch mit dem in den Jahren 1310 und 1311 erwähnten Johannes von Lindech, einem Bürgermeister zu Dresden.[2]
Erstmals wurde Lindigt 1378 als Lindecht erwähnt.[3]
Am 28. August 1378 übereignete der Bischof von Meißen Johann II. der Katharinenkirche zu Kleindobritz bei Dresden Getreidezinsen zu, darunter 3 Scheffel Weizen und 4 Scheffel Hafer in pago seu villa videlicet Lindecht (ebenso in Zuschendorf), die der Pleban Petrus Lucie in Kleindobritz der Kirche geschenkt hat, gegen Zahlung einer Entschädigungssumme für die dem Bischof wegen dieser Zinsen zustehende Lehnsherrlichkeit.[4]
1476 hieß der Ort dann Lindicht, 1791 Lindicht und 1875 Lindigt b. Pirna[5]
1626 war Lindigt Rittergut des Joachim von Carlowitz zum Lindicht[6], 1724 dann wieder Vorwerk und 1875 Vorwerk und Schenke.[7]
1908 wurden die Lindigthäuser erwähnt:
- Lindigt bei Zuschendorf (Lindigthäuser)[8]
- den Lindigthäusern
- dem Gasthof Lindenthal und
- dem Gut (Vorwerk) und Gasthof Lindigt.
[Bearbeiten] Etymologie
- wie bei Lindicht: Zunächst mhd. linde, linte ‘Linde’, Später mhd. *lintech mit Kollektivsuffix -ich(t)/-ech(t). – ‘Siedlung am Lindenholz’.[10]
- vgl. Birkigt
[Bearbeiten] Einwohner
- 16. Jahrhundert: 2 Gärtner
- 1791: 1 Gärtner, 2 Häusler[11]
- 1871: 30
- 1890: 32
[Bearbeiten] Weblinks
- "Historisch-topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna", Verlag Baensch, Dresden 1927, S. 168 (digital S. 182).
- Der vergrabene Lindigtschatz. Familienschatz derer von Carlowitz in: Erlpeter. Kulturblatt für Pirna. Ausgabe 22, April 2003.
- Alexander Müller: Das Gasthaus Lindigt steht noch. Die Liste der abgerissenen Kulturdenkmale weist auch den Gasthof am Postweg aus. Das führt zu Missverständnissen. SZ vom 22. Mai 2015 - "Die Liste der seit 2000 abgerissenen Kulturdenkmale in Pirna hat in der Stadt für Aufregung gesorgt. Fast 30 unter Schutz stehende Objekte sind seither verschwunden. Auf der Liste der Stadtverwaltung befindet sich auch der „Gasthof Lindigt“, als Abrissjahr wird 2003 angegeben. Und zusätzlich steht in Klammern noch der Vermerk „vorsätzlicher Abriss“. In unserer Berichterstattung darüber informierten wir überdies über einen Gerichtsprozess, der mit einer hohen finanziellen Strafe für den Verursacher des nicht erlaubten Abrisses endete. Das alles stimmt auch, nur das Gasthaus Lindigt steht trotzdem noch. Dessen Eigentümerin, Isabell Höninger, bekam nach eigenen Angaben einen gehörigen Schreck, als sie von der Liste und den Erläuterungen dazu erfuhr. „Wir haben weder einen ungenehmigten Abriss vorgenommen, noch waren wir vor Gericht, noch mussten wir eine vierstellige Strafsumme zahlen.“ Eine Nachfrage bei ihr und bei der Stadtverwaltung bringt Klärung. Das Pirnaer Rathaus konkretisiert, dass bei dem Objekt auf der Liste auch nicht das Gebäude gemeint ist, wo sich das ehemalige Gasthaus Lindigt befand. Das existiert noch, der Schriftzug „Lindigt“ steht nach wie vor über dem Hauseingang. Es wurde – und zwar mit Genehmigung – um- und ausgebaut. Allerdings wurde 2003 tatsächlich etwas unerlaubt abgerissen, und zwar ein Nebengebäude auf dem Nachbargrundstück. Für die Stadt befand sich das auf dem Gasthofareal, sie sieht insofern keinen Bedarf der Korrektur. Für Isabell Höninger und viele Nachbarn ist das irreführend. „Jeder denkt dabei doch sofort an das Gasthaus!“
- Ortssuche Lindigt (bei Pirna) bei saechsische-gerichtsbuecher.de; Konsensbuch, Bd. 21 Archivaliensignatur GB AG Pirna Nr. 131
- Link zum Digitalisat des Gerichtsbuchs Datierung: 1785 - 1795 (1796 - 1814) Zugehörige Orte: Copitz, Cunnersdorf (bei Pirna), Ebenheit (bei Pirna), Hausberg, Hölle, Kleinseidewitz, Krebs, Lindigt (bei Pirna), Niedervogelgesang, Pirna, Posta, Sonnenstein, Zehista
- Lindigt <Sachsen> bei archivportal-d.de
- 18. September 1476, Sächsisches Staatsarchiv, 10001 Ältere Urkunden, Nr. 08277 - Ernst, Kurfürst von Sachsen, belehnt zwölf Mitglieder der Familie von Carlowitz (Karlewitz), nämlich Friedrich zu Pillnitz ((Bilnitz), Hans zu Dresden, Blasius zu Hermsdorf... ...Freital], Wilmsdorf (Wilmeßdorff), Sadisdorf (Saidßdorff), Großsedlitz (Sedelicz), Zuschendorf (Czschuschindorff), Lindigt (Lindicht) [sw. Pirna], Krebs (Krawis), Seidewiz (Seidwitz)
- Personenstandsunterlagen auf landratsamt-pirna.de - StA Zuschendorf - 1876 eingerichtet. 1923 mit der Eingemeindung nach Pirna zum Standesamt Pirna. Zuständigkeit: Lindigt ab 1876.- Oberlindigt ab 1876.- Zehista 1907-1923 (1876-31.04.1895 StA Pirna-Land, 01.05.1895-1907 StA Pirna).
[Bearbeiten] Quellen
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ CDS II 5 Pirna 23.
- ↑ CDS II 5 Pirna 28.
- ↑ in pago seu villa videlicet Lindecht CDS II 2, 653.
- ↑ Johann [II.], Bischof von Meißen, übereignet (unimus et donamus, incorporamus) der Katharinenkirche... 28. August 1378, Sächsisches Staatsarchiv, 12856 Domkapitel Meißen, Nr. 461 ... - Siegel des Ausstellers angekündigt. 1 Der Zins setzt sich folgendermaßen zusammen: Drei Scheffel Roggen und vier Scheffel Hafer aus Lindigt (Lindecht), eineinhalb Scheffel Roggen...
- ↑ Lindigt im HOV.
- ↑ AGerA Pirna Rep. Vol. III Cap. V 221, Nr. 26.
- ↑ Lindigt im HOV.
- ↑ Teil OV 109.
- ↑ "Historisch-topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna", Verlag Baensch, Dresden 1927, S. 168 (digital S. 182).
- ↑ HONB zu Lindicht.
- ↑ 1791 Lindicht, bey Zuschendorf … ein einzeln Guth … 1 GÄrtner und 2 HÄusler, OV 308.