Hans Gottlob von Ziegler und Klipphausen
Hans Gottlob von Ziegler und Klipphausen, auch Hanß und Hanns Gottlob von Ziegler und Klipphausen (* 1723 in Marienberg; † 1787 in Leipzig) war ein königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Offizier, zuletzt als Regimentskommandeur eines Infanterieregiments im Rang eines Obristen (Oberst).
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[Bearbeiten] Familie
Hans Gottlob von Ziegler und Klipphausen entstammte alten meißnischen, aber ursprünglich aus Böhmen stammenden Familie Ziegler, die bereits im 14. Jahrhundert in Dresden ansässig war und das noch 1372 unter den Bürgern von Dresden genannt wird. Das Geschlecht hatte in dieser Zeit das meißnische Münzmeisteramt inne und trat in der Folge begütert in den Landadel über. Die Stammreihe der Ziegler beginnt mit dem Ratsherrn zu Dresden, Wigand Ziegler († 1348) der 1324 erstmals urkundlich erwähnt wurde und der das das Gut Räcknitz bei Dresden besaß. Der Beiname „von Klipphausen“ entlehnt sich dem gleichnamigen Schloss, das der Stiftshauptmann Hieronymus Ziegler von Klipphausen († 1553) auf seinem Besitz Klein-Röhrsdorf bei Meißen 1528 für sich erbauen ließ. 1654 erhielt die Familie den offiziellen Reichsadelsstand mit dem Familiennamen von Ziegler und Klipphausen, 1741 eine nochmalige Adelsbestätigung.[1]
[Bearbeiten] Leben und Wirken
Hans Gottlob von Ziegler und Klipphausen entschied sich für eine Karriere in der damals königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Armee zur Regierungszeit von August III.. 1734, mit nur elf Jahren trat er damals als Unteroffizier in die Armee ein. 1742, mit 19 Jahren erhielt er sein Patent als Portepee-Fähnrich in der sächsischen Infanterie und wurde damit auch offiziell Offiziersanwärter.
Am 21. Januar 1745 erhielt von Ziegler und Klipphausen sein Offizierspatent im ersten Leutnantsdienstgrad als Sous-Lieutenant im damaligen Franckenbergschen Infanterieregiment.[2] Acht Jahre später wurde er 1753 zum Premier-Lieutenant befördert, womit er auch stellvertretender Chef einer Kompanie wurde. Schließlich übernahm er 1760 unter gleichzeitiger Beförderung zum Kapitän, der dem heutigen Dienstgrad eines Hauptmannes entsprach, selbst eine Kompanie in seinem Infanterieregiment.
1765 zum Major befördert, wurde von Ziegler und Klipphausen damit nicht nur Stabsoffizier in seiner Stammeinheit, sondern auch Kommandeur eines Infanteriebataillons, zu dieser Zeit im Regiment „Solms-Infanterie“. Chef des Regiments war seit 1763 der sächsische Generalleutnant Friedrich Christoph Graf zu Solms-Wildenfels, sein Kommandeur und direkter Vorgesetzer war Johann Ludwig von LeCoq.[3] In der Dienststellung als Bataillonskommandeur wurde von Ziegler und Klipphausen 1778 zum Obrist-Lieutenant (Oberstleutnant) befördert. Damit war er auch stellvertretender Kommandeur des Infanterieregiments.
