Lausitzer Kultur
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[Bearbeiten] Geschichte
Die Lausitzer Kultur war eine Kultur der Bronzezeit, welche um 1500/1300 v. Chr. begann und im Raum Dresden auf die Aunjetitzer Kultur folgte (ca. 2300 bis 1600/1500 v. Chr.).
Ab etwa 1400 v. Chr. boten die klimatischen Verhältnisse den Menschen optimale Lebensbedingungen:
- es war trocken und warm
- das Grundwasser sank ab
- eine intensive Bodennutzung auch der tiefer gelegenen Regionen wurde möglich
- die Ernährungsgrundlage für eine ständig wachsende Bevölkerung war geschaffen.
Gegen Ende der Jungbronzezeit um 800 v. Chr. herrschte dann - nach der Anzahl der Bestattungen auf den Gräberfeldern zu urteilen - die größte Siedlungsdichte in der Vorgeschichte.
Um 800 v. Chr. setzte eine Klimaverschlechterung ein und hatte Einfluss auf die Platzwahl für offene Siedlungen. Diese verschwanden aus den höheren Lagen und finden sich nur noch in tiefer gelegenen Regionen. Durch den Rückzug der Siedlungen in tiefere Lagen wurden einige Gräberfelder aufgegeben und andere verstärkt aufgesucht. Neu waren so genannte Ofenmodelle in den Gräbern, die als Nachbildung realer Öfen interpretiert werden und auf eine klimatische Kälteperiode hindeuten. Es entstand die früheisenzeitliche Billendorfer Kultur (7. und 6. Jahrhundert v. Chr.), die Endstufe der Lausitzer Kultur, die um 500 v. Chr. von der protogermanischen nordischen Jastorf-Kultur überlagert wurde.
[Bearbeiten] Siedlungen
Es gab weilerartig angelegte Siedlungen, die bevorzugt an Südhängen in der Nähe von Fließgewässern liegen.
Hausgrundrisse weisen Ausmaße von bis zu 8 x 28 m auf, weswegen Zwischenwände die unterschiedliche Bereiche innerhalb der Häuser voneinander abtrennten. Die Wände dieser Gebäude bestanden aus lehmverputzen Flechtwerk.
Die Menschen wohnten damals vor allem in Schwellrahmen- bzw. Blockbauten, ähnlich den Grabeinbauten in Blockbautechnik.
[Bearbeiten] Blockbautechnik
Die Blockbautechnik, bei der waagerechte Baumstämme oder Balken an den Ecken verblättert und übereinandergestapelt werden, entstand in Mitteleuropa bereits im Endneolithikum, verbreitete sich aber signifikant in der Bronzezeit (ab ca. 2500 v. Chr.). Sie diente dem Bau robuster Wohngebäude, Speicher und Befestigungsanlagen, besonders in waldreichen Regionen.
Erste Vorformen stammen aus dem Endneolithikum (Goldberg-III-Gruppe, Federsee), die Weiterentwicklung zur Blockbauweise erfolgte in der frühen/mittleren Bronzezeit.
Horizontal geschichtete Nadelholzstämme, vereinzelt Eiche, Erle oder Pappel, wurden an den Ecken kraftschlüssig verbunden (Verkämmung, Verzahnung).
In der Mittelbronzezeit wurden Befestigungsanlagen (z.B. Heuneburg) mit hölzernem Blockmauerwerk errichtet, das oft mit Schutt verfüllt war.
Diese Technik wurde besonders im Alpenraum, in Nordeuropa und der Lausitzer Kultur (späte Bronzezeit) angewandt.
Häufig stand der Blockbau neben der älteren Ständerbauweise oder wurde mit dieser kombiniert (Aufschichtung zwischen Ständern).
Die Blockbauweise war eine der ältesten, vollmassiven Holzbautechniken und ermöglichte langlebige Strukturen in der Bronzezeit.
