Johann Anton Friedrich Birnbaum

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Johann Anton Friedrich Birnbaum (* 1746 in Dippoldiswalde; † 9. November 1830 in Dresden)[1] war ein anfangs kursächsischer, später königlich-sächsischer Offizier, zuletzt als Kommandeur des sächsischen Artilleriekorps mit dem Stabssitz in Dresden im Rang eines Obersts.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Johann Anton Friedrich Birnbaum trat bereits 1753 als Siebenjähriger (!) als Soldat in die damalige königlich-polnische und kurfürstliche-sächsische Armee ein, wo er anfangs als Kanonier diente. 1760, mit 14 Jahren, in der Zeit des Siebenjähriges Krieges wurde er zum Unteroffizier ernannt, ein Jahr später Stückjunker - die aquivalente Bezeichnung eines Offiziersanwärters in der Artillerie.

1766, mit 20 Jahren erhielt Birnbaum sein Offizierspatent im ersten Leutnantsdienstgrad als Sous-Lieutenant, mit einer Anstellung im sächsischen Artilleriekorps, im Feldartillerieregiment zu Fuß mit dem damaligen Standort in Freiberg Das Artillerieregiment wurde zu dieser Zeit von Oberst Johann Rudolph Maximilian von Arnim kommandiert, drei Jahre später, ab 1769 dann von Oberst Johann Friedrich Hiller. 1777 bereits aggregierter (dem Etat überzähliger) Premier-Lieutenant, erhielt Birnbaum diese etatmäßige Charge am 23. Januar 1778, weiter im Fuß-Artillerie-Regiment dienend.[2]

Am 29. November 1788 wurde Birnbaum unter gleichzeitiger Beförderung zum Stabskapitän einer von zwölf Batteriechefs im sächsischen Feldartilleriekorps. Nachdem dieses Korps 1793 als Bestandteil der Koalitionstruppen gegen Frankreich an der Belagerung von Mainz zu Beginn der Napoleonischen Kriege teilgenommen hatte, nahm Birnbaum 1806 auch an der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt während des Vierten Koalitionskrieges teil. Noch vor diesem Krieg wurde Birnbaum am 6. März 1806 zum aggregierten Major befördert, womit er neben dem damaligen Kommandeur des Feldartilleriekorps, Oberst Carl Julius Birnbaum und dem Vizekommandeur Johann George Carl Rouvroy einer von drei weiteren Stabsoffizieren in seinem Truppenteil wurde. Am 4. August 1809 wurde Birnbaum für seine „... Bravour in der Schlacht bei Wagram mit dem höchsten militärischen Orden des Königreiches Sachsen, den Militär-St.-Heinrichs-Orden, zu dieser Zeit immer noch im Rang eines Majors.

Nach dem Feldzug der vereinten französischen und sächsischen Armee gegen Österreich wurde Birnbaum Anfang 1810 zum Oberstleutnant und vizekommandeur der sächsischen Fußartillerie befördert. Nach dem Tod von Carl Julius Birnbaum wurde Johann Anton Friedrich Birnbaum vom sächsischen König Friedrich August der Gerechte nur vier Tage später unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst der Artillerie neuer Kommandeur des Fußartilleriekorps und damit Nachfolger seines Vetters. Birnbaum blieb bis 1815 Kommandeur des Artilleriekorps.[3] Sein Nachfolger in der Dienststellung als Artilleriekorps-Kommandeur wurde Gustav Ludwig Ferdinand Raabe. Birnbaum wurde unter Fortzahlung einer Pension und der Erlaubnis des Tragens der Armeeuniform in der Öffentlichkeit als Oberst a.D. (außer Dienst) in den Ruhestand versetzt.

Birnbaum war Freimaurer und schon während seiner Dienstzeit in Freiberg Mitglied der Loge „Zu den drei Bergen“, wo der kursächsische Kreisamtmann Johann Carl Meisner als Meister vom Stuhl und Obermeister der höheren mauerischen Erkenntnisstufen. Dort war Birnbaum 1802 als Erster Aufseher tätig,[4] noch im gleichen Jahr wurde er Deputierter Meister.[5]

Birnbaum starb am Morgen des 9. November 1830 in der Dresdner Neustadt in seiner Wohnung nach sechswöchiger Krankheit im 85. Lebens- und im 67. Offizierdienstjahr. In der Leipziger Zeitung erschien in der Ausgabe am 15. November 1830 eine Todesanzeige der Familie.[6]

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

unter Benutzung archivalischer Quellen..., 1876, Digitalisat auf Google Books, S. 138.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Datensatz auf Ancestry
  2. Digitalisat auf Google Books, S. 141.
  3. A. von Kretschmar: Geschichte der kurfürstlich und königlich Sächsischen Feld-Artillerie von 1620 - 1820, Berlin 1876, Digitalisat auf Google Books, S. 138
  4. Verfasser des Taschenbuchs fuer Maurer 580 2/3: Almanach fuer Freymaurer aufs Jahr 580 3/4, 1803, Digitalisat auf Google Books, S. 100.
  5. Johann Christoph von Woellner: Der Signatstern oder die enthüllten sämmtlichen sieben Grade der mystischen Freimaurerei, nebst dem Orden der Ritter des Lichts für Maurer und die es nicht sind aus dem Nachlaß des verstorbenen hochw. Bruders W.... Almanach für Freimaurer auf das Jahr 5805/6. 4 Digitalisat auf Google Books, S. 244.
  6. Leipziger Zeitung, Ausgabe No. 273, Montags den 15. November 1830, Digitalisat auf Google Books, S. 3164.
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