George Heinrich von Carlowitz

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Wappen der Adelsfamilie von Carlowitz

George Heinrich von Carlowitz, zur Unterscheidung seiner Vorfahren auch Georg Heinrich III. von Carlowitz (* 3. Oktober 1807 in Dresden; † 2. Juni 1857 in Zittau) war ein königlich-sächsischer Jurist und Beamter, zuletzt als Amtshauptmann der Amtshauptmannschaft Zittau sowie als designierter Amtshauptmann von Dresden. Von Carlowitz war Erb-, Lehn- und Gerichtsherr auf Röhrsdorf bei Dohna und Plotzen (in der Amtshauptmannschaft Zittau).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

George Heinrich von Carlowitz entstammte der weit verzweigten Adelsfamilie von Carlowitz, die zum Meißnischen Uradel zählt, seit 1311 im Lehensverhältnis mit den Burggrafen von Dohna stand und erstmals mit Otto von Karlwiz in einer Urkunde vom 23. November 1311 erwähnt wird. Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Hans von Carlowitz (urkundliche Erwähnung 1375, † vor 1403).

Von Carlowitz entstammte der I. Linie der Familie (mit dem Stammvater Rudolf Wilhelm von Carlowitz (15751636)), dort dem 2. Ast (mit dem Stammvater Georg Job von Carlowitz (16101662). Sein Großvater väterlicherseits war der Stammvater des 2. Zweiges (Zweig Röhrsdorf) dieses Astes, der gleichnamige Georg Heinrich von Carlowitz (17371816), Herr auf Röhrsdorf mit Wittgensdorf, Gorknitz und Tronitz in der Amtshauptmannschaft Pirna sowie auf Wendisch Paulsdorf in der Amtshauptmannschaft Löbau, , königlich-sächsischer Kammerherr und Obersteuerdirektor, auch Erbvierritter des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

George Heinrich von Carlowitz war der Sohn seines gleichnamigen Vaters, dem königlich-sächsischen Kammerherren und Dresdner Straßenbaukommissars, Georg Heinrich von Carlowitz (* 14. Februar 1773 in Dresden; † 4. Juni 1847 ebenda) und dessen 1806 geheirateter Ehefrau Friederike Luise geb. von Berlepsch (18. Juni 1787 in Brandis; † 10. April 1808 in Dresden). Von Carlowitz' Vater war Ehrenmitglied der Ökonomischen Gesellschaft im Königreiche Sachsen.[1] Sein Onkel war der königlich-sächsische Kammerjunker, späterer Leutnant und Forstmeister Ludwig Job von Carlowitz (17821863).

George Heinrich von Carlowitz heiratete am 20. September 1836 in Poplitz Luise geb. von Krosigk (* 26. Januar 1814 in Poplitz; † 17. März 1841 in Oschatz). Das Ehepaar von Carlowitz hatte drei Söhne:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

George Heinrich von Carlowitz wurde in Dresden geboren, wo sein Vater im Staatsdienst, im öffentlichen Bau-Department als Straßenbaukommissar im königlichen Straßenbauhaus angestellt war.

Seine erste Schulbildung erhielt von Carlowitz in der sächsischen Landeshauptstadt. Seine höhere Schulbildung erhielt von Carlowitz auf der königlichen Landes- und Fürstenschule St. Afra in Meißen, in die er am 3. Dezember 1821 als Schüler, im Alter von 14 Jahren eintrat. Von Carlowitz blieb am heutigen Meißner Gymnasium knapp fünf Jahre, bis zum 23. September 1826, als er zu Michaelis desgleichen Jahres seine Reifeprüfung ablegte.[4] Anschließend studierte er ab 1826 an der Universität in Leipzig Rechtswissenschaften und Verwaltungsdienst.

Seine praktische Ausbildung als Referendar für den späteren Staatsdienst erhielt von Carlowitz zuerst in Dresden, später in Meißen. 1836 wurde von Carlowitz nach Zwickau versetzt, wo er anfangs - noch bis 1839 im Rang des dritten Vize-Aktuars[5] am Zwickauer Justizamt wirkte. Im gleichen Jahr wurde er zum Aktuar erhoben.[6] In Zwickau wurden auch 1837 und 1839 seine zwei ältesten Söhne geboren.

1838 wurde von Carlowitz als zweiter Assessor an das königliche Landgericht zu Oschatz berufen, wo Direktor Friedrich August Wilde sein Vorgesetzter war.[7] Dort wirkte er fünf Jahre. Im dritten Jahr seiner Amtszeit verstarb dort seine Ehefrau, die er dort auch beerdigen ließ. Aus dieser Zeit ist auch ein Bild von Carlowitz mit seinen drei jungen Söhnen erhalten. Zwei Jahre später folgte seiner verstorbenen Ehefrau der jüngste Sohn in den Tod. Im gleichen Jahr, 1843 wurde von Carlowitz an das königliche Landgericht Bautzen versetzt, erneut als Assessor unter dem damaligen Direktor Carl Otto Ferdinand Herrmann.[8] Dort blieb von Carlowitz nur zwei Jahre.

