Hanns Siegmund von der Lochau

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Waooen der Adelsfamilie von der Lochau

Hanns Siegmund von der Lochau, auch Hanß oder Hans Siegmund von der Lochau (* 1710 in Gahro in der Niederlausitz; † 10. August 1792 auf der Festung Königstein) war ein königlich-sächsischer und kurfürstlich-sächsischer Offizier, zuletzt als Unterkommandant der Festung Königstein im Rang eines Obersts.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Hanns Siegmund von der Lochau enstammte der anhaltisch-niederlausitzischen Uradelsfamilie Von der Lochau), die erstmals mit Nicolaus von der Lochau am 11. November 1445 urkundlich erwähnt wird. Von der Lochau entstammte dem Ast niederlausitzischen Ast Gahro. Dieses Rittergut bei Luckau gehörte seit 1710 der Familie.[1]

Hanns Siegmund von der Lochau war der Sohn des ehemaligen kurfürstlich-sächsischen Leutnants der Infanterie und seit 1710 Besitzers des dortigen Ritterguts von der Lochau auf Gahro (* vor 1680; † 2. Januar 1736 in Gahro) und dessen Ehefrau Victoria Elisabeth von der Lochau (* 7. August 1680; † 12. August 1788 in Gahro). Von der Lochaus Schwester war die unverheiratet gebliebene:

Hanns Siegmund von der Lochau heiratete am 3. Mai 1745 in Freiberg Margaretha Erdmutha geb. Pabst von Ohain (* 2. Februar 1720 in Freiberg; † 1781 in Königstein), zweites Kind und einzige Tochter des kursächsischen Bergrats Gottfried Pabst von Ohain (16561729) und dessen zweiter, 1712 geheirateter Ehefrau Margaretha Elisabeth geb. von Hartig (16941757), die wiederum eine Tochter des Zittauer Bürgermeisters Johann Jacob von Hartig auf Althörnitz war. Von Lochaus Schwager war damit Carl Eugenius Pabst von Ohain (17181784), kursächsischer Berghauptmann zu Freiberg.[3] Das Ehepaar von der Lochau hinterließ eine Tochter:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Hanns Siegmund von der Lochau schlug wie sein Vater eine militärische Karriere ein. Er trat 1726 als Kadett in das Kadettenkorps der sächsischen Armee ein. Seine höhere Schulbildung erhielt er in der Ritterakademie und im alten Kadettenhaus in der Dresdner Neustadt. Im Ka ettenkorps wurde er bereits im Folgejahr, im Alter von nur 17 Jahren, zum Unteroffizier ernannt. Mit dem Erhalt des Patents als Fähnrich im Jahr 1733 wurde er in die sächsische Infanterie versetzt.

1734 erhielt von der Lochau sein Offizierspatent im ersten Leutnantsdienstgrad als königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer Sous-Lieutenant. Bereits vier Jahre später, 1738 wurde er zum Premier-Lieutenant befördert. 1744 wurde er Capitän (Hauptmann). Als solcher ist er auch ein Jahr später, bei seiner Hochzeit im sächsischen Infanterieregiment „Prinz Gotha“ nachgewiesen, das seine Standquartiere in hatte.

1762 erhielt von der Lochau seine Beförderung zum Major, womit er Stabsoffizier wurde, weiterhin dienend im Prinz-Gothaischen Infanterieregiment. 1778 zum Obrist-Lieutenent (Oberstleutnant) befördert, erhielt er gleichzeitig das Kommando über die Verstärkungsbauten der Festung Königstein und wurde damit Unterkommandant der Festung. Er übernahm diesen Dienstposten von Oberstleutnant von Preuß, der in dieser Position in Königstein seit 1776 diente. Am 3. Mai 1783 wurde von der Lochau vom sächsischen Kurfürsten Friedrich August der Gerechte in seiner Dienststellung als Unterkommandant zum Oberst befördert.

Von der Lochaus Vorgesetzter war der damalige Kommandant der Festung, der General der Infanterie Friedrich Christoph Graf zu Solms, der seit 1778 auf der Festung die Kommandantschaft inne hatte. Von der Lochau blieb auf der Festung Königstein in seiner Dienststellung, die eine Art Altersruhesitz war, bis zu seinem Tod im Jahr 1792. Die Garnison bestand zu diesen Friedenszeiten aus knaoo über 200 Mann Besatzung, darunter ein Festungsingenieur, ein Schließkapitän für die Tore, vier weitere Offiziere, einer Artillerie- und einer Wachmmannschaft, teilweise auch aus Halbinvaliden. Als Unterkommandant auf Königstein ist von der Lochau auch im kursächsischen Hof- und Staatskalender von 1787 nachgewiesen.[5]

Von der Lochau starb nur zirka drei Monate nach dem dem Tod seines Vorgesetzten, dem Kommandanten und General Graf zu Solms im Alter von 82 Jahren.[6] Sein Nachfolger als Unterkommandant der Festung Königstein wurde Christian Ernst Adolph von Liebenroth. Von der Lochaus Nachlass wurde noch bis 1844 geregelt.[7]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Lochau in: Leopold Karl Wilhelm August Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der preussischen Monarchie: Bd. L-S, Berlin 1854, Digitalisat auf Google Books, S. 46.
  2. Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie, Band 9, 1881, [ Digitalisat] auf Google Books, S. 166.
  3. Derer Pabst von Ohayn in: August Wilhelm Bernhardt von Uechtritz: Diplomatische Nachrichten adelicher Familien, ..., Leipzig 1791, Digitalisat auf Google Books, S. 77.
  4. Stamm- und Rang-Liste der Königl.-Sächsischen Armee 1823, Nachtrag No. I aus den Monaten May und Junii 1823, Digitalisat der SLUB, S. 231f.
  5. Churfürstlich-Sächsischer Hof- und Staatscalender auf das Jahr 1787, Digitalisat auf Google Books, S. 218.
  6. Datensatz im Hauptstaatsarchiv Sachsen, Archivale 11332.
  7. Datensatz im Hauptstaatsarchiv Sachsen, Archivale 11332.
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