Grumbach
Das ehemalige Waldhufendorf Grumbach ist seit 1998 Teil der Kleinstadt Wilsdruff. Es entstand an der Wilden Sau, der natürlichen Grenze zwischen Nisan und Daleminzien.
Grumbach wurde in einer bischöflich-meißnerischen Urkunde vom 9. Februar 1223 als Villa Grombach erstmals urkundlich erwähnt[1], ist aber viele Jahrzehnte älter.
Um 1215 wurde durch Boriwo de Tarant dessen Grumbacher Besitz als Dorf des Bor[iwo] ausgegründet, wodurch das 312 ha große Waldhufendorf Pohrsdorf (1350: Borsdorf) entstand.
Grumbach besaß danach nur noch 1572 ha Waldhufen. Es wurde vermutlich einige Jahre vor 1162 gegründet, da die viel nördlichere Wüstung Warnsdorf im Tharandter Wald nach dendrologischen Erkenntnissen 1162 und 1163 aufgebaut wurde. In Grumbach hat sich kein bestimmbares Holz aus dieser frühen Zeit erhalten.
Diese Datierung korrespondiert mit dem Beginn der deutschen Besiedlung in der Region ab frühestens 1150, wobei die Gegend an der Ostgrenze von Daleminzien besonders früh erschlossen wurde. Noch bis 1142 befand sich Nisan in böhmischen Besitz und war nahezu ausschließlich von Elbsorben in Streusiedlung bewohnt. Waldhufendörfer und vor allem Rundlinge wurden erst unter deutscher Grundherrschaft geschaffen.
Bis zu dieser Umgruppierung war die sorbische Altsiedellandschaft von winzigen Siedlungskammern geprägt, die von Wäldern umgeben waren. Die auf das Notwendigste beschränkten Rodungen blieben zumeist auf fließgewässernahe kleine Räume beschränkt. Dazu bot der Saubach beste Voraussetzungen. Mit 281 m ü. NN lag Grumbach am oberen Rand der elbsorbischen Besiedlungsgrenze, der eher von den Skudizi (= Výhledy, deutsch Steingrüne) als von den Nisanern (Bewohner desniedrigen Landes) selbst genutzt wurde. Die Steppenheidetheorie, wonach die Altsiedellandschaften von Natur aus waldfrei gewesen seien, hat die archäobotanische und archäologische Forschung bereits in den 1920er Jahren widerlegt.
1259 wurde das Dorf Grumpach geschrieben, nur ein Jahr später (1260) dann Grunbach. 1279 gab es im Ort den Herrensitz des Hermannus de Grunenbach.[2]