Georg Heinrich von Carlowitz (Amtshauptmann Löbau)

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Wappen der Adelsfamilie von Carlowitz

Georg Heinrich von Carlowitz, zur Unterscheidung seiner Vorfahren auch Georg Heinrich V. von Carlowitz (✶ 16. Februar 1862 in Röhrsdorf in der Amtshauptmannschaft Pirna, † 21. Juli 1903 in Badenweiler/ Großherzogtum Baden) war ein sächsischer Jurist und Staatsbeamter, zuletzt als Amtshauptmann der Amtshauptmannschaft Löbau. Von Carlowitz war Rittergutsbesitzer des Gutes Röhrsdorf bei Dohna in der Amtshauptmannschaft Pirna mit einer Fläche von 291 Hektar.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Georg Heinrich von Carlowitz entstammte der weit verzweigten Adelsfamilie von Carlowitz, die zum Meißnischen Uradel zählt, seit 1311 im Lehensverhältnis mit den Burggrafen von Dohna stand und erstmals mit Otto von Karlwiz in einer Urkunde vom 23. November 1311 erwähnt wird. Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Hans von Carlowitz (urkundliche Erwähnung 1375, † vor 1403).

Von Carlowitz entstammte der I. Linie der Familie (mit dem Stammvater Rudolf Wilhelm von Carlowitz (15751636)), dort dem 2. Ast (mit dem Stammvater Georg Job von Carlowitz (16101662). Sein Ur-Ur-Großvater väterlicherseits war der Stammvater des 2. Zweiges (Zweig Röhrsdorf) dieses Astes, der gleichnamige Georg Heinrich von Carlowitz (17371816), Herr auf Röhrsdorf mit Wittgensdorf, Gorknitz und Tronitz in der Amtshauptmannschaft Pirna sowie auf Wendisch Paulsdorf in der Amtshauptmannschaft Löbau, königlich-sächsischer Kammerherr und Obersteuerdirektor, auch Erbvierritter des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Sein Großvater war der königlich-sächsische Amtshauptmann zu Zittau George Heinrich von Carlowitz (18071857).

Georg von Carlowitz war der älteste Sohn von Georg Heinrich IV. von Carlowitz (* 24. August 1837 in Zwickau; † 7. Mai 1872 in Leipzig), Herr auf Rörsdorf und dessen 1861 geheirateter Ehefrau Marie Elisabeth geb. von Harttmann (* 15. September 1840 in Dresden; † 10. November 1882 in Solz). Von Carlowitz Bruder war der königlich-sächsische Kammerherr, Leutnant a.D. (außer Dienst) und Herr auf Klein-Dehsa in der Amtshauptmannschaft Löbau, Dietrich Kurt von Carlowitz (18641907).

Georg von Carlowitz heiratete am 21. September 1889 in Mockritz Sophie Friederike ("Frieda") geb. von Schönberg aus dem Hause Nieder-Reinsberg (* 30. Oktober 1866 in Mockritz; † 1. Dezember 1956 in Braunschweig), jüngste Tochter des königlich-sächsischen Kammerherrn und sächsischen Landtagsabgeordneten Otto Ludwig Christof von Schönberg (18241916) auf Niederreinsberg und Mockritz aus dessen zweiter, 1863 geschlossenen Ehe mit Wilhelmine geb. Römer (18311913).[1][2][3] Von Carlowitz' Witwe wohnte 1920 auf dem Rittergut in Röhrsdorf. Nach der 1945 erfolgten Enteignung der Rittergutsbesitzer in der sowjetischen Besatzungszone ging sie in den westlichen Teil von Deutschland.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Georg Heinrich von Carlowitz studierte nach seinem höheren Schulbesuch Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig. Dort immatrikulierte er sich am 17. April 1881 in der juristischen Fakultät, wo er bis 1882 studierte.[4] Nach dem ersten juristischen Staatsexamen absolvierte von Carlowitz sein Militärjahr als Einjährig-Freiwilliger in der königlich-sächsischen Armee und wurde anschließend zum Leutnant der Reserve ernannt. Seine Personalakte aus dieser Zeit ist im Hauptstaatsarchiv Dresden erhalten.[5]

