Heinrich Christoph Graf von Baudissin

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Wappen der Grafen von Baudissin von 1741

Heinrich Christoph Reichsgraf von Baudissin, auch Heinrich Christoph von Baudißin, teilweise von Budissin (* 9. Juli 1709 in Schleswig; † 4. Juni 1786 auf Gut Rixdorf)[1] war kurfürstlich-sächsischer (und bis 1763 auch königlich-polnischer) Offizier und General, zuletzt als Gouverneur von Dresden und der Festung Königstein im Rang eines Generals der Infanterie. Von Baudissin war Erb-, Lehn- und Gerichtsherr der Rittergüter Rixdorf, Tramm, Treßdorf, Lammershagen, Friedeburg, Rantzau, Knoop, Projensdorf und Uhlenhhorst in Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Heinrich Christoph Graf von Baudissin entstammte der ursprünglich aus der Oberlausitz stammenden Uradelsfamilie von Baudissin/ Baudißin/ Budissin mit dem gleichnamigen damals sorbischen Namen des Stammsitzes, heute Bautzen. Von Baudissins Urgroßvater war der General und Feldmarschall Wolf Heinrich von Baudissin (15791646). Seine Großeltern väterlicherseits waren Heinrich Günther von Baudissin (16361673) auf Rixdorf/Schleswig-Holstein und dessen erste Ehefrau Sara Margaretha geb. von Günderrode (16421723), Tochter des Ernst Christoph von Günderrode (15951654).[2] Mit dem Diplom vom 28. Februar 1741 wurde die Familie in den Grafenstand erhoben.

Heinrich Christoph Graf von Baudissin war der Sohn des königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Kabinettsministers, Generals der Kavallerie und Oberster der Karabinier-Garde Wolf Heinrich Reichsgraf von Baudissin (* 8. September 1671 auf Gut Rixdorf; † 24. Juli 1748 ebenda) und dessen Ehefrau, Dorothea geb. von Buchwald (* 3. Juni 1683 auf Gut Projensdorf, Schleswig; † 19. August 1709 in Schleswig).[3] Sein Vater war Ritter des königlich-polnischen Weißen Adlerordens und des königlich-dänischen Danebrog-Ordens. Er erhielt während des sächsischen Reichsvikariats 1741 die Standeserhebung in den Reichsgrafenstand für sich und seine Nachkommen.

Heinrich Christoph Graf von Baudissin heiratete am 6. April 1741 Susanna Elisabeth Magdalena geb. Gräfin von Zinzendorf und Pottendorf (* 14. Dezember 1723; † 14. Oktober 1785), Tochter des Kammerherrn Friedrich Christian Graf von Zinzendorf und Pottendorf (16971763) und dessen erster Ehefrau Dorothea Juliana Gräfin von Polheim (17001727).[4] Seine Ehefrau war eine Schwester des kaiserlich-österreichischen Staatsmannes Ludwig Friedrich Julius Graf von Zinzendorf (17211780). Das Ehepaar von Baudissin hatte folgende bekannte Kinder:

[Bearbeiten] Leben

Heinrich Christoph Graf von Baudissin entschied sich wie sein Vater für eine militärische Karriere in der königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Armee. 1723, mit 14 Jahren trat er als Kadett in das adelige Kadettenkorps in Dresden ein, wo er im alten Kadettenhaus auch seine höhere Schulbildung erhielt. Bereits ein Jahr später, 1724, mit 15 Jahren wurde er Unteroffizier. 1725 erhielt er sein Patent als Portepee-Fähnrich. Damit wurde er Offiziersanwärter und kam in ein Regiment zu Fuß der sächsischen Infanterie.

1725 erhielt von Baudissin sein Offizierspatent im ersten Leutnantsdienstgrad als Sous-Lieutenant. Bereits vier Jahre später, 1729, mit 20 Jahren wurde von Baudissin zum Capitän (Hauptmann) befördert, womit er als Kommandeur einer Kompanie seine erste Einheit übernahm. 1737 erfolgte seine Beförderung zum Major, 1740 dann zum Oberstleutnant.

1745 ernannte der König von Polen, August III., gleichzeitig sächsischer Kurfürst und Großherzog zu Litauen von Baudissin zum Kommandeur des Infanterieregiments Allenbeck im Rang eines Obristen (Oberst).[5] Mit diesem Dienstrang ist er 1746 in den genealogisch-historischen Nachrichten verzeichnet.[6] In dieser Zeit wurde von Baudissin auch kurfürstlich-sächsischer und königlich-polnischer Kammerherr am Hof des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs.[7] 1749 beförderte der sächsische Kurfürst von Baudissin zum Generalmajor in seiner Dienststellung als Regimentskommandeur. Mit diesem Dienstgrad ist er erstmals 1750 in den in den genealogisch-historischen Nachrichten aufgeführt.[8] 1750 kaufte von Baudissin das Rittergut Knoop.