Nachdem 1845 Johann Ernst Andreas von Ingenhäff als bisheriger Amtshauptmann der Amtshauptmannschaft Zittau pensioniert wurde, ernannte der sächsische König Friedrich August II. von Carlowitz zu dessen Nachfolger als neuen Amtshauptmann der zweiten Amtshauptmannschaft der Oberlausitz. Als solcher ist er erstmals im Staatshandbuch für das Königreich Sachsen von 1847 verzeichnet.[9]Im gleichen Jahr, 1847, erbte von Carlowitz das Rittergut Röhrsdorf bei Dohna, das seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Besitz der Familie von Carlowitz war.[10] Zu dieser Zeit stellte die Gewinnung von Seide einen wichtigen Wirtschaftszweig in Mitteleuropa dar. In Sachsen war es vor allem der Verdienst von Amtshauptmann von Carlowitz, der den Anbau von Maulbeerbäumen und die Zucht von Seidenraupen, nicht nur in seiner Amtshauptmannschaft förderte. Noch in den 1950er-Jahren beschäftigte sich mancher Bauer oder auch Lehrer auf dem Lande mit dieser Tätigkeit.[11]

Ostern 1857 ernannte der sächsische König Johann von Carlowitz zum neuen Amtshauptmann von Dresden, nachdem der bisherige Amtshauptmann von Winkler in den Ruhestand getreten war. Seine Amtsbezirke wären neben Dresden auch Radeburg, Radeberg, Moritzburg, Schönfeld, Dippoldiswalde, Döhlen (heute ein Stadtteil von Freital und Wilsdruff gewesen. Obwohl von Carlowitz bereits im Staatshandbuch des Königreiches Sachsen 1857 in diesem Amt verzeichnet ist,[12] konnte er diese Stelle nicht mehr antreten. Er starb nach einem fünfwöchigen schweren Leiden an einem Nervenfieber am 2. Juni 1857, morgens gegen 6:30 Uhr in seinem Haus Zittau. Die Zittauer Bürgerschaft trauerte um ihn und den im Juli 1857 verstorbenen Zittauer Kaufmann und Bankier Moritz Schulz, der auf seinem Gut Cunnerwitz bei Görlitz verstarb.

Von Carlowitz Nachfolger als Amtshauptmann der zweiten Amtshauptmannschaft der Kreisdirektion Budissin wurde Gotthold Paul Freiherr von Gutschmid (mit dem Wohnsitz in Löbau).[13] Nach von Carlowitz' Tod übernahmen seine Söhne die väterlichen Rittergüter.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Dresdner Adress-Kalender 1831, S. 33, SLUB.
  2. Datensatz im Hauptstaatsarchiv Dresden.
  3. Datensatz auf Geni.
  4. August Hermann Kreyssig: Afraner-Album, Verzeichnis sämtlicher Schüler der Königlichen Landesschule zu Meissen von 1543 bis 1875, 8422 an der Zahl, Meissen 1876, Digitalisat der SLUB, S. 447.
  5. Staats-Handbuch für das Königreich Sachsen 1837, Leipzig 1837, Digitalisat auf Hathi Trust, S. 156.
  6. Staats-Handbuch für das Königreich Sachsen 1839, Leipzig 1839, Digitalisat auf Google Books, S. 79 u. 315.
  7. Staats-Handbuch für das Königreich Sachsen 1841, Leipzig 1841, Digitalisat auf Google Books, S. 64.
  8. Staats-Handbuch für das Königreich Sachsen 1845, Leipzig 1845, Digitalisat auf Google Books, S. 61.
  9. Staats-Handbuch für das Königreich Sachsen, 1847, Leipzig 1847, Digitalisat auf MDZ, der Bayerischen Staatsbibliothek München, S. 195.
  10. Röhrsdorf in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen, II. Section/H25, Onlineartikel auf Wikisource.
  11. Aus der Traum vom Maulbeerbaum, Onlineartikel von Uwe Menschner vom 25. Januar 2025, digital auf www.alles-lausitz.de.
  12. Staats-Handbuch für das Königreich Sachsen 1857, Leipzig 1857, Digitalisat auf Google Books, S. 267.
  13. Staats-Handbuch für das Königreich Sachsen 1858, Leipzig 1858, Digitalisat auf Google Books, S. 281.

[Bearbeiten] Weblinks

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