Leubnitzer Klosterhof
Der Klosterhof Leubnitz entstand 1290 aus den Gütern, welche die frisch verwitwete Markgräfin Elisabeth von Maltitz am 12. Juni 1288 dem Kloster Altzella übereignet hatte.[1] Das weltliche Gut Leubnitz entwickelte sich in zwei Jahren zum Klostergut.[2]
Unter der Anleitung der Altenzeller Mönche, die in Leubnitz durch einen (Kloster-)Hofmeister vertreten waren, wurde das alte Herrengut in einen landwirtschaftlichen Betrieb mit beträchtlichem Landbesitz im Dresdner Raum umgewandelt und fortan als Klosterhof bezeichnet.
Da es mit seinen umgebenden Fluren und weiteren Dörfern der Gegend zu den wichtigsten Anbaugebieten des Klosters gehörte, entstand als Verbindungsweg zum Kloster der Zellesche Weg, der wie der Bischofsweg die Stadt Dresden umging.
Diesem Klostergut unterstanden u.a. die Orte
- Goppeln (mit gleicher Urkunde vom 12. Juni 1288 zusammen mit Leubnitz an Altzella übertragen),
- Strehlen (1288 ersterwähnt, 1296 erwarb das Kloster Altzella von Markgraf Friedrich Klemme einen Großteil des Dorfes und unterstellte es dem Leubnitzer Klosterhof, 1312 konnte mit dem Erwerb der Hälfte des Vorwerks dieser Besitz noch vergrößert werden, 1318 kaufte das Stift Zelle einige Äcker "am Graben" = erste Erwähnung des Landgrabens bei Strehlen),
- Praschycz (1307 als villa (Dorf) ersterwähnt - im Grundbesitz von Kloster Altzella, 1310 von Räubern geblundert und gebranntschatzt, danach wüst und Bauernbusch für die umliegenden Dörfer),
- Torna (1347 ersterwähnt, 1382 mußte Bischof Nikolaus I. Ziegenbock einen Streit zwischen dem Klostergut und dem Leubnitzer Pfarrer um die Nutzungsrechte der Tornaer Äcker schlichten),
- Reick (1288 ersterwähnt, 1337 Allodium, ab 1396 dem Leubnitzer Klosterhof unterstellt),
- Gostritz (1378 ersterwähnt, ursprünglich im Besitz der Familie von Dohna, ging es (wahrscheinlich nach 1402) durch seine Nähe zu Leubnitz in die Flur des Klosters Altzella über),
- Krebs (1288 ersterwähnt [Getreidezins an das Meißner Hospital], 1378 erwähnt, 1412 ein Vorwerk erwähnt - der andere Teil von Krebs unterstand dem Hofmeister von Leubnitz)
- Mannewitz (1296 villa, 1346 Allodium und Vorwerk, 1435 erwähnt, 1513 wüst) und
sowie bestimmte Rechte in zahlreichen weiteren Dörfern, zB in
"Über den Zelleschen Weg wurden die Erträge dieser Gutswirtschaft durch Leubnitzer Bauern ins Mutterkloster Altzella abgeführt."[3]
Bis zur Reformation (in Dresden 1539) lenkten die Hofmeister von Leubnitz aus die Geschicke dieser Dörfer. Nach der Reformation wurde das Prokuraturamt in Leubnitz 1539 zum Verwalter des früheren Besitzes der katholischen Kirche. 1550 wurde diese Dörfer der Lehnshoheit des Dresdner Rates unterstellt.
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ 12. Juni 1288: "Elisabeth, Witwe Markgraf Heinrichs von Meißen, übereignet dem Kloster Altzella ihre Güter in Goppeln und Leubnitz." Ausstellungsort: Dresden - Sächsisches Staatsarchiv, 10001 Ältere Urkunden, Archivaliensignatur 01212, Benutzung im: Hauptstaatsarchiv Dresden; Editionen: Druck: Wilke, Ticemannus, cod. dipl. S. 70. Reg.: Beyer, Altzelle, S. 564, Nr. 194; UBNL, Bd. 1, Abt. 1, Nr. 8.
- ↑ "Ortsadel, Herrengüter: 1290: Vorwerk > Wirtschaftshof des Klosters Altzelle". ... Ortsnamenformen: 1290: Loubenicz". In: Leubnitz (1) | heute zu Kreisfreie Stadt Dresden im HOV.
- ↑ Leubnitz-Neuostra.