Im Mai 1753 wurde von Baudissin vom sächsischen Kurfürsten und polnischen König zum Geheimen Rat und damit zu einem engen Vertrauten ernannt. Im Juli desgleichen Jahres erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant.[9][10] Am 20. Februar 1761 wurde von Baudissin zum General der Infanterie befördert. Im gleichen Jahr erbte von Baudissin das Rittergut Rantzau von seinem Freund, dem königlich-schwedischen Oberhofmarschall Jakob Levin von Plessen (17011761), das dieser zehn Jahre besaß und nach der Thronbesteigung des Fürstbischofs Adolf Friedrich als König von Schweden. Von Baudissin nutzte Rantzau als Sommersitz während seiner Urlaubsaufenthalte. Im „Plan vom Hofe“ von 1784 sind die Veränderungen auf dem Gut sichtbar, die von Baudissin in Auftrag gab:

Widmung für Heinrich Christoph Graf von Baudißin

1765 ist von Baudissin immer noch als rangjüngster General der Infanterie im kurfürstlich-sächsischen Hof- und Staatskalender verzeichnet.[12] Während seines altiven militärischen Dienstes in der sächsischen Armee nahm von Baudissin an den Feldzügen nach Polen, an den Rhein gegen Frankreich, in Ungarn gegen das türkische Heer sowie an den Feldzügen in Böhmen und Sachsen teil.

1770, nach der Pensionierung von Johann Georg Chevalier de Saxe ernannte der neue seit sieben Jahren regierende neue Kurfürst Friedrich August der Gerechte von Baudissin zum Gouverneur von Dresden. Die Gouverneursstelle war eher eine repräsentative Dienststellung für ein Ausscheiden aus dem aktiven Militärdienst und ein erträgliches Alterseinkommen. Trotzdem häufte von Baudissin im Laufe seines Lebens eine beträchtliche Zahl von Schulden an. Von Baudissin war nicht nur Gouverneur der damaligen Festungsstadt Dresden, sondern gleichzeitig zu seiner Zeit in diesem Amt auch Oberkommandeur der militärisch ausgebauten Neustadt und der Festung Königstein. 1776 widmete Carl Gottfried Wolff sein Buch Versuch über die sittlichen Eigenschaften und Pflichten des Soldatenstandes... dem Reichsgrafen von Baudißin.[13]

Als Festungskommandeur findet man Graf von Baudissin im kursächsischen Hof- und Staatskalender 1777.[14] Er blieb in diesen Ämtern bis zu seinem Tod. Er starb einen Monat vor Vollendung seines 77. Geburtstages.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Staats-Relation der neuesten europäischen Nachrichten und Begebenheiten auf das Jahr 1786, Regensburg 1786, Digitalisat auf Google Books, Ausgabe 74 vom 21. Juni 1786, S. 4.
  2. Datensatz auf MyHeritage, Christiansen Web Site, Anmeldung erforderlich.
  3. Datensatz auf MyHeritage, Lauritzen Web Site, Anmeldung erforderlich.
  4. Christian von Stramberg: Denkwürdiger und nützlicher Rheinischer Antiquarius..., Koblenz 1856, 3. Band, Digitalisat auf Google Books, S. 351ff.
  5. Nachrichten von den Vornehmsten Begebenheiten..., Leipzig 1745, Digitalisat auf Google Books, S. 118.
  6. Michael Ranft: Der Genealogische Archivarius..., Leipzig 1746, Digitalisat auf Google Books, S. 273f.
  7. Johann Christian Lünig: Neu verbessertes und ansehnlich vermehrtes Titular-Buch, Leipzig 1750, Digitalisat auf Google Books, Teil I, S. 217.
  8. Neue genealogisch-historische Nachrichten von den vornehmsten Begebenheiten..., Leipzig 1750, Band 1, Digitalisat auf Google Books, S. 532f.
  9. Nachrichten von den Vornehmsten Begebenheiten..., Leipzig 1753, Digitalisat auf Google Books, S. 776f.
  10. Gottlieb Schumann: Europäisches genealogisches Handbuch..., Leipzig 1754, Digitalisat auf Google Books, Teil II, S. 155f.
  11. Marion Bejschowetz-Iserhoht: Heinrich Rantzau (1526-1598): königlicher Statthalter in Schleswig und Holstein : ein Humanist beschreibt sein Land : eine Ausstellung im Landesarchiv Schleswig-Holstein, Landesarchiv Schleswig-Holstein, 1999, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 64.
  12. Churfürstlicher Sächsischer Hof- und Staats-Calender auf das Jahr 1765, Digitalisat auf Hathi Trust, S. 167.
  13. Digitalisat auf Google Books.
  14. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender auf das Jahr 1777, Leipzig 1777, Digitalisat auf Google Books, S. 204 u. 208.

[Bearbeiten] Weblinks

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