Kesselsdorf
Das ehemalige Waldhufendorf Kesselsdorf wurde 2001 in die Kleinstadt Wilsdruff eingemeindet.
In Kesselsdorf entspringen wegen der Höhe von 300 m ü. NN vier Bäche:
- der Zschonerbach
- mit dem Wüste-Berg-Graben --> Elbe
- die Wiederitz
- mit dem Hammerbach --> Weißeritz --> Elbe
Wegen dieser vier Bäche gab es hier bereits eine elbsorbische Streusiedlung der Skudizi, die ab den 1150er Jahren von einer deutschen Waldhufensiedlung von 388 ha Größe überformt wurde.
Kesselsdorf war zu Beginn des 13. Jahrhunderts ein Herrensitz: am 9. Februar 1223 wurde der Ritter Gerhardus von Kesselsdorf (Gerhardus miles de Kezcelesdorph) in einer Gerichtsakte erwähnt.[1]
Entscheidend für diese rasante Entwicklung war die Lage von Kesselsdorf an der bedeutenden Alten Frankenstraße von Bautzen über Dresden, Freiberg, Chemnitz und Zwickau "gein Francken nach Hof und Nürnberg.
Von Kessselsdorf nach Dresden führte die Alte Frankenstraße über
- Gompitz 262 m ü. NN (Vereinigung mit der von Wilsdruff kommenden Willischen Straße) und
- Gorbitz 213 m ü. NN zum
- Wilsdruffer Tor 112 m ü. NN.
Als erste Verwaltungszugehörigkeit ist 1378 das Castrum Dresden als Verwaltungseinheit überliefert.[2]
Um 1500 besaß Kesselsdorf nachweislich eine Pfarrkirche im Sedes Dresden (Sitz des Erzpriesters) im Archidiakonat Nisan (Sitz des Archidiakons, des Stellvertreter des Bischofs in der Region).[3] Diese Pfarrkirche war zuständig für Braunsdorf, Niederhermsdorf, Oberhermsdorf, Kohlsdorf, Kleinopitz und Wurgwitz, später auch für Kaufbach, Zöllmen und Unkersdorf.[4]
Auf Grund der Größe des Kirchsprengels läßt sich auf ein hohes Alter der Pfarrkirche schließen, die wahrscheinlich schon 1223 im Zusammenhang mit dem Herrensitz Kesselsdorf bestanden hat. Vor Eintritt der Reformation war sie der hl. Katharina, der hl. Barbara (Bergbau!), dem hl. Hieronymus Urbanus und den 10.000 hl. Jungfrauen geweiht und besaß noch drei Nebenaltäre. Die heutige Katharinenkirche wurde 1562 noch im gotischen Baustil erneuert (wozu ein Darlehen beim Rat zu Dresden in Höhe von 100 Gulden notwendig war) und 1723 bis 1725 erhöht und barock umgestaltet (unter Beteiligung des Dresdner Ratsbaumeister George Bähr).[5]
[Bearbeiten] Siehe auch:
Weiterführende Informationen zu Kesselsdorf finden sich u.a. in:
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ Urkunde vom 9. Februar 1223, CDS II 4 Nr. 153.
- ↑ Kesselsdorf im HOV.
- ↑ Kesselsdorf im HOV.
- ↑ Egbert Steuer: Chronik von Kesselsdorf. Dresden 2000.
- ↑ Cornelius Gurlitt: "Kesselsdorf". In: "Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen". 41. Heft: Amtshauptmannschaft Meißen-Land. C. C. Meinhold, Dresden 1923, S. 208.