Herrensitz Prohlis

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Späte Erwähnung als Herrensitz 1313

Der Herrensitz Prohlis des 1288 als Prolos (Ort in der Aue, am Auenwald) erwähnten Rundplatzdorfes wurde erstmals 1313 nachgewiesen:

Mit dieser Urkunde schenkte die Witwe Heinrich des Erlauchten, Markgräfin Elisabeth von Maltitz, ihren ererbten Anteil am Dorf Prohlis dem Leubnitzer Klosterhof.

Die Inhaber des Herrensitzes (und damit der Grundherrschaft) Johann von Prolos und Wigand von Prolos waren demzufolge laut den westlichen Quellen die ältesten bekannten Prohliser.

Schon zwei Jahre zuvor (1311) hatte das Dresdner Brückenamt Anteile in Prohlis erworben, in dem zu diesem Zeitpunkt bereits das Meißner Lorenzhospital Zinsrechte besaß.

1315 übereignete Markgraf Friedrich I. von Meißen das Prohliser Vorwerk mit weiteren Teilen des Ortes an das Dresdner Maternihospital. Durch diese Übereignung befand sich Prohlis nun bis zur Reformation im Besitz dreier Grundherren.

[Bearbeiten] Vorgeschichte

[Bearbeiten] Von der nisanischen Streusiedlung zum Rundlingsdorf unter deutscher Grundherrschaft

In den Jahrzehnten um 1200 wurden auf Veranlassung der deutschen Grundherrschaftelbsorbische Lokatoren mit dem Aufbau der Rundlinge im Gau Nisan beauftragt.

In dieser Zeit strömten in einem regelrechten Landrausch Adlige aus dem Altsiedelland (besonders aus Altsachsen und Franken: vgl. Alte Frankenstraße)) in den Gau Nisan und überzogen den Gau mit einem engmaschigen Netz an Herrensitzen über die elbsorbischen Bewohner. Trotz einer elbsorbischen Besiedlung seit mehr als einem halben Jahrtausend betrachteten die Deutschen das Gebiet als herrschaftsfreien Raum.

Im Ort in der Aue (am Auenwald) Prolos hielt sich die nisanische Streusiedlung besonders hartnäckig, weswegen der neue Rundling erst 1288 ersterwähnt wurde.

[Bearbeiten] Von der nisanischen Wasserburg zum deutschen Herrensitz

In Prolos hatten der werbende Lokator unter den Einheimischen besonders wenig Erfolg - auch weil diese Rückendeckung in einer elbsorbischen festen Wasserburg mit einer Wallanlage und Wassergraben am Geberbach hatten, die hier schon seit ältesten Zeiten den kürzesten Huckepackweg und Saumpfad vom Elbtalkessel über das Erzgebirge nach Böhmen sicherte.

Hierdurch wurde auch der Herrensitz Prohlis rund einhundert Jahre später als ortsüblich erwähnt. Viele Herrensitze bestanden bereits im Jahr 1206 zur Ersterwähnung Dresdens.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Eduard Beyer: "Das Cistercienser-Stift und Kloster Alt-Zelle in dem Bisthum Meißen - geschichtliche Darstellung seines Wirkens im Innern und nach Außen, nebst den Auszügen der einschlagenden hauptsächlich bei dem Hauptstaatsarchive zu Dresden befindlichen Urkunden" Verlag Janssen, Dresden 1855, S. 578f. (Urkunde [Nr. 246] vom 28. Oktober 1313).
  2. Zitiert nach: Lars Herrmann: "Schloss Prohlis" auf www.dresdner-stadtteile.de
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