Nach seiner auswärtigen Referendarzeit kam von Carlowitz 1888 nach Dresden, wo er erstmals 1889 im Dresdner Adressbuch als Referendar am Dresdner Amtsgericht verzeichnet ist. Anfangs wohnte er in einer Mietswohnung im ersten Obergeschoss in der Carusstraße 7.[6] Noch im gleichen Jahr zog er in eine Wohnung in die zweiten Etage in der Stephanienstraße 22, wo er bis 1893 lebte. 1890 ist er neben seiner Tätigkeit als Amtsgerichtsreferendar auch als Rittergutsbesitzer aufgeführt.[7]

1894 erhielt von Carlowitz den Rang und den Titel eines königlichen Bezirksassessors und wurde Hilfsarbeiter im evangelisch-lutherischen Landeskonsistorium des Königreiches Sachsen. Gleichzeitig zog er mit seiner Ehefrau in eine Wohnung an der Bürgerwiese 6.[8] Dort blieb er bis 1897. 1899 wurde von Carlowitz im Rang eines Regierungsassessors zur Kreishauptmannschaft Leipzig versetzt. in der Messestadt wohnte er in der Egelstraße 5.[9]

Nachdem sein Amtsvogänger, der Löbauer Amtshauptmann Georg von Craushaar in dergleichen Position als Amtshauptmann nach Dresden-Neustadt versetzt wurde, ernannte 1900 der sächsische König Albert von Carlowitz zum neuen Amtshauptmann der Amtshauptmannschaft Löbau. Er wohnte zusammen mit seiner Ehefrau im Löbauer Gebäude der königlichen Amtshauptmannschaft in der damaligen Moltkestraße 2.[10] Von Carlowitz war vom 1. April bis 13. April 1902 beurlaubt. Seine Vertretung in dieser Zeit wurde an den Löbauer Regierungsassessor Dr. Einert, ebenfalls von der Amtshauptmannschaft Löbau, übertragen. Diese Bekanntmachung erfolgte durch von Carlowitz' Vorgesetzten, dem Kreishauptmann von Schlieben.[11] Als Amtshauptmann wirkte von Carlowitz nur drei Jahre, bis zu seinem frühzeitigen Tod.

Von Carlowitz starb im 42. Lebensjahr. Sein Nachfolger als Löbauer Amtshauptmann wurde ab dem 1. Juni 1903 Walther Siegismund von Pflugk.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Genealogisches Handbuch der adeligen Häuser, Teil A: Uradel, Band 1, 1953, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 351.
  2. Genealogisches Handbuch des Adels, Band 87, 1985, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 87.
  3. Justus Perthes (Hrsg.): Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser, Gotha 1908. 9. Jahrgang, Digitalisat auf Google Books, S. 682.
  4. Jens Blecher, Gerald Wiemers, Universität Leipzig: Die Matrikel der Universität Leipzig, Teil 4, Leipzig 2009, Snippet-Ansicht auf Google Books, S. 372 u. 556.
  5. Datensatz im Sächsischen Staatsarchiv.
  6. Adressbuch Dresden 1889, S. 67, SLUB.
  7. Adressbuch Dresden 1890, S. 70, SLUB.
  8. Adressbuch Dresden 1895, S. 88, SLUB.
  9. Leipziger Adreß-Buch 1900, S. 119, SLUB.
  10. Adressbuch Löbau 1902, S. 5, SLUB
  11. Bautzner Nachrichten, Ausgabe vom 24. März 1902, [id=667368&tx_dlf[page]=1 Digitalisat] auf Sachsen Digital, S. 1.(Titelseite)/ 759.

[Bearbeiten] Weblinks

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