[Bearbeiten] Schwellrahmentechnik
Schwellrahmen aus der Bronzezeit (ca. 2300–750 v. Chr.) sind archäologische Funde von hölzernen Schwellenkonstruktionen, die als Fundament für Pfostenbauten, insbesondere Langhäuser, in Siedlungen dienten. Sie bildeten einen stabilen Rahmen für den Wandaufbau, schützten die Wandhölzer vor Bodenfeuchte und sind oft in feuchten Moorböden oder in Feuchtbodensiedlungen.
Sie dienten dazu, die senkrechten Pfosten der Wandkonstruktion zu fixieren und von der direkten Erde zu isolieren, was die Lebensdauer der Häuser erhöhte. Solche Holzkonstruktionen wurden vor allem in Feuchtbodensiedlungen, beispielsweise im Alpenvorland, oder in der Lausitzer Kultur (Ostdeutschland) gefunden.
Der Schwellrahmen bestand aus horizontal liegenden Hölzern, oft in Verbindung mit Pfostenlöchern. Dies zeigt eine fortgeschrittene Holzbearbeitungstechnik in der Bronzezeit.
Da Holz im Boden meist verrottet, sind Funde von Schwellrahmen selten und meist auf wassergesättigte Umgebungen angewiesen, die eine Konservierung ermöglichen. Schwellrahmen bilden ein wichtiges Zeugnis für den Hausbau und die Siedlungsstruktur der Bronzezeit.
[Bearbeiten] Archäologische Fundplätze
- Siedlung der Lausitzer Kultur am Trutzsch (Trutzsch)
- Wie Urnenfunde von 1939 aus der Zeit ab 1300 v Chr. belegen, war die Umgebung des Trutzsch bereits in der bronzezeitlichen protoslawischen Lausitzer Kultur besiedelt.
- Bronzearmring vom Krähenhügel (Krähenhügel)
- Bronzezeit, etwa 3.000 Jahre alt
- Heidenschanze (Coschütz)
- Jüngere Bronzezeit, Ältere und Mittlere Eisenzeit, Früh- und Hochmittelalter
- 1068 (Burgward Bvistrizi) (CDS I A 1, S. 331, Nr. 136)
- Grabungen 1940/41, 1956/57, Oberflächenfunde
- Radig, Verzeichnis 1940 Nr. 2; Corpus 115/3
- Burgwall Briesnitz
- Lausitzer Kultur, Frühmittelalter, Hochmittelalter (1223 zerstört)
- Burgward Bresnice: F 1071 (CDS I,1,142) 1139/1143
- Radig, Verzeichnis 1940 Nr. 1; Corpus 115/1; Billig Nr. 62
- Siedlung der Billendorfer Kultur am Trutzsch (Trutzsch)
- Am Trutzsch gab es im 6. Jahrhundert v. Chr. (und vielleicht bereits im 7. Jahrhundert v. Chr.) eine Siedlung der protoslawischen Billendorfer Kultur, auf die vermutlich der spätere slawische Burgwall zurückging. Im 5. Jahrhundert v. Chr. war der Trutzsch deswegen ausweislich einer Kontaktfundstelle ein Verschmelzungsort mit der aus dem nordsächsischen Elbegebiet einwandernden protogermanischen Jastorf-Kultur, welche die Billendorfer Kultur überprägte.
- Burgwall Trutzsch (Trutzsch)
- Billendorfer Kultur, Frühmittelalter
[Bearbeiten] Literatur
- Buck, Dietmar-Wilfried; Buck, Dagmar: "Die Lausitzer Gruppe : Text, Katalog & Tafeln" (= "Studien zur Lausitzer Kultur", Band 8; = "Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas", Band 100), Verlag Beier & Beran, Langenweissbach 2022, ISBN: 9783957411228.
[Bearbeiten] Weblinks
- "Die Lausitzer Kultur" auf archaeologie-online.de (abgerufen am 6. Februar 2026)