24. März 1783 wurde von Ziegler und Klipphausen vom sächsischen Kurfürsten Friedrich August der Gerechte unter gleichzeitiger Beförderung zum Obristen (Oberst) zum neuen Kommandeur im Infanterieregiment von Bennigsen ernannt. Er übernahm das Amt von seinem Vorgänger, Oberstleutnant Eckhard Adam von Stammer, der es seit 1781 interimsweise geführt hatte, nachdem der damalige Regimentskommandeur Oberst Anton Franz Herrmann von Lindt (1730–1805)[4] zum Regiment „Prinz Clemens“ versetzt worden war. Als Obrist ist von Ziegler und Klipphausen erstmals im kursächsischen Hof- und Staatskalender von 1784 verzeichnet.[5] Im gleichen Jahr trat er als Mitglied und Armbrustschütze in die Leipziger Schützengesellschaft ein.[6] Ebenfalls 1784 ist von Ziegler und Klipphausen erstmals im Leipziger Adressbuch verzeichnet. Das 1. Bataillon des Regiments von Bennigsen war nicht wie heute üblich in Kasernen, sondern in Häuser und Gasthöfen untergebracht. Von Ziegler und Klipphausen lebte in seiner Leipziger Zeit am Leipziger Rossplatz, wo auch sein Regimentschef wohnte. Von Ziegler selbst bezog ein Zimmer im Gasthof „Weißes Roß“,[7] wo er bis zu seinem Tod wohnte.[8]
Von Zieglers Regiment wurde 1748 in der sächsischen Armee aus acht ehemaligen Grenadierkompanien der damaligen Regimenter „Zweite Garde“, „Jasmund“, „Alnpeck“ und „Graf Bellegarde“ gebildet. Die Einheiten des Regiments waren in Friedenszeiten damals in den Standquartieren Leipzig, Eilenburg und Delitzsch stationiert. Chef des Regiments war der sächsische Generalleutnant Gustav Adolph von Bennigsen, der das Regiment seit dem 24. Oktober 1781 als Inhaber führte. Von 1782 existiert ein Vertrag zwischen Hans Gottlob von Ziegler und Klipphausen und dem Besitzer des Kupferhammers in Wilkau, Johann Christian Helbig, über die Lieferung und Verarbeitung von Rohkupfer im Hauptstaatsarchiv Dresden.[9]
Ein Jahr nach Antritt der Dienststellung als Regimentskommandeur durch von Ziegler und Klipphausen, 1784 starb der bisherige Eigentümer des Regiments General von Bennigsen, so dass der sächsische Kurfürst dieses Truppenteil dem Generalmajor Carl Heinrich von Reitzenstein als Chef am 28. Dezember 1787 übertrug. Von Ziegler und Klipphausen blieb Kommandeur des Infanterieregiments bis zu seinem Tod Anfang des Jahres 1787. Sein Nachfolger als Regimentskommandeur wurde ab dem 17. März 1787 Hans Rudolph von Wiedemann.
[Bearbeiten] Quellen
- Geschichte und gegenwaertiger Zustand der Kursaechsischen Armee, Digitalisierte Bände, 1783 bis 1787.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Walter von Boetticher: Geschichte des oberlausitzischen Adels und seiner Güter : 1635–1815, 1919, Digitalisat der Heinrich-Heine-Universität Düsselsdorf, S. 181.
- ↑ Ziegler in: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste, Welche bißhero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden... Zeu - Zi, Band 62, 1749, Digitalisat auf Google Books, p. 548.
- ↑ Fortgesetzte neue genealogisch-historische Nachrichten von den vornehmsten Begebenheiten, welche sich an den europäischen Höfen zugetragen, Band 74, 1768, Digitalisat auf Google Books, S. 440.
- ↑ Regimentskommandeure des Infantarieregiments No. 13 in: Schloss Delitzsch, 2000, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 112.
- ↑ Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender auf das Jahr 1784, Digitalisat auf Google Books, S. 218.
- ↑ Max Lange: Die Leipziger Schützen-Gesellschaft, ein Abriß ihrer Entstehung und Entwicklung, 1893, Digitalisat auf Google Books, S. 85.
- ↑ Leipziger Adreß-, Post- und Reise-Calender, 1784, Digitalisat der SLUB, S. 2.
- ↑ Leipziger Adreß-, Post- und Reise-Calender, 1787, Digitalisat der SLUB, S. 2.
- ↑ Archivale 12613 im Sächsischen Staatsarchiv.